<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645</id><updated>2011-07-07T22:45:51.653-07:00</updated><title type='text'>Strahlungen 2010</title><subtitle type='html'>Die Tagebücher von Ernst Jünger. Abgetippt zum Ende des Jahrzehnts.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>156</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-7828430602128211144</id><published>2009-08-26T07:56:00.000-07:00</published><updated>2009-08-26T08:54:08.979-07:00</updated><title type='text'>Laon, 8. Juni 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SpVaWRHPt8I/AAAAAAAAAbE/ecKS9HjhFhE/s1600-h/georges-bernanos.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px; height: 300px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SpVaWRHPt8I/AAAAAAAAAbE/ecKS9HjhFhE/s320/georges-bernanos.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5374301068933969858" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Abends noch Bernanos gelesen - im ersten Buch, das dieser Autor seit seinem Auszug nach Südamerika veröffentlichte. Ich fand es hier im Haus und dachte vor dem Einschlafen noch über die Lage dieses Geistes nach, die ja auch gleichnishafte Züge trägt. Bevor ich nach Paris fuhr, hatte Steiner mich lebhaft aufgefordert, ihn zu besuchen; und vielleicht war es nur seine Berühmtheit, die mich davon abhielt, denn von jeder Bekanntschaft, die man erstreben kann, hat die mit berühmten Leuten stets am wenigsten gelockt. Es scheint, dass in dem Grade, in dem wir uns einen Namen machen, wir auch an Qualität verlieren - und zwar an jener, die man als die des Nachbarn bezeichnen kann. Im gleichen Mass, in dem die Menschen für die Menge bedeutend werden, büssen sie ihren Wert als Nächste ein. Vor allem sieht man das an den Frauen: um wieviel spendender ist doch die nächste beste als jene Sterne, die man auf allen Titelblättern sieht.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Mitten in der Nacht erwachte ich durch Bombenwurf, der in nicht allzu weitem Umkreis niederging. Ich wollte in den Keller steigen, fand aber meine Stiefel nicht. So liess ichs denn und schlief bald wieder ein.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Vormittag machte ich mit Spinelli einen Streifzug durch die heissen Gärten am Berghange. Rosen, weisse Pfingstrosen, Jasmin. In verschiedenen Häusern, die zum Teil Treffer bekommen hatten. In einem von ihnen war durch die Wand des Speisezimmers ein seidener Bajazzo zu erblicken; er thronte lässig auf dem Büffet, das über einem Abgrund hing. Aus einem Wäscheschrank nahm ich ein Handtuch, an dem es mir mangelte. Was das Beitreiben anbetrifft, so gibt es darin ganz bestimmte Grenzen, die ich den Männern deutlich zu machen suche. So darf der Soldat einen Löffel an sich nehmen, wenn ihm der eigene verloren ging - unter Umständen auch einen silberenen, wenn er gerade darauf stösst, doch keinesfalls dann, wenn ein Blechlöffel daneben liegt. Wir erreichten die Mauer der Zitadelle an einer Stelle, an der sie die Jahreszahlen 1598 und 1498 eingemeisselt trug.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zum Essen hatte Rehm die ersten Kartoffeln und die ersten Kirschen aus den Gärten eingeheimst. Zuvor schon hatte ich meiner alten Passion, grüne Erbsen vom Busch zu pflücken, gefrönt. Mir scheint, das man in ihnen einen Auszug der feinsten Kräfte der Natur verspeist.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Georges Bernanos, französischer Schriftsteller, 1888-1948)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-7828430602128211144?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/7828430602128211144/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=7828430602128211144' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7828430602128211144'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7828430602128211144'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/08/laon-8-juni-1940.html' title='Laon, 8. Juni 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SpVaWRHPt8I/AAAAAAAAAbE/ecKS9HjhFhE/s72-c/georges-bernanos.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-7509884810846104687</id><published>2009-08-09T09:09:00.000-07:00</published><updated>2009-08-09T09:44:32.532-07:00</updated><title type='text'>Laon, 7. Juni 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/Sn78zXIJpQI/AAAAAAAAAa8/tvu0Nqw8PVc/s1600-h/westfront_41.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 182px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/Sn78zXIJpQI/AAAAAAAAAa8/tvu0Nqw8PVc/s320/westfront_41.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5368005765183939842" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Über Nacht noch in Toulis, wohl wegen des Wiederstandes, den der Angriff vor unserem Abschnitt gefunden hat. Der Franzose verteidigt sich auf den Höhen am Aisne-Oise-Kanal, und innerhalb der Nachmittagsstunden des gestrigen Tages gelang es der 25. Division, in die Waldstücke südlich Sancy vorzustossen. Unsere 96. Division bleibt vorerst in ihrem Raume, kann aber stündlich antreten.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gegen Mittag Abmarsch nach Laon, das weithin von seinem Berge sichtbar ist. Die Stadt, in der ich schon 1917 weilte, lebt mir als vorgeschobene romanische Kernzitadelle in der Erinnerung, und ich glaube nicht, dass mein Gefühl mich trügt. Man spürt die Witterung, die um uralte Heiligtümer webt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Wege wieder tote Pferde, davon zwei auf dem Grundwasser eines riesigen Granatentrichters treibend, auch zerschossene Tanks. Starke Zertrümmerungen an den Ortseingängen und in den Vorstädten: Barrikadenlandschaften.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Glühende Hitze, auch in der Stadt. Ich liess die Gewehre zusammensetzen und sandte Quartiermacher in das uns zugeteilte Viertel aus. Während ich in dieser Pause mit Spinelli in bequemen Rasierstühlen sass, die wir aus dem Laden eines Coiffeurs auf die Strasse geholt hatten, fuhr der General vorbei und rief mir zu, dass Soissons heute erobert, der Aisnekanal an drei Stellen überschritten sei.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Quartiere am Stadtrand; ich zog mit den beiden Offizieren in eine Villa mit grossem Garten und geräumiger Terrasse ein. Da die Keller zum Teil noch trächtig sind, entsandte ich ein Fahrzeug, das bald mit Rotwein in Flaschen und Fässern wiederkam. Zu solchen Geschäften muss man findige Köpfe wählen, die sich auch bald herausstellen. Die anderen kommen mit Essig, &lt;i&gt;vinaigre&lt;/i&gt;, statt Wein und bringen Dosen voll Farben statt Konserven mit. Dann liess ich ein Rind schlachten, da das gelieferte Fleisch anrüchig war. Ich bezeichnete es unter einer grossen Herde, die in den Gärten weidete, von der Terrasse aus. Seit Olims Zeiten zählt zu den Zeichen des frischen Siegers der Überfluss an Fleisch.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein grosser Teil der Kompanie hat sich mit Rädern ausgerüstet, unter denen man auch Tandems, Damenräder und kleine Motorräder sieht. Dem Oberst ist das, ebenso wie die Verzierung der Farzeuge mit grotesken Symbolen, ein Greuel. Er stellte sich bei einem Brunnen geschickt auf Anstand und sperrte einen Mann, der neben der Kolonne im Tropenhelm marschierte, vom Fleck weg ein.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Diese Zeilen schreibe ich, nachdem wir uns im Badezimmer mit Wasser hatten übergiessen lassen, auf der Terrasse sitzend und Liköre wie Cointreau und Fine Champagne kostend, die wir in der Hausbar vorfanden. Aus der Entfernung eines kleinen Marsches, vom Chemin des Dames, tönt das Spiel der Artillerien zu uns herüber: in einer langsamen Häufung von Einschlägen, stürzenden Gebirgen gleich. Sie spinnen sich in fürchterlicher Unterhaltung fort. Wenn man sie hört, wie ich sie &lt;i&gt;heute&lt;/i&gt; höre, dann weiss man, dass es zwischen Menschen, und wenn sie mit Engelszungen reden würden, eine Grenze des Wortes gibt. Dann erheben sich diese Stimmen aus Erz und Feuer, die auf die Furcht berechnet sind - und wirklich, die Herzen werden bis auf den Grund geprüft.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Gefallener deutscher MG-Schütze, Westfront, 1. Weltkrieg)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-7509884810846104687?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/7509884810846104687/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=7509884810846104687' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7509884810846104687'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7509884810846104687'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/08/laon-7-juni-1940.html' title='Laon, 7. Juni 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/Sn78zXIJpQI/AAAAAAAAAa8/tvu0Nqw8PVc/s72-c/westfront_41.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4345930395334253328</id><published>2009-08-06T00:22:00.000-07:00</published><updated>2009-08-06T00:54:50.483-07:00</updated><title type='text'>Toulis, 6. Juni 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnqK25bXNiI/AAAAAAAAAa0/ByWWcz956VY/s1600-h/westfront_36.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 235px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnqK25bXNiI/AAAAAAAAAa0/ByWWcz956VY/s320/westfront_36.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5366754581698524706" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Marschierten bis Toulis, wo wir um vier Uhr morgens ankamen. Quartier in einem grossen Gutshof, die Männer auf den Böden, die Pferde im Freien, die Wagen und Küchen auf dem Hof. Im Bett, aber auf den Satteltaschen geschlafen, in einem engen, überplünderten Zimmer, in dem ein grosses Damenbild, eine Photographie aus Flauberts Tagen hing - von noch sehr dichter erotischer Substanz. Vorm Einschlafen leuchtete ich aus dem Bett die enggeschnürte Schönheit mit der Taschenlampe an und beneidete unsere Grossväter. Sie pflückten die Erstlinge der Dekompostition.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Nachtmarsch führte oft an Kadavern vorbei. Zum ersten Male gingen wir gerade auf das Feuer los, das in noch weiter Entfernung zu hören war - mit schweren, brechenden Einschlägen. Rechts Gruppen von Scheinwerfern, dazwischen gelbe, lang in der Luft schwebende, wohl englische Leuchtkugeln.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Da wir jeden Augenblick ins Gefecht treten können, schoss ich am Nachmittag bei starker Sonne mit meinen Zugführern die Maschinenpistolen ein, vor derer Feuerkraft ich einen guten Eindruck gewann. Ich liess vor einem Strohschober eine lange Reihe von leeren Weinflaschen, an denen es hier ja nicht fehlt, aufstellen und sie dann beschiessen, wobei ein jeder kurze Feuerstoss eine von ihnen auseinanderspritzen liess. Die Übung war zum Unheil einer alten, fetten Ratte angesetzt, die plötzlich mit blutender Schnauze aus ihrem Strohversteck schoss und die Rehm mit einer Flasche erschlug.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf dem Rückweg Unterhaltung mit einem alten Franzosen, der bereits den dritten Krieg sah, indem er sich dessen von 1870 aus seinem frünften Jahr noch zu entsinnen vermag. Verheiratet, drei Töchter; auf meine Frage, ob sie schön seien, gleichmütig die Hand bewegend: "Comme ci, comme ça." Übrigens empfand ich bei der Begegnung die Würde, die ein langes und arbeitsam verbrachtes Leben dem Menschen gibt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sehr heiss. In der Kirche. In einem ihrer Seitenschiffe einer Gruppe uralter Frauen auf Stroh, mit zahnlosen Mündern aus runden Näpfen Suppe schlürfend, die ein junges Mädchen ihnen brachte, das nun betend auf einer der Bänke sitzt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann auf dem Friedhof. Hier zwei Männer, die ein Grab schaufelten - für einen Greis, den dritten der Flüchtlinge, die in den beiden Tagen gestorben sind. Sie wühlten in altbebautem Totengrunde; der eine von ihnen hob einen Schödel ans Licht.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bedeutsam für Kriege und Schicksalskatastrophen überhaupt; das Hin und Her, das einmal den Einsatz als ganz unmöglich un dann wieder als sicher erscheinen lässt. Derart verharren wir im Ungewissen, bis endlich doch das Feuer kommt. Dabei ists in der Rechnung der hohen Generalität bereit seit langem vorherbestimmt. Das ist ein Gleichnis der Lebenslage überhaupt. Wir kommen um den Ernstfall nicht herum.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gedanken beim gestrigen Nachtritt - über die Machinerie des Todes, die Bomben der Sturzkampfflieger, die Flammenwerfer, die verschiedenen Sorten der Giftgase - kurzum das ganze gewaltige Vernichtungsarsenal, das drohend vor dem Menschen zur Entfaltung kommt. Alles das ist nur Theater, reine Szenerie, die mit den Zeiten wechselt und etwa unter Titus nicht geringer war. Auch bei den Primitiven ist man solcher Sorgen nicht enthoben; man kann dort auf Stämme stossen, durch die man auf ausgesuchte Weise gefoltert wird. Die Schrecken der Vernichtung stellen sich, wie auf den alten Höllenbildern, stets in der höchsten Fülle technischer Einzelheiten dar.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ewig dieselbe bleibt dagegen die absolute Entfernung, die uns vom Tode trennt. Ein Schritt genügt, sie zu durchmessen; und sind wir entschlossen, ihn zu wagen, dann gehört alles andere der Vorstellung oder der Versuchung an. Die Bilder, die uns auf diesem Weg begegnen, sind Spiegelbilder unserer Schwäche - sie wechseln mit den Zeiten, in denen wir geboren sind.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: In Fismes getötete deutsche  Flammenwerfer-Bestazung)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4345930395334253328?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4345930395334253328/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4345930395334253328' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4345930395334253328'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4345930395334253328'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/08/toulis-6-juni-1940.html' title='Toulis, 6. Juni 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnqK25bXNiI/AAAAAAAAAa0/ByWWcz956VY/s72-c/westfront_36.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-328696590211705854</id><published>2009-07-29T07:34:00.000-07:00</published><updated>2009-07-29T07:43:48.260-07:00</updated><title type='text'>Gercy, 5. Juni 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Morgen wieder Ritt durch die schönen Felder, zur Besprechung der neuen Erfahrungen im Angriffsgefecht. Man kann jetzt vorgehen, wie es 1918 unser Traumbild war. Die Pikardie mit ihren sanften Hängen, den Dörfern, die in Obstgärten eingebettet sind, den Triften, an deren Rändern die hohen Pappeln stehen - wie oft hat diese Landschaft mich schon entzückt. Hier spürt man elementarisch, dass man in Frankreich ist; aus diesem Grunde können Tal und Hügel dem Vaterlande nie verlorengehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich unterhalte mich täglich, schon zur Übung, ausgedehnt mit unserer Wirtin, wobei es immer zu lernen gibt. So heissen die Bienen, &lt;i&gt;les abeilles&lt;/i&gt;, leichthin gesprochen auch: &lt;i&gt;les mouches&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Abends Essen beim Kommandeur. Beim Nachtisch erschien ein Melder vom Regiment mit dem Befehl, in einer Stunde marschbereit zu sein. Der neue Angriff soll heut morgen begonnen haben; wir hörten hier nichts davon. Ich schreibe diese Zeilen, während Rehm beim Packen ist.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-328696590211705854?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/328696590211705854/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=328696590211705854' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/328696590211705854'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/328696590211705854'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/gercy-5-juni-1940.html' title='Gercy, 5. Juni 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-9126072297023959385</id><published>2009-07-29T07:11:00.000-07:00</published><updated>2009-07-29T07:33:33.135-07:00</updated><title type='text'>Gercy, 4. Juni 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnBc74ucuJI/AAAAAAAAAas/7UYxbNEbPU4/s1600-h/hevma_drawing.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 243px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnBc74ucuJI/AAAAAAAAAas/7UYxbNEbPU4/s320/hevma_drawing.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5363889340107503762" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ritt durch die Felder und Wiesen, auf denen das ungemähte Kraut in vollem Saft stand - durch Schläge von goldgelben Kompositen, von Margeriten, die mit ihren Sternen den Bauch der Pferde streiften, und durch hellen, grellroten Klee, wie ich ihn sonst nur auf sizilischen Berghängen sah.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachmittags Besprechung beim Oberst Köchling; es scheint, dass unseres Bleibens hier nicht mehr lange ist. Abends wieder Gang durch die verlassenen Häuser; als ich ein Zimmer öffnete, stiess ich auf einen grossen schwarzen Hund, der mich mit glühenden Blicken anstarrte. Eilig trat ich in eine Nebenkammer und sah dort auf dem Sofa eine gelbe Dogge und auf dem Boden einen weissen Pinscher, der mich wütend ankläffte. Hier schien das Versammlungslokal der verwaisten Hunde zu sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Blumen in der Gärten - eine blassviolette Iris mit den gelben Staubbürsten auf dem Kelchblatt, die einen erotischen Eindruck hervorrufen. Der Genuss der Bienen und Hummeln, muss ausserordentlich sein. Vielleicht sind übrigens alle unsere Theorien über die staatenbildenden Tiere verkehrt und ist Genuss, was wir als Arbeit ansehen. Dann die letzten Fliegenden Herzen und Pfingstrosen, auch Phlox, der in der Dämmerung betäubend roch. Um diese Stunden wachen auch seine Farben auf, und Schwärmer umkreisen ihn. Der Phlox, die Flammenblume, ist einzeln unansehnlich, dagegen üppig in grösseren Beständen - das ist der Hegelsche Umschlag in die Qualität.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Phlox, Flammenblume)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-9126072297023959385?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/9126072297023959385/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=9126072297023959385' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/9126072297023959385'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/9126072297023959385'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/gercy-4-juni-1940.html' title='Gercy, 4. Juni 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnBc74ucuJI/AAAAAAAAAas/7UYxbNEbPU4/s72-c/hevma_drawing.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2569014933887613349</id><published>2009-07-29T07:02:00.000-07:00</published><updated>2009-07-29T07:10:31.412-07:00</updated><title type='text'>Gercy, 3. Juni 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein zweiter Ruhetag in Gercy, dem vielleicht noch weitere folgen werden. Nach den Operationen im Norden findet wohl eine neue Bereitstellung der Panzertruppen statt, zum Stoss auf Paris. Auch unsere Division wird ihn begleiten, doch halte ich es leider bei den neuen und unerwarteten Angriffsgeschwindikeiten für möglich, dass wir Bewaffnete kaum zu Gesicht bekommen werden, falls nicht der Vormarsch in der Marnegegend eine Stockung erfährt. Vor allem bedenklich scheint es mir für den Gegner, dass man kein Flugzeug mehr von ihm zu sehen bekommt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich unterhalte mich viel mit der alten Dame, Madame Robeau, die mir erzählt, dass sie schlafen könne, seit wir im Hause sind.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2569014933887613349?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2569014933887613349/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2569014933887613349' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2569014933887613349'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2569014933887613349'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/gercy-3-juni-1940.html' title='Gercy, 3. Juni 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2645786916558672000</id><published>2009-07-29T06:36:00.000-07:00</published><updated>2009-07-29T06:48:39.318-07:00</updated><title type='text'>Gercy, 2. Juni 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnBS3VlLmgI/AAAAAAAAAak/YKDB_I7xC5g/s1600-h/La_retraite_de_l%27aum%C3%B4nier_ou_Le_br%C3%A9viaire.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 255px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnBS3VlLmgI/AAAAAAAAAak/YKDB_I7xC5g/s320/La_retraite_de_l%27aum%C3%B4nier_ou_Le_br%C3%A9viaire.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5363878266837637634" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gespräch mit der alten Dame, die siebzig Jahre zählt. Ihre Kinder und Kindeskinder sind geflüchtet, ohne dass sie weiss, wohin. Sie erzählte mir, dass bei unserer Annäherung eine Art von Panik ausgebrochen sei. Ihre Tochter hatte sich, während sich in der Nähe von Gercy ein kleines Gefecht entwickelte, mit den Kindern in ein Auto geworfen und war davongejagt, als schon Geschosse um den Wagen herumsausten. Die Alte kränkelte wie eine Pflanze, die man an den Wurzeln erschüttert hatte. Ich sprach ihr Trost zu und Befahl den Ordonnanzen, die sehr verständig sind, ihr jede Arbeit, auch die des Kochens, abzunehmen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In der Kirche, die verlassen steht. Doch läutet der Aumônier, der zurückgebliben ist. In der Sakristei ein kleines Lager von Abendmahlswein. Indessen schien es, dass durstige Gemüter ihn der kanonischen Vorschrift: "Vinum sacramentale debet esse de gemine vitis et non corruptum" gerecht erfunden hatten, denn die Flaschen lagen geleert am Boden verstreut.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Abends beim Kommandeur. Ich durchblätterte bei ihm ein vielbändiges Werk, in dem die Gemälde des Louvre abgebildet sind, und dachte dabei an das Gespräch zwischen Nietzsche und Burckhardt vor siebzig Jahren über das Schicksal dieser Sammlungen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: "La retraite de l'aumônier" von Jules-Alexis Muenier, 1886)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2645786916558672000?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2645786916558672000/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2645786916558672000' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2645786916558672000'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2645786916558672000'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/gercy-2-juni-1940.html' title='Gercy, 2. Juni 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SnBS3VlLmgI/AAAAAAAAAak/YKDB_I7xC5g/s72-c/La_retraite_de_l%27aum%C3%B4nier_ou_Le_br%C3%A9viaire.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2612295590232430229</id><published>2009-07-28T00:57:00.000-07:00</published><updated>2009-07-28T01:15:27.337-07:00</updated><title type='text'>Gercy, 1. Juni 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachts starke Träume, als ob ein Stoff in den verlassenen Wohungen webte, in dem die Traumvegetation zu wuchern beginnt. Es war mir, also ob ich den Kern oder das Gerippe dieses Krieges einsähe.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein weiterer Ruhetag in Landifay. Vormittags Appell in Stiefeln, dann Spaziergang nach einem Vorwerke. Ein Puter, Hühner, Enten mit metallischem Gefieder und roten gehörnten Schnäbeln auf dem leeren Hof. In den Speichern Wolle, Hafer, Mais und Korn. Im Speisezimmer war ein grosses Festmahl auf weisse Linnen und mit vielen verschiedenen Gläsern aufgebaut. Die Überreste von Hühnern und Gänsen lagen noch auf den Schüsseln, schon anrüchig, und zwischen halbgeleerten Weinflaschen standen auch solche voll Olivenöl und tierärztlichen Medizinen, in denen die hastigen Zecher wohl Likör erhofft hatten.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich suchte zunächst die Hühnerställe nach Eiern ab und trieb dann Unfug, wie durch die Einsamkeit berauscht. So stieg ich auf einen hohen Wasserturm. In einem der Flure erblickte ich einen grossen roten Feuerlöscher, und da ich diese Dinger nie in Betrieb gesehen hatte, stiess ich ihn auf den Boden und entlockte ihm einen weissen, schäumenden Strahl. Plötzlich aber wurde mir bei dieser Beschäftigung widrig zumute, und ich ging in den Ort zurück. Dort liess ich die Quartiere reinigen, auch schlachteten wir einen Sier. Gerade, als alles in Ordnung war, kam Marschbefehl.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im Nachtmarsch erreichten wir Gercy, wo wir nur noch einige wenige Einwohner antrafen. Wir wurden zu dritt bei einer alten Dame untergebracht, die uns empfing, als ob das Schlimmste von uns zu erwarten sei.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2612295590232430229?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2612295590232430229/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2612295590232430229' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2612295590232430229'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2612295590232430229'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/gercy-1-juni-1940.html' title='Gercy, 1. Juni 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-3733294281481892065</id><published>2009-07-28T00:46:00.000-07:00</published><updated>2009-07-28T00:55:19.134-07:00</updated><title type='text'>Landifay, 31. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ruhetag in Ladifay. Während der Nach träumte ich, weiter im Marsch zu sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Nachmittag Gang durch die toten Gehöfte und die nähere Flur. Das Wetter war windig und schwül. Ich beobachtete, dass in der vollkommenen Einsamkeit, entfernt von der Truppe, sich bald ein Gefühl der Furcht einstellt. Las Briefe, besah Bilder in den verlassenen Wohnungen, gleich Dokumenten einer vergangenen Kultur.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im Schlosse stiegen Flieger ab, um für einen Stab Quartier zu machen. Sie kommen von Boulogne, wie mir ein Major erzählte, mit dem ich mich unterhielt. Ich hörte von ihm Einzelheiten, die für einen alten Kenner der Materialschlacht erstaunlich sind. Die grossen Schranken von damals, wie die Somme, Verdun und Flandern, haben sich dem Gedächtnis so fest eingeprägt, dass man befestigte Stellungen allzu leicht für unbezwinglich hält. Inzwischen scheint bei dem ewigen Wettlauf von Feuer und Bewegung das Feuer wieder ins Hintertreffen geraten zu sein, und zwar derart, dass die schnellen Verbände oft weit vor der Infanterie operiert haben. So machte der Major einmal etwa zwei Tagesmärsche vor der eignenen Infanterie in einem Schloss Quartier und erfuhr dabei von den Schlossherrin, die wohl die deutschen Uniformen nicht kannte, dass die Zimmer schon vorbereitet seien - freilich, wie sich dan herausstellte, für einen englishen Stab, der sich für den gleichen Tag angesagt hatte. Das erinnert an den Siebenjährigen Krieg.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-3733294281481892065?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/3733294281481892065/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=3733294281481892065' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3733294281481892065'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3733294281481892065'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/landifay-31-mai-1940.html' title='Landifay, 31. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2795374739073776712</id><published>2009-07-28T00:37:00.000-07:00</published><updated>2009-07-28T00:46:02.234-07:00</updated><title type='text'>Landifay, 30. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Befehlsausgabe um Mitternacht. Bald darauf Wecken und Marsch über Ebouleau, Marle, le Hérie-la-Viéville. In Marle zogen wir an einem riesigen Weinlager vorbei, aus dem an die Truppen verteilt wurde. Ich liess zwei Flaschen Rotwein abzapfen und bekam eine Flasche Kognak dazu.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Tote Tiere: vor allem Pferde, stark aufgeschwollen, mit mächtig aufgetriebenen Geschlechtsteilen. Blaue, grüne und goldene Fliegen spielen auf ihrem straff gespannten Fell, auch Wespen nagen an ihrer Haut. Sie sterben vor Erschöpfung; man sieht sie, wenn andere Pferde vorüberziehen, sich mühsam auf die Vorderbeine stellen und den Hals erheben, wie zum letzen Appell. Ferner tote Hunde, überfahren oder an der Kette verhungert; Kühe, Hühner, Schafe, sehr viele Kaninchen und Katzen. Einige Male war mir auch, als ob aus dem Innerern verlassener Gebäude das Geschrei von eingeschlossenen Tieren herausdränge.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Quartier in Landifay, in einem leeren Haus.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2795374739073776712?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2795374739073776712/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2795374739073776712' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2795374739073776712'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2795374739073776712'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/landifay-30-mai-1940.html' title='Landifay, 30. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-6262185008631655340</id><published>2009-07-21T11:28:00.000-07:00</published><updated>2009-07-21T11:50:02.182-07:00</updated><title type='text'>Bucy-les-Pierreponts, 29. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Früh Abmarsch, nach kaum fünf Stunden Ruhe, die wie gewöhnlich noch durch Befehlsempfang, Essensausgabe und mancherlei Geschäfte auf die Hälfte verkürzt wurden. Dazu legten wir heute wieder eine tüchtige  Strecke zurück, so dass wie eigentlich neuzig Kilometer mit längerer Pause geschafft haben.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Durch Porcien, Wadimont, Fraillicourt. Das ist die Gegend in der ich 1915 lag, mit ihren Häsern aus weissem Kreidestein, der an den Fenstern und Türen oft von weichen roten Ziegelsäumen sehr schön gerandet ist. Unter dem im Lauf der Jahre verwaschenen Bewurf der  Mauern erschienen Wegweiser und Inschriften aus unserer damaligen Besatzungszeit. Ich hatte ein seltsames Gefühl dabei - als ob sie unter Röntgenstrahlen aufleuchteten.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gleich im ersten Orte, Adon, frische Gräber am Dorfplatz, wo vorgestern eine Feldküche bei Licht Essen ausgab und dabei einem Flieger Gelegenheit zum Abwurf bot. Zweihundertdreissig Tote. Uniformfetzen lagen noch umher.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Marsch war anstrengend; die Leute hielten sich gut. Andere mögen im Gefechte dasselbe leisten - doch wie sie nach schwerem Marsch, unausgeruht, ohne ein Wort des Widerspruches, ja selbst der Enttäuschung, den Befehl zum neuen Aufbruch entgegennehmen, das ist ausserordentlich. Schweigend und sehr bescheiden marschieren sie bis an die Grenzen menschlicher Kraft.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachmittags in Bucy-les-Pierreponts, einem der typischen Kreidennester, an dessen einzigem erhaltenem Brunnen die Köche und Fahrer viele Stunden nach Wasser anstanden. Auf dem Dorfplatz zwei Kampfwagen, ein kleiner deutscher und ein schwerer französischer mit Namen "Athos", wohl durch einen Leser der "Drei Musketiere" getauft. Ich kroch hinein und musste, wie immer, feststellen, dass mit in diesen Dingern, in denen es nach Öl, Benzin und Gummi riecht, nicht wohl zumute ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Spaziergang in den Gärten, in denen sich Hühner, Kaninchen, Schweine tummelten. Auch Kadaver lagen auf den Beeten verstreut. Ich ass dort junge Erbsen und Wurzeln und zog auch Radieschen aus. Wieder fielen ein paar Pferde aus. Ich liess deshalb einen weiteren Wagen zurück.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Abend kamen über tausend gefangene Franzosen durch den Ort. Ich unterhielt mich mit einigen; sie erzählten, dass der Krieg für sie zehn Minuten gedauert habe, während derer sie, wie ein Elsässer sagte, von einem deutschen Panzerregiment "fertiggemacht" wurden.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-6262185008631655340?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/6262185008631655340/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=6262185008631655340' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6262185008631655340'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6262185008631655340'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/bucy-les-pierreponts-29-mai-1940.html' title='Bucy-les-Pierreponts, 29. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-8150500584905762449</id><published>2009-07-17T14:27:00.000-07:00</published><updated>2009-07-17T14:43:30.904-07:00</updated><title type='text'>Doumely, 28. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SmDwfRBs6QI/AAAAAAAAAac/UmiMRz8E5mQ/s1600-h/pferd01.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 261px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SmDwfRBs6QI/AAAAAAAAAac/UmiMRz8E5mQ/s320/pferd01.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5359547976508041474" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach dem Wecken Gang durch die Gärten, in denen die Kaninchen hoppelten, während die Hühner sich schon ein wenig mehr in die Feldmark gedrückt hatten. Man sah sie verschüchtert hinter den ersten Wiesenhecken stehen. Dann Kaffee, und Abmarsch gegen zehn Uhr. Da zwei Pferde lahmten, liess ich einen Gepäckwagen zurück, zum grössten erstaunen des Trossführers, der den Befehl ganz unbegreiflich fand.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Weiter über Villers-sur-Mont, Poix-Terron, Montigny-sur-Vence, während immer die gleichen Bilder uns begleiteten. Leere, wüste Häuser, tote Pferde und auf den Weiden einsames, brüllendes Vieh. Mittagsrast in La Lobbe. Wir stellten einen Tisch auf die Strasse und tranken eine Flasche Burgunder zu der Brühe, die aus den in Boulzicourt gefangenen Hühnern bereitet war.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Abends in Doumley, in einem schon recht anbrüchig gewordenen Haus. Schlief noch im Bett, aber ganz angekleidet und mit den Satteltaschen unterm Kopf.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: "Pferd auf Hinterbeinen", Leonadro Da Vinci, 1483)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-8150500584905762449?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/8150500584905762449/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=8150500584905762449' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8150500584905762449'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8150500584905762449'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/doumely-28-mai-1940.html' title='Doumely, 28. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SmDwfRBs6QI/AAAAAAAAAac/UmiMRz8E5mQ/s72-c/pferd01.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2172786115765253011</id><published>2009-07-16T00:31:00.000-07:00</published><updated>2009-07-16T01:32:11.506-07:00</updated><title type='text'>Boulzicourt, 27. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um acht Uhr Abmarsch. Überall die Totenstille, die mir bereits in Belgien aufgefallen war. Die Landschaft ist geräumt, und nur Soldaten, die samt ihren Pferden und Wagen auf den Strassen vorwärts streben, sind in ihr zu sehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Noch in den Morgenstunden rückten wir in Sedan ein. Die Stadt war stark zertrümmert; grosse Häuser waren durch Bombentreffer niedergestampft, andere ihrer Fassaden beraubt, so dass man wie auf architektonische Querschnitten das Innere von Zimmern und prunkvollen Sälen sah, auch Wendeltreppen, die in der Luft schwebten. In einer Nebengasse, die wir durchquerten, schien es lustig zuzugehen. Man sah Soldaten die Köpfe durch die blanken Sparren der Dächer stecken, andere hingen halb aus den Fenstern heraus. Sie liessen an roten Gardinenschnüren Burgunderflaschen herunterbaumeln, von denen ich, wie ein Fisch, der mit dem Köder abgeht, eine im Vorbeischreiten ergriff: 1937er Châteauneuf-du-Pape.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wir verliessen die Stadt auf der Strasse nach Donchery, an der ich Nachkommen der berühmten Pappeln, aber auch Ulmen sah. Im Staub zur Rechten lag eine herrliche Angorakatze mit schwarzem, sammetbraun durchstrahltem Pelz, doch wie ein Teppich breitgewalzt, und als ich, um den Anblick schärfer zu erfassen, mich vom Pferde beugte, stieg Aasdunst von ihr auf. In den Gärten glühende Päonien, dazwischen Kaninchen, die am Salat knabberten. Kurze Rast, zum guten Glück bei einem Speicher voll Stiefeln und Decken, aus dem ich unseren Fehlbestand ergänzen liess. Mein Küchenunteroffizier, der eine Zeitlang neben mir marschierte, erzählte mir, dass sein Grossvater 1870, sein Vater 1914 und er jetzt 1940 durch diesen Ort gezogen seien.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nicht fern von den berühmten Häuschen stand der General am Wege, begrüsste die Kompanie und fragte, während ich im Vorüberreiten meldete, nach meinem Wohlergehen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;       "Danke, gut, Herr General. Darf man den hoffen, dass man noch ins Feuer kommt?"&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;       "Sie kommen, Sie kommen - bei Saint-Quentin."&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Weiter durch diese erstaunliche Landschaften. In den Dörfern und Städten rauchte kein Herd, kreuzte kein Kind, kein lebendes Wesen unsere Bahn. Oft drückte ich mein Gesicht gegen Fensterscheiben und sah dann in den Zimmern gedeckte Tafeln mit Tellern und Gläsern, doch keine Gäste - das Bild jäh unterbrochener Mahlzeiten. In den Kirchen standen noch die silbernen und goldenen Geräte auf den Altären, und in den Palästen schien das Leben entschlafen wie in Dornröschens Schloss - tot, tot, tot. Sehr merkwürdig war, dass in den Orten lange Reihen von Stühlen den Bordstein säumten, vom einfachen Küchenschemel bis zum prunkvollen Sessel in Rot und Gold - aber alle leer, als sässen Geister darauf. Übrigens fragte ich den einzigen Einwohner, den ich antraf, nach den Vorgängen - er erzählte mir, dass Militär mit Lastwagen erschienen sei, zur Durchführung der Räumung binnen kürzester Frist. Der Maire sei betrunken gewesen und die Unordnung ausserordentlich. Das tröstete mich ein wenig, denn ich erkannte, dass die Bilder die mich bedrücken, in der Natur der Sache liegen und nicht auf uns allein zurückzuführen sind. Die Dinge sind so beschaffen, dass aus dem Haus, das aufgegeben wird, der Nomos schwindet; die Laren und Penaten bleiben nicht zurück. Auf alle Fälle lernt man aus solchem Anblick die mächtige, fast unsichtbare Arbeit würdigen, die durch die Familie geleistet wird.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das  Ganze ist ein ungeheures Foyer des Todes, dessen Durchschreitung mich gewaltig erschütterte. In einem früheren Abschnitt meiner geistigen Entwicklung versenkte ich mich oftmals in Visionen einer völlig ausgestorbenen und menschenleeren Welt, und ich will nicht bestreiten, dass diese dunklen Träumereien mir Genuss bereiteten. Hier sehe ich die Idee verwirklicht und möchte glauben, dass, wenn auch die Soldaten fehlten, der Geist sehr bald gestört sein würde - ich fühlte schon in diesen beiden Tagen, wie der Anblick der Vernichtung an seinen Angeln hob.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Während des Marsches unterhielt ich mich hin und wieder mit unserem Waffenunteroffizier, der treffende Beobachtungen macht und, als er Sinn dafür bei mir entdeckte, öfters mit dem Rad vorauseilte und wiederkam, gewissermassen um mir Bilder zu apportieren, die er im Fluge erfasst hatte. So meinte er, es sei seltsam, dass man alle Musikinstrumente bestimmt am ersten zertrümmert träfe - das ist ein Symbol für den unmusischen Charakter des Mars, und, wenn ich mich recht entsinne, schon auf dem grossen Bilde von Rubens vermerkt, das dem Thema "Mars und die Musen" gewidmet ist. Die Spiegel dagegen seien meist unbeschädigt - er erklärte das daraus, dass man sie zum Rasieren brauche; es hat aber wohl noch andere Ursachen. Zur Dämonologie gehört, dass sich trotz der Eile des Vormarsches immer Leute finden, die sich die Zeit nehmen, in den Fenstern der verödeten Häuser absurde Gegenstände zur Schau zu stellen - ausgestopfte Vögel, Zylinderhüte, Büsten Napoleon III., Probierpuppen und ähnliches.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Wege zerschmetterte Flugzeuge, von denen eines, hinter Sedan, auf ein Dach gefallen war, das es mit seinen Flügeln umklammert hielt. Im Aufschlag hatte es nicht nur das Haus verkohlt, sondern auch das Grün der Bäume, die es umringten, im weiten Umkreis fahl und dürr gebrannt. In einem Waldstück Tanks, daraus Leichengeruch.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Frühen Nachmittag in Boulzicourt, dort Quartier. Besprechung in einem Garten; ich fand die Gesichter der Offiziere ausgeprägter, die Physiognomien wie ausgeschmolzen, aus geläutertem Erz. Als ich auf dem Rückweg in der Dämmerung über den zertrümmerten  Martplatz kam, geriet ich in eine Art von Maskenball. Leute mit Zylindern, Strohhüten, Mützen von Eisenbahnbeamten und Tropenhelmen fuhren Karussell auf Motorrädern  und Autos ohne Reifen, die sie notdürftig in Gang gebracht hatten. Dazu die Häuser mit zerfetzten Fensterläden, die Türen mit Warnungen wie "Im Keller Leichen" oder "Achtung, Minen" - angeschrieben wahrscheinlich von solchen, die ihr Quartier gern für sich allein hätten. Ferner ein Schlachterladen, auf dessen Blöcken und Bänken noch das Fleisch in Massen lag; ein schrecklicher Dunst drang durch seine roten Gitter hervor.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ins Quartier, über eine kleine Brücke, an toten Pferden vorbei. Andere Tiere liegen in den Gärten, so eine grosse Dogge mit gelbem, von der Sonne des heissen Tages aufgeblähtem Fell. &lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In meinem Zimmer trank ich noch die Flasche Châteauneuf-du-Pape und dachte dabei an Burckhardt, dessen Lieblingswein das war. Man kann sagen, dass seine Befürchtungen sich erfüllt haben. Dazwischen blätterte ich in Papieren, die der Besitzer allen Anschein nach zusammengerafft und in der Eile doch vergessen hatte, so in seinem Ehekontrakt.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2172786115765253011?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2172786115765253011/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2172786115765253011' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2172786115765253011'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2172786115765253011'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/boulzicourt-27-mai-1940.html' title='Boulzicourt, 27. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2494126603859983591</id><published>2009-07-15T05:55:00.000-07:00</published><updated>2009-07-15T14:52:14.654-07:00</updated><title type='text'>Givonne, 26. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/Sl5PTdNHcNI/AAAAAAAAAaU/33xQxRHvrjU/s1600-h/Picture+1.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 224px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/Sl5PTdNHcNI/AAAAAAAAAaU/33xQxRHvrjU/s320/Picture+1.png" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5358807802293219538" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um fünf Uhr Abmarsch über Bertrix und Fays-les-Veneurs. Wieder die starken Zerstörungen. Die Einwohner scheinen in grösster Eile aufgebrochen zu sein. Oft sieht ein Haus von aussen noch sehr gut und wohnlich aus, doch wenn man durch die Fenster blickt, entdeckt das Auge den Stempel der Verlassenheit und äussersten Unordnung. Die Kühe stehen mit überfüllten, geschwollenen Eutern auf den Wiesen, von denen ihr klagendes Brüllen herübertönt. Nur auf den Strassen ziehen die Truppen, sonst sieht die Landschaft in ihrer Ausgestorbenheit und Menschenleere gespenstisch aus. Bald nachdem wir angetreten waren, kam der General vorbei, und wir erfuhren, dass wir heute statt Buillon, wohin wir die Quartiermeister entsandt hatten, noch Givonne erreichen sollten. Das war der zweite derartige Eingriff in unseren Marsch.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im Walde vor Fays-les-Veneurs begegneten wir einer Kolonne von über viertausend Gefangenen, fast nur Farbigen, die gleich einer Kostüm- und Völkerschau an uns vorbeizogen. Auch einige Europäer waren darunter, die meisten mit Weltkriegsorden und schon weissem Haar. Nach einem Platzregen hielten wir auf einer feuchten Wiese Mittagsrast.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Während des ganzen Nachmittags marschierten wir durch ausgedehnte Ardennenwälder bergauf, bergab. Über die französische Grenze – da ich in Abwesenheit des Kommandeurs gerade das Bataillon führte, sandte ich einen Melder zurück, um Spinelli das „Ran wecke!“ aufzutragen. Am Wege immer wieder ausgebrannte Autos, abgeschossenen Flugzeuge, Gräber, Hausgerät. Die  Wagen der Flüchtlinge glichen Schiffen; man sieht das Strandgut, wo sie gescheitert sind. Auch tote Pferde – bei einem ganz von Fliegen bedeckten, an dem wir vorbeikamen, meinte ein Melder: „Der kocht schon von innen“ und traf damit sehr gut den Zustand, in dem es sich befand. Zwischen dieses Chaos hindurch ziehen sich bereits die starken Kabel, an denen hin und wieder kleine Schilder hängen, die jeden, der sie beschädigt, mit dem Tode bedrohen. Es sind die Nervenstränge der Armee. Bei einer der Rasten besah ich ein kleines Werk, das, wohl um Panzerwagen aufzuhalten, gut eingebaut an einem Knick der Strasse lag. Die zierlichen Geschütze lugten noch durch die Scharten, Haufen von Hülsen waren um sie verstreut. Dann in den Stellungen, die das Werk umringten, bis plötzlich der Gedanke, dass Minen vor ihnen liegen könnten, mit das Studium verleidete.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Durch Bouillon, das eine alte Bergfestung überragt. Inmitten der Stadt zertrümmerte Häuser, niedergeworfene Strassenzüge, besonders rings um die alte Brücke in ihrem Kern. Leute kamen mit Weinflaschen vorbei; ich entsandte Rehm mit dem Fahrrad, um die Quelle aufzuspüren; er kam mit einigen Bouteillen Burgunder zurück. Wie er erzählte, war er in einem Heeresmagazin gewesen, in dessen Keller eine stark angeheiterte Gesellschaft beisammen sass. Überhaupt ist die Vormarschstrasse von Sekt-, Bordeaux-, und Burgunderflaschen gesäumt. Ich zählte wenigstens eine auf den Schritt, abgesehen von den Lagerplätzen, die aussahen, als ob es Flaschen geregnet hätte. Das gehört ja wohl bei einem Feldzug in Frankreich zur Überlieferung. Jeder Einmarsch germanischer Heere ist von einem Tieftrunk begleitet, wie ihn die Götter der Edda taten und dem kein Vorrat gewachsen ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Quartier in Givonne, mit Massenunterkunft im Schloss. Im Ort starke Verwüstungen; oft waren an den Stellen, an denen die Häuser gestanden hatten, nur ungeheure, mit gelben Wasser angefüllte Trichter zu sehen. Im Park frische Gräber deutscher Sanitätssoldaten, die dort durch Bombentreffer gefallen sind. Das Auto des Besitzers liegt, die Räder nach oben, im Schlossteiche. Ich schlief im Kinderzimmer neben einem Regal voll Bücher auf dem Boden und blätterte vorm Einschlafen noch in den Schulheften.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Givonne, Postkarte, vue générale, um 1930)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2494126603859983591?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2494126603859983591/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2494126603859983591' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2494126603859983591'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2494126603859983591'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/givonne-26-mai-1940.html' title='Givonne, 26. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/Sl5PTdNHcNI/AAAAAAAAAaU/33xQxRHvrjU/s72-c/Picture+1.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-821376683037628031</id><published>2009-07-14T08:10:00.000-07:00</published><updated>2009-07-15T05:01:29.235-07:00</updated><title type='text'>Neufchâteau, 25. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Morgen Abmarsch über Martelange. Dort war die Brücke zerstört, auch viele Häuser, wohl infolge von Sprengungen. Hier und dort sah man die Bauern schon wieder auf den Feldern arbeiten. Ists Zuversicht, ist es insektenhafter Trieb, was den Menschen so unverdrossen inmitten der Vernichtung zum Werke zwingt? Indem ich dies notiere, erhebt sich in mir die merkwürdige Replik: "Du führst ja auch Tagebuch."&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bolanges, Fauvillers, Vitry. Auf diesem Wege Spuren von Kämpfen zwischen Aufklärungsarbeiten, sehr übersichtlich, wie für einen taktischen Spaziergang aufgebaut. Man sah Häufchen von Hülsen an den Stassenrändern, daneben Gräber, dann Spuren von Panzerwagen, die sich auf den Feldern entwickelt hatten und von denen einer im Feuer geblieben war, und endlich eine Stassensperre, wieder mit Gräbern und belgischen Stahlhelmen darauf.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Traimont Mittagsrast. In einem Häuschen, aus dessen Brunnen ich Wasser holen liess, lud mich der Besitzer zu einer Tasse Kaffee ein. Ein Bauer von sechsundsiebzig Jahren - sagte übrigens septante-six statt soixante-seize. Hatte drei Kriege gesehen, besitzt drei Hektar Land, dazu Sohn, Schwiegertochter und sieben Enkelkinder. Ich gab den Kleinen, die sehr zutraulich waren, Geld für die &lt;a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Tirelire"&gt;"tirelire"&lt;/a&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Neufchâteau schlugen wir am Stadtrand Zelte auf. Die Stadt machte einen anarchischen Eindruck. Der grösste Teil der Einwohner ist geflüchtet, die Häuser stehen leer, der Hausrat ist zusammengeworfen. Ich teilte Nachtstreifen zur Aufrechterhaltung der Ordnung ein und unterrichtete die Mannschaft nochmals darüber, dass kein Grad der Zerstörung Übergriffe in Dingen des Eigentums rechtfertigen kann.  Zur Veranschaulichung liess ich Stroh, dass ich für die Zelte aus einer nahen Scheune beigetragen hatte, vor der Front durch den Rechnungsführer schätzen und seinen Preis der Besitzerin sogleich bar auszahlen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Eintritt in solchen Zonen wirkt immer lockernd - das merkte man auch bei der üblichen Befehlsausgabe, bei der wegen irgendeiner Pferdesache ein Wortwechsel zwischen den Offizieren entstand. Ich war neugierig, wie der Kommandeur sich verhalten würde. Er beschränkte sich darauf, zu sagen: "Meine Herren, wir wollen doch Kavaliere bleiben, sonst kommen wir nicht weit." Der kleine Satz wirkte gut, gleichsam aufweckend.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gegen zwei Uhr morgens Flakfeuer im Ort, doch keine Abwürfe. Tagsüber, wie immer, nur deutsche Maschinen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-821376683037628031?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/821376683037628031/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=821376683037628031' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/821376683037628031'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/821376683037628031'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/neufchateau-25-mai-1940.html' title='Neufchâteau, 25. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-3890983543690541116</id><published>2009-07-13T06:28:00.000-07:00</published><updated>2009-07-13T06:50:20.677-07:00</updated><title type='text'>Rambruch, 24. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Über Rollingen und Reckingen, mit dem Marschziel Hemstert in Belgien. In Säul erschien jedoch der Regimentskommandeur mit dem Befehl, rechts einzudrehen und Rambruch zu erreichen - offenbar eine Bewegung operativer Art.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Mittagsrast auf einer Wiese bei Ospern. Das Essen war wie immer pünktlich fertig und gut gekocht, da die Köche Tag und Nacht fast ohne Pause arbeiten. Beim Abmarsch liess ich daher den Schützen Rumke von der Küche holen und vortreten, worauf ich ihn, mit der Begründung, dass die Linsensuppe wieder vorzüglich geschmeckt habe, zum Gefreiten beförderte. Da dieses Argument noch einem jeden aus frischer Erfahrung einleuchtete, rief es grossen Beifall hervor.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wir marschierten durch die angenehme luxemburgische Weidenlandschaft bis Rambruch; dort lag ich in einem kleinen Café im Quartier. Besitzer war ein dicker, gemütlicher Mann, etwa dreissigjährig, vom flämischen Typ. Wenn es nur solche gäbe, hätte man keine Kriege, doch ununterbrochene Zechgelage auf dieser Welt. "Jungs, ihr trinkt doch kein Wasser?" begrüsste er, gelich Bier eingiessend, vier junge Arbeiter, die bei ihm eintraten.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-3890983543690541116?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/3890983543690541116/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=3890983543690541116' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3890983543690541116'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3890983543690541116'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/rambruch-24-mai-1940.html' title='Rambruch, 24. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-723906227299773864</id><published>2009-07-13T06:03:00.001-07:00</published><updated>2009-07-13T06:26:19.744-07:00</updated><title type='text'>Lintgen, 23. Mai 1949</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Abmarsch wie gewöhnlich. Beim Verladen der Waffen schnappte ich die Antwort eines Unteroffiziers auf, dem ein Fahrer widersprach:&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Es wäre mir lieber - - - -"&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Halten Sie den Mund! Lieber wäre es mir, wen ich hier eine Badeanstalt hätte."&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bei Echternach über die luxemburgische Grenze, deren Überschreiten ich mit einem "Ran wecke!" markieren liess. Das erste Haus an der Grenze war durch die Sprengung des Brückenhindernisses zerstört. Vor den Fenstern hingen die Jalousien herab. Hinter dem sehr sauberen Ort an der Strasse wieder einige Trichter; hier hatte man wohl eine Sperre gesprengt. Durch Altrier. Mittagsrast in einem kleinen Hofe, dort Unterhaltung mit dem Besitzer, einem Jagdhüter. Es fiel mir an diesem Manne, wie an den meisten Luxemburgern, die gewählte Sprache auf. Das liegt wohl daran, dass, statt wie gewöhnlich Luxemburger Platt, bei solchen Begegnungen Hochdeutsch nach dem Buche gesprochen wird. Auf diese Weise gewinnt man den Eindruck, dass der Rede Überlegung und sorgfältiges Bemühen vorangegangen sind - und entsprechend, dass sie an aufmerksame, nachdenkende Wesen gerichtet ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Starker Marsch nach Lintgen, dort bei einem Bäcker im Quartier. Der Ort war überfüllt von Soldaten und Flüchtlingen. Auch bei meinem Bäckermeister traf ich vertriebene Luxemburger an. So unterhielt ich mich beim Abendessen mit einer fünfzigjährigen Frau, die , wenn ich den Namen recht verstand, in Düttweiler gewohnt hatte, wo der Vormarsch auf die französische Grenze gestossen war. Sie hatte sich bei den Gefechten, die dort entstanden  waren, in den Keller begeben und darin ein paar Tage verbrachte, während Granaten ihren Garten verwüsteten. Eine von ihnen riss den Erker ihres Hauses ein, eine andere fällte den alten Apfelbaum. Splitter durchsiebten das Dach, die Hühner lagen mit abgeschlagenen Köpfen im Hof, die Schweine entliefen aus dem zerstörten Stall; das Bett, das sie im Keller aufgestellt hatte, wackelte. Dies alles erzählte die derbe Person, die sich derlei gewiss selbst in ihren tiefsten Träumen niemals hatte einfallen lassen, mit Heiterkeit, fast lachend, oder vielmehr mit einer starken inneren Fröhlichkeit, die mich lebhaft ergriff. Übrigens hatte sie noch bleiben wollen, wir hatten indessen den Ort geräumt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf dem Marsch erfuhr ich durch Urlauber, dass die Werke von Missburg, ganz nahe bei Kirchhorst, durch Bomben getroffen sind. Ich dachte dabei an Perpetua, die Kinder, meine Sammlungen und Manuskripte, die dort unter dem Dachboden lagern, ohne dass ich der Lampe Nigromontans schon würdig bin. Das ist in der Tat der totale Krieg, während dessen man an jedem Punkt der Existenz gefährdet ist.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-723906227299773864?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/723906227299773864/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=723906227299773864' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/723906227299773864'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/723906227299773864'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/lintgen-23-mai-1949.html' title='Lintgen, 23. Mai 1949'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4071348109812506503</id><published>2009-07-10T04:12:00.000-07:00</published><updated>2009-07-10T04:38:33.092-07:00</updated><title type='text'>Welschbillig, 22. Mai 1949</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlcoNOKgL1I/AAAAAAAAAaM/OK8Q1B-JqjY/s1600-h/De_Merian_Mainz_Trier_K%C3%B6ln_044.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 248px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlcoNOKgL1I/AAAAAAAAAaM/OK8Q1B-JqjY/s320/De_Merian_Mainz_Trier_K%C3%B6ln_044.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5356794489386053458" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wieder in aller Frühe Wecken, dann Marsch über Fell und Longuich durch das Moseltal, am Fusse der mächtigen, auf das sorgfältigste bestellten Weinberge entlang. Ich hatte dabei den Eindruck letzter Ausgeformtheit, der sich durch den Anblick der Brücken, der Bauten und der vor den Häusern stehenden Einwohner noch steigerte. Dazu Namen wie Dezem und Quint. Mir kamen die schönen Verse des Antonius in den Sinn. Hier ist unsere romanischste Ecke, abgesehen vom Südtirol. Die Wahl der Striche, in denen die Römer siedelten, hing nicht vom Zufall ab. Wir Menschen sind Wesen mit unsichtbaren Wurzeln, die überall zu leben wissen; Gedeihen aber bringt und nur der angemessene Ort.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Wetter war drückend, schwül; diesmal gab es weniger Fuss- als Magenkranke, dazu Erbrechen, Nasenbluten, Kopfschmerzen, Übelkeit. Nachdem wir in der grellen Sonne eines Steinbruchs in der Nähe von Ehrang Mittagsrast gehalten hatten, verspürte ich Schmerzen im Nacken und bestieg den braven Justus, der schlecht und recht dahinstolperte.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Während des Marsches erfuhren wir in den Dörfern und kleine Städten durch Lautsprecher von den gewaltigen Erfolgen des Angriffs, von denen ich, dem die ungemeine Zähigkeit der Fronten durch hundertfache Erfahrung zu einer Art von Dogma geworden ist, besonders überrascht wurde. Dieser Krieg weicht eben in allen Einzelheiten vom Schema des verflossenen ab, an das ich meine Gedanken daher nicht länger heften will.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Unterkunft in Welschbillig. Ich wurde hier in einem Hause, das auf römischen Grundmauern steht, bei einem Bauern einquartiert. Nachdem ich ein wenig geschlafen hatte, schickte mein Wirt mir durch Rehm eine Schüssel von Bratkartoffeln mit eingemachtem Rindfleisch, die zur Sättigung von drei Holzfällern genügt hätte. Das Verhältnis des Quartierwirts zum Soldaten ist ein besonderes, insofern es, ähnlich dem heiligsten Asylrecht, noch zu den Formen der uralten Gastfreundschaft zu rechnen ist, die man ohne Beziehung auf das Individuum gewährt. Der Krieger hat das Anrecht, in jedem Haus zu Gast zu sein, und dieses Vorrecht zählt zu den schönsten, die ihm sein Stand gewährt. Er teilt es einzig mit dem Verfolgten, dem Leidenden.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Historische Karte der Mosel, 1646)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4071348109812506503?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4071348109812506503/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4071348109812506503' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4071348109812506503'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4071348109812506503'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/welschbillig-22-mai-1949.html' title='Welschbillig, 22. Mai 1949'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlcoNOKgL1I/AAAAAAAAAaM/OK8Q1B-JqjY/s72-c/De_Merian_Mainz_Trier_K%C3%B6ln_044.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4905062528754693578</id><published>2009-07-08T12:54:00.000-07:00</published><updated>2009-07-08T13:12:51.208-07:00</updated><title type='text'>Bescheid, 21. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlT83v7ccVI/AAAAAAAAAaE/qkZ93SivryA/s1600-h/Cassiodor.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 216px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlT83v7ccVI/AAAAAAAAAaE/qkZ93SivryA/s320/Cassiodor.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5356183891539161426" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um drei Uhr Wecken, das mir Einblick in einen ausgesuchten Traum gewährte - ich unterhielt mich über den Stil von Cassiodor, und zwar mit einem ritterlichen Jäger des frühen Mittelalters, der ein feiner Kenner der Alten war. Dabei bereitete es mir im Gespräch keine Mühe, dass ich einmal ein Zeitgenosse des Autors, dann des Jägers und endlich des 20. Jahrhunderts war. Ich blickte wie durch ein Glas, in dem drei Farben sich vereinigten. Trotz der frühen Stunde erwachte ich sehr glücklich in der Erkenntnis, dass der Humus, aus dem mir das Wort erwächst, noch reich an unerschöpften Möglichkeiten ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In köstlicher Morgenfrische durchs Idartal, in dessen grünen Gründen die kleinen Achatmühlen nisten, baufällig und eingesponen wie Sitze der Alchimisten oder der Venediger. Man ahnt bei ihrem Anblick, dass sich hier das Handwerk zu hoher, magischer Stufe emporgeschwungen hat. Neben mancher von ihnen lagerten in Haufen die grauen, kindskopfgrossen Achatknollen. Edelsteinmühlen. Wo die Schätze gewaltig werden, verliert sich ihr Verhältniss zu Gelde; sie treten in eine höhere Ordnung der Kostbarkeit.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann bei steigender Hitze durch die Wälder des Hunsrück, über die Geschwader auf Geschwader nach Wetsen zog. Mittagsrast in Talling; hier erquickte mich eine Bäuerin mit einem Glas Buttermilch. Als endlich nach starkem Marsche die Quartiere an die Kompanien verteilt wurden, erhielt ich für die meine das Dörfchen Bescheid, das auf einem hohen Berge liegt. Zuvor wurde das Gepäck abgeladen, da wir den Tross im Tal zurücklassen mussten; und um die Mannschaft ein wenig zu ermuntern, nahm ich mit meinen beiden Offizieren drei recht gut gepackte Tornister auf. In dichten Staubwolken brach auf den steilen Schlangenpfaden der Schweiss in Strömen aus. Dennoch war dieser Marsch vielleicht das beste Mittel gegen meinen Katarrh, denn als wir auf dem Gipfel ankamen, fühlte ich auf der Brust Erleichterung. Ich übernachtete in einem kleinen Hause, in dem jedes Zimmer mit schönen Kupferstichen behangen war. An den Bildern erkennt man den Wert einer Einrichtung; sie sind die Siegel des Geschmacks.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="font-family:georgia;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="font-size:small;"&gt;(Bild: &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="font-family:georgia;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="font-size:small;"&gt;Illumination einer Handschrift des Codex Amiatinus. Man nimmt an, sie stelle Cassiodor dar.)&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4905062528754693578?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4905062528754693578/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4905062528754693578' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4905062528754693578'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4905062528754693578'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/bescheid-21-mai-1940.html' title='Bescheid, 21. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlT83v7ccVI/AAAAAAAAAaE/qkZ93SivryA/s72-c/Cassiodor.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-6656127966394890572</id><published>2009-07-08T10:14:00.000-07:00</published><updated>2009-07-08T10:23:36.815-07:00</updated><title type='text'>Idar, 20. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTWFOSwXjI/AAAAAAAAAZ8/1168rvSE9SA/s1600-h/762px-VanProuyen.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 252px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTWFOSwXjI/AAAAAAAAAZ8/1168rvSE9SA/s320/762px-VanProuyen.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5356141242074816050" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ruhetag in Idar. Am Vormittag in der Gewerbehalle, einer Art von Handelsmuseum, in dem Halbedelsteine in Hülle und Fülle zur Schau stehen. Besonders gefiel mir ein schalenartiger Schliff durch einen grossen Amethystenblock mit eingesprengten Achaten, derne Prunkaugen aus dem violetten Kristallschnee aufblühten. Zugleich empfand ich die eigentümliche Beängstigung, wie sie uns die Nähe der Gesteinswelt mit ihren Höhlen, Grotten und Schächten mitzuteilen pflegt, in denen der Geist, wie durch Zaubersprüche tief eingeschlossen, in kalter Schönheit in Fesseln liegt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Während des ganzen Tages summten die Flugzeuge, wohl Transporter, über den Talkessel hinweg. Am Abend tranken wir auf der Terrasse eine Erdbeerbowle im Vollmondschein.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Idar-Oberstein um 1875, van Prouyen)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-6656127966394890572?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/6656127966394890572/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=6656127966394890572' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6656127966394890572'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6656127966394890572'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/idar-20-mai-1940.html' title='Idar, 20. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTWFOSwXjI/AAAAAAAAAZ8/1168rvSE9SA/s72-c/762px-VanProuyen.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-817706632026550171</id><published>2009-07-08T09:57:00.000-07:00</published><updated>2009-07-08T10:14:17.849-07:00</updated><title type='text'>Idar, 19. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTTxq_6THI/AAAAAAAAAZ0/a0aPVgodb7o/s1600-h/192px-Wappen_Idar-Oberstein.svg.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 192px; height: 211px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTTxq_6THI/AAAAAAAAAZ0/a0aPVgodb7o/s320/192px-Wappen_Idar-Oberstein.svg.png" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5356138707159764082" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wecken um Mitternacht. Der Pfarrer empfing uns noch zu einer Tasse Kaffee in seinem Studierzimmer, in dem er die Predigt für den Sonntag vorbereitete. Da ich in den letzten Monaten viel in Pfarrhäusern lebte, gewann ich ein Organ für den atmosphärischen Unterschied in den evangelischen und den katholischen. Dergleichen lernt man nicht aus Geschichtsbüchern. Bei den Protestanten hat man auch das Gefühl von kleinsten Teilchen, die durch eine magnetische Anstrengung in der Schwebe gehalten sind. Es ist auch der Unterschied von alter und Leistungsaristokratie. Gedanken über das Unvermeidliche der Reformation. Man muss sich bemühen, das in der Einheit zu begreifen - so wie bei einem Wagen, wenn die Steigung wächst, ein zweiter Gang zur Wirkung zu bringen ist. Der Antrieb wird ethischer. Nichts spricht dagegen, dass es im weiteren Verlaufe zu &lt;i&gt;einer&lt;/i&gt; Kirche kommt, zur Organisation der Christenheit.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Marsch über Wolfstein, Oberjeckenbach und den Truppenübungsplatz Baumholder mit seinen ausgestorbenen Siedlungen, dann über Bollenbach bis Idar-Oberstein. Hier sollten wir zunächst bei Tiefenstein biwakieren, wurden nachmittags aber im Städtchen einquartiert. Beim Abmarsch traf eines der Pferde den Leutnant Wanckel mit dem Huf in die Leistengegend; wir mussten ihn forttragen.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wir kamen oben auf dem Berg bei einem Fabrikanten unter, der sich als heilkundig erwies und mir gegen meinen Katarrh einen guten Umschlag bereitete. Beim Abendessen Unterhaltung über Halbedelsteine, deren Handel und Verarbeitung am Orte blühen. Bereits die Römer unterhielten hier Achatgruben, und wie unser Quartierwirt sagte, bewahrten sich in Idar römische Familiennamen aus jeder Zeit. In der Tat sah ich beim Einrücken das Firmenschild eines gewissen Cäsar, der zum Überfluss noch den Vornamen Julius trug.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Wappen Idar-Oberstein, Rose-Forsthaken-Eichel)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-817706632026550171?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/817706632026550171/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=817706632026550171' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/817706632026550171'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/817706632026550171'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/idar-19-mai-1940.html' title='Idar, 19. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTTxq_6THI/AAAAAAAAAZ0/a0aPVgodb7o/s72-c/192px-Wappen_Idar-Oberstein.svg.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2414033557737079163</id><published>2009-07-08T09:48:00.000-07:00</published><updated>2009-07-08T09:56:35.884-07:00</updated><title type='text'>Grumbach, 18. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTPs5NkEKI/AAAAAAAAAZs/j71hOS_mLro/s1600-h/Grumbach1890.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 212px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTPs5NkEKI/AAAAAAAAAZs/j71hOS_mLro/s320/Grumbach1890.jpeg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5356134227029266594" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Über Lauterecken nach Grumbach, das lieblich in Obsthänge eingekesselt liegt. Ich wurde mit den Offizieren beim Pfarrer untergebracht.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Unser Tageslauf regelt sich jetzt so, dass wir bei Anbruch der Dunkelheit abmarschieren und bis zum Vormittag auf den Strassen sind. Dann Schlaf bis in den Nachmittag, Essen, Gewehrreinigen, Fussappell und Empfang des neuen Marschbefehls.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich bin unter dem Dach in einem Kämmerchen einquartiert, mit schönem Ausblick auf blühende Wiesen und Kastanien. Unter dem Mobiliar fällt mir ein abgenutzter Waschtisch mit schwarzer Marmorplatte auf, in der neben hellen Korallengliedern auch eine Muschel von der Grösse eines Hühnereies versteinert ist, im feinen Querschliff, der die hohen Rippen des Kammes gleich Stacheln und das Schloss gleich Zacken trägt. Das kleine Phänomen war, wie ich nachher beim Abendessen erfuhr, noch nicht beachtet worden, obwohl der Tisch seit Jahrzehnten im Hause steht.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Grumbach um 1890)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2414033557737079163?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2414033557737079163/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2414033557737079163' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2414033557737079163'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2414033557737079163'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/grumbach-18-mai-1940.html' title='Grumbach, 18. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlTPs5NkEKI/AAAAAAAAAZs/j71hOS_mLro/s72-c/Grumbach1890.jpeg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5518870717201364024</id><published>2009-07-08T09:38:00.000-07:00</published><updated>2009-07-08T09:48:00.101-07:00</updated><title type='text'>Kaulbach, 17. Mai 1949</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wieder ein tüchtiger Nachtmarsch durch die Hardtberge über Hochspeyer, Kaiserslautern, Otterberg nach Kaulbach. In Kaiserslautern fragte ich bei einer Stockung einen Luftschutzposten nach dem Weg. Dieser, ein älterer Mann, hatte sich dann wohl bei der Mannschaft nach mir erkundigt, denn nach einer Weile kam er mir nachgeeilt und stellte sich mir als Leser vor. Er brachte eine Flasche sehr guten Pfälzer Weines mit und überreichte mir ein Glas, das er, indem er mich eine Strecke geleitete, nicht leer werden liess. Diese Begegnung in der Finsternis hatte etwas Eigentümliches, Geistiges. Ich fühlte, dass man als Autor auch in der Dunkelheit zu Hause ist.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann Rast in einem Buchenwald, an dessen Rand die Äste bis auf den Boden hingen und Zelte bildeten, under denen wir vespertem. Hinter Otterberg ein totes Pferd am Wegrand - der erste Verlust. Unterkunft in Kaulbach, wo wir in einem Bauernhof bis tief in den Nachmittag schliefen und dann bei einem kleinen Festmal Keuneckes Geburtstag feierten.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wir marschierten also in westlicher Richtung durch die Pfalz und bewegen uns entweder auf die grosse Schlacht oder auf eine der geplanten Aktionen zu. Auch wächst, je weiter wir vormarschieren, die Möglichkeit, dass wir links abgedreht werden. Es geht mir dabei fast wie 1914, wo ich befürchtete, nichts mehr von den Gefechten abzubekommen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5518870717201364024?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5518870717201364024/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5518870717201364024' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5518870717201364024'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5518870717201364024'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/kaulbach-17-mai-1949.html' title='Kaulbach, 17. Mai 1949'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-6895461216530567430</id><published>2009-07-07T13:36:00.000-07:00</published><updated>2009-07-07T13:39:56.197-07:00</updated><title type='text'>Weidenthal, 16. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlOymHq7uUI/AAAAAAAAAZk/CB_BC8St0Fw/s1600-h/Wappen_von_Weidenthal.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 220px; height: 262px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlOymHq7uUI/AAAAAAAAAZk/CB_BC8St0Fw/s320/Wappen_von_Weidenthal.png" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5355820749837547842" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachtmarsch von Speyer nach Weidenthal. Während wir Neustadt an der Hardt durchschritten, kündeten die Sirenen Fliegeralarm, ohne dass es jedoch zu Abwürfen kam, die uns in den engen Strassen zu schaffen gemacht hätten. Der Marsch war angreifend. Wie immer bei solchen Anstrengungen traten verborgene, bis dahin unbekannte Talente hervor, so in der ersten Gruppe hinter mir, in der sich viel Witz entfaltete. Gegen sieben Uhr rückten wir in die Quartiere ein. Nach gutem Schlummer ging ich zur Post und sandte meine Manuskripte und Tagebücher nach Kirchhorst. Ich führe nur noch dieses Heftchen mit. Zum Abschied ass ich mit meinen beiden Offizieren, Keunecke und Spienlli, recht gut beim Bürgermeister, bei dem wir zu dritt gewohnt hatten. Die Bürgermeisterin bereitete uns am Tische den Salat.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Wappen von Weidenthal, Bischofsstab)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-6895461216530567430?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/6895461216530567430/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=6895461216530567430' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6895461216530567430'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6895461216530567430'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/weidenthal-16-mai-1940.html' title='Weidenthal, 16. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlOymHq7uUI/AAAAAAAAAZk/CB_BC8St0Fw/s72-c/Wappen_von_Weidenthal.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-3347184850031836632</id><published>2009-07-07T13:32:00.000-07:00</published><updated>2009-07-07T13:35:38.968-07:00</updated><title type='text'>Speyer, 15. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlOxRsKPyXI/AAAAAAAAAZc/PZyJ3zd7Ck0/s1600-h/Wappen_Speyer.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 188px; height: 207px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlOxRsKPyXI/AAAAAAAAAZc/PZyJ3zd7Ck0/s320/Wappen_Speyer.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5355819299343681906" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gegen Abend marschieren wir in guter Stimmung über Graben ab. Die Friedrichstaler hatten uns und die Pferde reich mit Blumen geschmückt und gaben uns noch bis in die Hardt Geleit. Wir schieden ungern von den guten Leuten, sie hatten uns verwöhnt. Dann brach die Dämmerung herein. Wolken von Maikäfern schwirrten über den Waldwegen oder kreisten um die schon fast kahlen Apfelbäume an der Landstrasse. Wie uns bei solchen Gelegenheiten fast immer eine kleine Beeinträchtigung stört, so war es diesmal ein Katarrh, der mich plagte; ich führe daher Emser Pastillen mit. Nach gutem Marsche kamen wir gegen Morgengrauen in Speyer an.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span"  style="color:#999999;"&gt;(Bild: Wappen von Speyer, Dom-Ansicht)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-3347184850031836632?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/3347184850031836632/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=3347184850031836632' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3347184850031836632'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3347184850031836632'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/07/speyer-15-mai-1940.html' title='Speyer, 15. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SlOxRsKPyXI/AAAAAAAAAZc/PZyJ3zd7Ck0/s72-c/Wappen_Speyer.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-115452998868350001</id><published>2009-01-20T07:15:00.000-08:00</published><updated>2009-01-20T13:11:02.639-08:00</updated><title type='text'>Friedrichstal, 14. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SXY94cZoDEI/AAAAAAAAAZU/-6Hj-5JGfWw/s1600-h/454px-Jenny_Lind_in_La_Sonnambula.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 242px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SXY94cZoDEI/AAAAAAAAAZU/-6Hj-5JGfWw/s320/454px-Jenny_Lind_in_La_Sonnambula.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293486451926240322" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Marschbefehl für heut abend, mit unbekanntem Ziel. Vorgestern hielt ich, gerade noch zur Zeit, ein Kompaniefest ab, zu dem wir unsere Quartierwirte einluden. Es gab Spargel aus Graben, Kaffee, Wein, Kuchen, dann Kabarett, zu dem auch eine Tanzschule aus Karlsruhe erschienen war. Gegen Morgen, nachdem ich in meiner Eigenschaft als Ortskommandant einige Male die Polizeistunde verlängert hatte, ging es im Saal und auf den Gängen recht munter zu - das um so mehr, als ich als alter Stosstruppenführer doch schlecht den Tugendwächter spielen kann.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich hatte dabei den Eindruck, dass der Geist der kleinen Einheit gewonnen hat. Die Männer sind in der Mehrzahl Magdeburger und als solche für mein Gefühl den Sachsen schon fast näher als den Niedersachsen verwandt. Sie sind lebhafter, geselliger, geschickt an den Machinenwaffen und an grobe Arbeit gewöhnt. Ein Zuruf, den ich öfters schweren oder unangenehmen Dingen gegenüber von ihnen hörte, gefiel mir so, dass ich ihn als Erkennungs- und Schlachtruf für uns einführte - und zwar "Ran wecke!", was eigentlich "Ran welche!" bedeutet, nämlich Hände, wo es zu schaffen gilt. So rufen die Vormänner auf den Magdeburger Rübenfeldern, wenn die Arbeit brennt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zur blossen Ausbildung muss noch ein anderes hinzutreten, ehe eine Truppe gut wird, nämlich das Verhältnis von Mann zu Mann, das den Zusammenhalt in den Atomen schafft. Dazu bedarf es immer einiger Zeit; man muss erst einen gewissen Lebensstoff miteinander abgesponnen haben, einen gemeinsamen Vorrat an kleinen Leiden und Freuden ansammeln. Man muss Geschichte ansetzten.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Abschied vom Hardtgrund, bei Spechts- und Kuckucksruf und in Begleitung einer badischen Nachtigall, zierlich und stimmbegabt wie Jenny Lind. Das tiefe, moosige Tannicht zwischen dem Hirschgraben und Linkenheim. Das feine, tockene der Kieferzapfen, aus denen der Sonnenglast die Samen sprengt. Dann im Unterholz versteckte Immenstand, der zur Befruchtung der Königin dient.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Jenny Lind, schwedische Opernsängerin, Sopran)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-115452998868350001?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/115452998868350001/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=115452998868350001' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/115452998868350001'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/115452998868350001'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/01/friedrichstal-14-mai-1940.html' title='Friedrichstal, 14. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SXY94cZoDEI/AAAAAAAAAZU/-6Hj-5JGfWw/s72-c/454px-Jenny_Lind_in_La_Sonnambula.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1766364143819163493</id><published>2009-01-06T08:50:00.000-08:00</published><updated>2009-01-06T09:07:27.092-08:00</updated><title type='text'>Friedrichstal, 10. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWOPytBGVwI/AAAAAAAAAY0/kDolEXPxjGo/s1600-h/Friedrichtsal_320.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 224px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWOPytBGVwI/AAAAAAAAAY0/kDolEXPxjGo/s320/Friedrichtsal_320.JPG" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5288228488703530754" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In der Nacht Träume von Geschwadern, die über das Haus hinwegzogen. Am Morgen, auf dem Schiesstand, erfuhr ich dann, dass es wirklich in der Luft so rege gewesen war. Es handelte sich um die Transporte nach Holland und Belgien. Damit tritt wohl der Krieg in seine Krisis ein, ohne dass sich indessen seine Dauer schon schätzen lässt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Nachmittag ritten wir mit dem Oberst lange durch die schönen Wälder und machten abends in Graben zum Spargelessen Rast. Während des Rittes kamen verschiedentlich Offiziere und Ordonnanzen auf Motorrädern mit Meldeungen - durch eine von ihnen wurde der Urlaub gesperrt. Wir ind jetzt auf Abruf gestellt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nur ungern scheiden wir von Friedrichstal, mit dessen Bewohnern wir uns recht befreundeten. Ihre Herkunft führt sich auf Hugenotten von Wallonenblut zurück, mit Namen wie Lacroix, Borel, Gorenflo - entstanden aus coeur-enfleurs. Sie brachten um 1720 die Kenntnis des Tabakanbaues mit und beliefern heute ganz Baden mit jungen Pflanzen, deren Beete man überall im Ort unter Rahmen von Ölpapier erblickt. So ziehen sie aus ihrer Erde zehnfachen Gewinn. Freilich erfordert dieser Anbau auch viel Sorgfalt und Mühe, und wie ein Sprichwort dieser Gegend sagt, kommen die Friedrichstaler nur kniend und einzig mit dem Kopf im Bett zum Schlaf.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dafür sind sie vermögender, heiterer, stets zum Vergnügen bereit und lassn gern etwas draufgehen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Friedrichstal um 1900)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1766364143819163493?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1766364143819163493/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1766364143819163493' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1766364143819163493'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1766364143819163493'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/01/friedrichstal-10-mai-1940.html' title='Friedrichstal, 10. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWOPytBGVwI/AAAAAAAAAY0/kDolEXPxjGo/s72-c/Friedrichtsal_320.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2752741629006565813</id><published>2009-01-06T08:29:00.000-08:00</published><updated>2009-01-06T08:50:39.359-08:00</updated><title type='text'>Friedrichstal, 8. Mai 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Regimentsübung, die durch die Länge der Hardt bis nach Teutsch-Neureuth spielte und an der ich mich als Schiedsrichter beteiligte. Der Morgen war frisch und klar; im Walde streiften die Hufe der Pferde durch Inseln blühender Maiglöckchen. Nach kurzem Gefecht um den Waldrand "Das Ganze halt". Seiner Besprechung legte der General den Satz zugrunde, dass die Entscheidung dieses Krieges nur durch den Angriff mit anschliessender Bewegung, und zwar im Westen, zu erwarten sei.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auch in der Kompanieausbildung streben wir den Angriff gegen weitgestreckte Ziele an; sie soll Mitte des Monats mit einer Besichtigung abschliessen. Ausserdem leite ich an zwei Tagen der Woche den Stosstruppendienst, zu dem jede Kompanie eine ausgesuchte Gruppe stellt. Wir üben entweder an einem kleinen Werk den Einbruch mit scharfer Ladung oder im Walde den umfassenden Angriff auf Bunker und Blockhäuser.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2752741629006565813?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2752741629006565813/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2752741629006565813' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2752741629006565813'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2752741629006565813'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/01/friedrichstal-8-mai-1940.html' title='Friedrichstal, 8. Mai 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5227304930018361558</id><published>2009-01-06T07:56:00.000-08:00</published><updated>2009-01-06T08:27:37.263-08:00</updated><title type='text'>Friedrichstal, 28. April 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im Hardtgrund, in dem sich noch ein Hauch uralter Wäldereinsamkeit erhalten hat. Gewitter, mit Blitz und Sonnenschein, dazu der Wirbel der Spechte nah und fern. Ein Schwarzspecht strich über mich hin, als ich in einem Eichenschlage auf dem Moos lag, und glitt dann spiralig einen alten Stamm hinauf. Das Tier ist doch nicht recht geheuer, zumal in dem Verhältnis des schmalen Halses zum grossen Kopf. Die starren Schwingen strahlen im Flug ein hörnernes Pfeifen aus; der wiehernde Schrei ist klagender als der des Grünspechtes. Der volkstümliche Name "Feuerhenne" ist gut gewählt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach solchen Stunden fällt es mir recht schwer, mich noch in die Geschäfte zu vertiefen; ich gerate ins Träumen, als müsste ich die Augen auf eine andere Entfernung einstellen. Die Einsamkeit der Wälder ist so herrlich, dem Eingang in feierliche Räume gleich.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf dem Tische blüht in einer Vase ein Fliegendes Herz - auch eins meiner Teststücke. Ich messe die Freude, die ich an ihm empfinde, und es scheint mir, dass sie noch niemals grösser war. Wie unzulänglich wird doch vor einem solchen Blütenzweige unser gesamtes System. Das sind Erklärungen der Not - wer aber erklärt den Überfluss?&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5227304930018361558?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5227304930018361558/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5227304930018361558' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5227304930018361558'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5227304930018361558'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/01/friedrichstal-28-april-1940.html' title='Friedrichstal, 28. April 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1135336123830927162</id><published>2009-01-06T07:37:00.000-08:00</published><updated>2009-01-06T07:53:50.652-08:00</updated><title type='text'>Friedrichstal, 23. April 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWN-Mi0Su9I/AAAAAAAAAYs/8gq0QADPCLk/s1600-h/treppe.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 207px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWN-Mi0Su9I/AAAAAAAAAYs/8gq0QADPCLk/s320/treppe.JPG" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5288209141432761298" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Erkältung in unangenehmen Stadium, das nicht flüssig werden will. Dazu am Vormittag Sturz vom Pferde, das  auf dem Übungsplatz in eine Grube trat, mit dem Kopf voran, glücklicherweise auf weichen Grund. Immerhin spürte ich eine kurze Betäubung, die auch noch anhielt, während die Männer mich abstaubten; ich stand zwischen ihnen wie ein Objekt. Abends mit der Post unangenehme Nachrichten.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachmittags im Bruchsaler Schloss mit dem berühmten Treppenhaus, von dem sich leider kein gutes Bild auftreiben liess. Neben den Treppen im Schloss von Meissen, die wie Spindeln in den massiven Stein gebrochen scheinen, sind diese die schönsten, die ich jemals sah. Die Überraschung, die ein solcher Bau hervorruft, wäre noch grösser, wenn man nicht hin und wieder bereits seine Nachbildungen gesehen hätte - doch ist der Eindruck &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;prima vista&lt;/span&gt; ein Vergnügen, das den Zeitgenossen vorbehalten bleibt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wenn wir fasten, um uns zu kurieren, handeln wir gleich einem Hausherrn, der seinen Koch für eine Zeitlang vom Dienst entbindet, weil er einen ungebetenen Gast hinauswerfen soll. Das Fasten ist grosse Medizin; sie gibt nicht nur Gesundheit, sondern auch Musse und geistige Macht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Treppenhaus Schloss Bruchsal, 1945 zerstört, 1970 rekonstruiert)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1135336123830927162?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1135336123830927162/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1135336123830927162' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1135336123830927162'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1135336123830927162'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/01/friedrichstal-23-april-1940.html' title='Friedrichstal, 23. April 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWN-Mi0Su9I/AAAAAAAAAYs/8gq0QADPCLk/s72-c/treppe.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-9022315401082004849</id><published>2009-01-05T08:09:00.000-08:00</published><updated>2009-01-05T09:26:20.913-08:00</updated><title type='text'>Friedrichstal, 20. April 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWJCS9-AEMI/AAAAAAAAAYc/bssD0YuWxUA/s1600-h/444px-Calonghi.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 237px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWJCS9-AEMI/AAAAAAAAAYc/bssD0YuWxUA/s320/444px-Calonghi.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5287861806126076098" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Morgen im Wald. Indem ich eine Rindenschuppe vom Stamme einer Rosskastanie abblätterte, erblickte ich darunter einen mir unbekannten Mycetophagus - ein länglich ovales, dunkelbraunes Tier mit violettem Schimmer, zackigen Binden und gesternten Makeln aus goldenem Haar. Das ist doch die reine Schatzgräberei.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Studium der Insekten zählt zu den Genüssen, die mit dem Alter zunehmen. Die Kenntnis der Arten, wie man sie in dreissig, vierzig oder auch sechtzig Jahren der Betrachtung erwirbt, gleich einer Pyramide, an deren Spitze jeweils das neue Fundstück steht. Es leuchtet ein, dass mit der Masse der Erfahrungen auch das einzelne an Wert gewinnt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Man könnte auch an ein Kreuzworträtsel denken, an dem das Vergnügen mit der Zahl der ausgefüllten Felder wächst. Aus diesem Grunde war das Leben von Männern wie Rösel, Dohrn, Fabre, Reitter, Seitz und Ganglbauer sicher sehr angenehm. Nur müssen wir, wenn ein so schönes Ackerfeld des Glückes uns anheimgefallen ist, uns vor den Seitensprüngen hüten, wie sie der junge Botaniker in Hoffmanns "Datura fastuosa" vollführt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Nachmittag im Zimmer gedämmert - ich beobachtete dabei, wie schon des öfteren, dass solch ein geschlossener Raum unter gewissen Voraussetzungen zur camera obscura wird. Man sieht die Menschen, die draussen auf der Strasse gehen, in grosser Schärfe auf der Decke oder an der Wand. Warum wohl in der Betrachtung dieser Schattenbilder ein bösartiger Genuss verborgen liegt?&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Abend schöner heller Vollmondschein. Wenn bei solcher Beleuchtung sich die Umrisse von Hecken, Zäunen, Lauben und anderen Gebilden auf den Boden abzeichnen, ergreifft uns zuweilen eine Stimmung, in der sich Bezauberung und Furcht vereinigen. Ich fragte mich schon oft, worauf sie beruhen mag, und meine, dass sich in diesem Schattenwerk die Formen zugleich enthüllen und vergeistigen. Sie treten in eine höhere Ordnung ein, in die der Unzerstörbarkeit, die ihrer Linienführung innewohnt. Die Dinge wirken in ihrem mathematischen Signet, stoffloser und mächtiger zugleich. Wir treten in Scheu in diese Schattengitter ein und scheinen, indem wir sie durchschreiten, mit nächtlicher Geisteskraft begabt. Doch halten wir zugleich den Atem an - wenn jetzt ein Zauberspruch erklänge, dann würden wir unwiderstehlich in die Materie gebannt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Casanova. Die Historiker, die ihm nachrechnen, sind doch sehr langweilig. Die Quellen ersten Ranges springen hier in den Memoiren und nicht in den öffentlichen Registern von Venedig, Paris oder Wien. Den Menschen enthüllt man nicht, indem man ihn der Lüge überführt - er enthüllt sich vielmehr durch die Art und Weise, in der er lügt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Casanova als Schauspieler. Kind von Schauspieler, Gefährte von Schauspielern. Seine Erscheinung, seine Spitzen, seine Diamanten, seine Dosen, sein Schmuck. Er fragt den Papst, ob er den ihm verliehenen Orden vom Goldenen Sporn mit Diamanten verzieren darf. Als Bernis ihm den Staatsauftrag erteilt hat, führt er ihn nicht als Diplomat, sondern als Schauspieler durch. Bei dem Gastmahl in Köln triumphiert er über den biederen Ketteler, der ihn wahrscheinlich an Substanz überlegen war, als Schauspieler. Ähnliche Züge spielen in das Duell mit Branicki ein, diese unerschöpfliche Quelle seiner Eitelkeit. Dort in Polen, wie überall wo er länger verweilt, mindert sich bald die Meinung, die man von ihm hegt. Er erwähnt das in seinen Aufzeichnungen, ohne dass es in seiner Erinnerung einen nachträglichen Schatten auf seine Triumpfe wirft. Das ist ein schauspielerhafter Zug; es genügt ihm, wenn er für den Abend blendet und glänzt. Dennoch könnte man nicht sagen, dass er den Sinnspruch "Mehr sein als scheinen" in sein Gegenteil verkehrt - und zwar deshalb nicht, weil Sein und Scheinen für ihn in einer besonderen Weise gleichbedeutend sind. Er ist Schauspieler von Geblüt; Bühnenerfolge sind daher für ihn real.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Übrigens - was kann er den ablügen? Etwa, dass er, der grosse Künstler auf diesem Gebiet, doch nur Frauen zweiten Ranges besessen hat? Es bleiben, Henriette eingeschlossen, Schauspielerinnen, Abenteurerinnen und Damen, die schlecht bei Kasse sind. Was Auswahl betrifft, gibt es andere Amatores, wie Byron, an denen man sich ein Beispiel nehmen soll. Merkwürdig, dass der Chevalier über alles, was Manon Baletti anbetrifft, nur dahingleitet. Sie nahm aber doch wohl den grössten Raum in seinem Leben ein - freilich &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;hinter&lt;/span&gt; den Kulissen, und davon spricht man nicht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wie erklärt sich die Anziehung, die dieser an Fehlern reiche Venezianer auf uns übt? Nach welchem Muster wählt unser Gedächtnis aus der ungeheuren Fülle derer, die jemals leten und sich hervortaten? Warum ist uns ein Vagabund wie Villon noch vertraut, während unzählige Ehrenmänner, die zu seiner Zeit einen Namen besassen, der Vergessenheit anheimgefallen sind? Dem muss das Mass an ungesonderter Lebenskraft zugrunde liegen, die, wie Saft aus den Wurzeln, in die Taten und Werke steigt - eine Kraft, in der wir jenseits aller Verdienste und aller Moral uns selbst erkennen, weil sie unser gemeinsames Erbteil ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Giacomo Casanova portraitiert von Alessandro Longhi)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-9022315401082004849?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/9022315401082004849/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=9022315401082004849' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/9022315401082004849'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/9022315401082004849'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/01/friedrichstal-20-april-1940.html' title='Friedrichstal, 20. April 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SWJCS9-AEMI/AAAAAAAAAYc/bssD0YuWxUA/s72-c/444px-Calonghi.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5189688067787522477</id><published>2009-01-05T07:31:00.000-08:00</published><updated>2009-01-05T08:09:49.967-08:00</updated><title type='text'>Friedrichstal, 16. April 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gestern, am Nachmittag, brach ein Föhnwind in das Rheintal ein, der mich indessen nicht wie sonst bedrückte, sondern belebte und erheiterte. Der Auwald erschien mir in der klaren Luft so königlich - das junge Gras durchsichtig, smaragden leuchtend, und die Pappeln als helle, schlanke Schäfte, in denen Anmut wohnt und deren hoher Wuchs den Menschen, der unter ihnen wandelt, mit Stolz begabt. Die ersten Schwalben spielten in den noch kahlen Kronen, die Enten strichen zu Paaren aus dem Röhricht der stillen Tümpel ab, das Bläshuhn tauchte leise in ihre Tiefe ein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um elf Uhr wurden wir abgelöst und marschierten bei hellem Mondschein bis Baaden-Oos, wo wir in einer Kaserne übernachteten. Bei Tagesanbruch fuhren wir mit der Bahn nach Bruchsal und erreichten von dort bei strömenden Regen die auf vier kleine Orte verteilte Unterkunft. Zwei Kompanien, darunter die meine, bezogen Quartier in Friedrichstal, einem der Haupplätze der badischen Tabakkultur. Ich kam im oberen Stockwerk einer kleinen Villa unter, die einem Zigarrenfabrikanten gehört, in einem Zimmer, von dessen Fenstern man einen schönen Ausblick auf die Hardt geniesst.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wir werden hier einige Wochen in Ruhe liegen und ausbilden.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5189688067787522477?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5189688067787522477/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5189688067787522477' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5189688067787522477'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5189688067787522477'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/01/friedrichstal-16-april-1940.html' title='Friedrichstal, 16. April 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-658214669768061308</id><published>2009-01-02T09:26:00.000-08:00</published><updated>2009-01-03T02:23:41.372-08:00</updated><title type='text'>Auwaldhütte, 14. April 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SV88is61nwI/AAAAAAAAAYU/5M28P7Yhv4A/s1600-h/Img0031X.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SV88is61nwI/AAAAAAAAAYU/5M28P7Yhv4A/s320/Img0031X.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5287011054427414274" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am frühen Morgen weckten mich die Maschinengewehre vom Panzerwerk „Roter Rhein“ – das neue in der oberen Scharte des Panzerturmes und das überschwere, das unseren rechten Flügel flankiert. Ich rief Erichson an und gab ihm Feuerbefehl. Dann fuhr ich, nachdem ich mich hastig angezogen hatte, mit dem Rade durch den Auwald nach vorn.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kurz vor dem Stand geriet ich in eine Garbe, die in die Pappelstämme klatschte, und suchte eilig den Verbindungsgraben auf. Spinelli, der bereits an Ort uns Stelle war und mit der Besatzung hinter der Betonwand des Bunkers stand, winkte mich richtig ein. Ich liess zwei schwere Gewehre auf die Scharten richten und teilte Scharfschützen ein. Dann ging ich, um noch einen guten Richtschützen zuzuziehen, zu Erichson, in dessen Kampfraum ich den Krankenträger fand. Er war damit beschäftigt, Erichson zu verbinden, der stark am Halse blutete, auch hatte er drei Schützen, die surch Splitter verletzt waren, mit Jod betupft. Sie waren alle benommen wie Fische, die plötzlich an die Luft gezogen sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich hörte, dass ein Schartentreffer mit lautem Knall und einem Feuerstrahl im Raum auseinandergeflogen war. Andere Geschosse hatten das Maschinengewehr am Lauf getroffen und das Zielfernrohr gekappt, das auf dem Tische lag. Zum Glück war auch Erichson nur leicht verletzt, so dass ich mich gleich wieder zu jenem Stande begeben konnte, der unser Brennpunkt ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Garbe strich noch durch den Wald, in dem mir der Verbindungsgraben zustatten kam. Freilich war er noch nicht durchlaufend ausgebaut, so dass es auch Stücke zu überspringen gab. Sehr gut die Kalkulation an Strecken, an denen es so über Deckung geht. Der Geist stellt immer eine scharfe Wahrscheinlichkeitsrechnung an, ehe der Körper springt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Vor dem Stande hatte Spinelli schon alles aufgebaut. Ich ging noch einmal an das Scherenfernrohr und visierte die Scharte an, aus deren Schlitz ein neues und stärkeres Gewehr als jenes vor unserer letzten Räucherung hervorragte. Nachdem ich den Richtschützen eingeschärft hatte, dass es von ihnen abhänge, ob der Beschuss ernsthaft erwidert würde oder nicht, gab ich das Feuer frei. In diesem Augenblick strichen drüben, wie vor einer Zauberhandlung, zwei Elstern mit leuchtend weissem und erzgrünem Schimmer von den Bäumen über die Kuppel ab.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann hämmerten die Gewehre, und die glühenden Garben trafen sich im Schartengrund. Zuweilen griffen die Geschosse höher und schnitten den Pappeln, die im Innenhof des Werkes wachsen, die Zweige ab, oder sie rutschten, und die Einschläge stäubten auf den Beton der Mauer und  spritzten in den Rhein. Andere zupften an der Trikolore, die neben dem Turme weht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich sah, wie drüben das Gewehr das Feuer sogleich erwiderte, doch hörte nach einer kurzen Spanne das Stossen der von einem leichten Dampf umspielten Mündung auf. Ich hatte das vorausgesehen, denn das Dauerfeuer hält die Waffe gleich einer Zange fest, da die Bedienung nicht wagt, die währenddessen zurückzuziehen. So schlägt man sie mühelos entzwei.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach diesem Zwischenspiel ging ich zum Frühstück und war dann, wie jeden Sonntag, in Iffenzheim bei Dr. Eiermann, zu Hecht und Moselwein. Der Morgen war rein, klar, frisch in den Farben; auch kehrt im Feuer das Bewustsein, das sich doch stets in Teilen ausserhalb befindet, als aufmerksamer Wächter in den Körper zurück. Man fordert in der Krisis die Aussenstände ein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Abend erfuhr ich, dass der pfenniggrosse Splitter, der Erichson getroffen hat, tief eingedrungen ist. Verletzungen am Hals sind immer peinlich, da sich durch diesen Teil die Lebensbahnen wie durch einen Isthmus ziehen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bei den Scharmützeln fühlt man sich hinter den Gewehren in der offenen Feuerstellung wohler als in den Bunkern am Feuerstand. Die winzigen Schlitze und Scharten, durch die das Auge des Verteidigers aus den festen Werken auf das Gelände späht, gleichen Magneten, die die Feuermassen des weiten Raumes auf sich ziehen. Auf diese Weise gerät die Mannschaft, wie in den  Taucherglocken der Tiefsee, unter Überdruck. Die Werke sind Mammute des Widerstandes, aber vielleicht gerade deshalb vom Aussterben bedroht, weil der Gedanke der Verteidigung so rein in ihnen zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Elstern, &lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;Pica pica&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-658214669768061308?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/658214669768061308/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=658214669768061308' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/658214669768061308'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/658214669768061308'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2009/01/auwaldhtte-14-april-1940.html' title='Auwaldhütte, 14. April 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SV88is61nwI/AAAAAAAAAYU/5M28P7Yhv4A/s72-c/Img0031X.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5161154557388019586</id><published>2008-12-27T07:44:00.000-08:00</published><updated>2009-01-02T09:23:58.954-08:00</updated><title type='text'>Auwaldhütte, 10. April 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SV5Nn0GAuBI/AAAAAAAAAYM/iGFKhzdjfoY/s1600-h/Schloss_Rastatt_1937_klein.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 286px; height: 182px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SV5Nn0GAuBI/AAAAAAAAAYM/iGFKhzdjfoY/s320/Schloss_Rastatt_1937_klein.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5286748358973634578" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Rastatt, als Zeuge in der Sache eines Schützen, der der unerlaubten Entfernung angeschuldigt war. Das Kriegsgericht tagte in einem der schönen Säle des alten Schlosses, und der Vorgang stellte sich mir in starker Weise als Ganzes dar. Ich sah die Richter, die Zeugen, die Wache, den Schreiber, den Angeklagten und auch mich selbst sehr aufmerksam am Werk und tief im Lebensraum.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In solcher Stimmung stellen sich mir Räume dieser Art als Zellen in einem grossen, uralten Bienenkorbe dar; wir trieben es da nicht anders, als man es vor vielen tausend Jahren in Ägypten, in China oder Babylonien trieb. Dies Unveränderliche Insektenhafte gab mir ein wenig Zuversicht und Heiterkeit, indem ich dachte: "Es steckt in allem doch ein Gesetz, das tiefer ist als die Kulturen, und selbst, wenn diese brechen, spinnt sichs immer von neuem an." Von diesem Optimismus profitierte auch der Angeklagte, indem mein Zeugnis ihn günstiger erfasste, als es, strengenommen, angängig war.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Abend, beim Teee in meiner Auwaldhütte, musste ich über diese Grillen lachen: "Bei schönen Frauen sind wir allen, die jemals waren, schliesslich noch ähnlicher. Solange diese auf Erden leben, kann es nicht gänzlich sinnlos sein." Dann tauchten Meerestiere, wie ich sie jenseits der Azoren gesehen habe, aus der Erinnerung - ein Wesen gleich einem Aale oder eine Schlange, graublau mit hellen Bändern, die brennendrote Portugiesische Galeere, Fliegende Fische in Pfauenaugenfarben und mit den Tropfenreihen, die, von den Flossensäumen perlend, den Meeresspiegel zeichneten. Sie zogen vorüber wie Bilder, die man an den Wänden der Speisesäle in Pompeji sieht, jedoch auf lapisblauem Hintergrund. Und alle diese Schätze gleichen doch nur Bruchstücken von Geschmeiden, wie sie der Zufall aus kristallenen Kammern hebt, sind nur ein Abglanz der unsichtbaren Fülle, die in der Tiefe lebt. Daher gerinnen sie uns auch, wenn wir sie mit Händen greiffen, oft schon in Augenblicken zu farbiger Gallerte und zu buntem Schaum.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wo solche Kleinodien achtlos dem Verderben ausgeliefert werden, muss ungeheurer Reichtum im Hintergrunde stehen. Wir kennen die Münzen und kennen die &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;Münze&lt;/span&gt; nicht. So kennen wir auch das Leben und kennen das &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;Leben&lt;/span&gt; nicht. Wir tasten uns an unseren Abstraktionen hin.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Meer kennt keiner, der nicht Neptun gesehen hat.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Schloss Rastatt, Postkarte aus dem Jahre 1937)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5161154557388019586?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5161154557388019586/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5161154557388019586' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5161154557388019586'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5161154557388019586'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/auwaldhtte-10-april-1940.html' title='Auwaldhütte, 10. April 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SV5Nn0GAuBI/AAAAAAAAAYM/iGFKhzdjfoY/s72-c/Schloss_Rastatt_1937_klein.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-7841537426866528618</id><published>2008-12-27T04:13:00.000-08:00</published><updated>2008-12-27T05:03:00.566-08:00</updated><title type='text'>Auwaldhütte, 8. April 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SVYlEhZPMLI/AAAAAAAAAX8/tvUvK_sBqBo/s1600-h/yburg_z.gif"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 215px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SVYlEhZPMLI/AAAAAAAAAX8/tvUvK_sBqBo/s320/yburg_z.gif" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5284451972379783346" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Vormittags ging ich wie gewöhnlich die Stellung ab, die hier viel kürzer als bei Greffern ist. Der schöne, einsame Rückweg hinter dem linken Flügel auf dem hohen Stege, der über den Altrhein führt. Dort pflege ich mich zu vergnügen, indem ich die zahlreichen Gefässe, die im Geniste angetrieben sind, mit der Pistole abschiesse. Die Flaschen spritzen in Scherben in die Tiefe, und die Kanister sinken langsam und zögernd ab.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann auf dem Altrheindamm, von dem aus ich lange die Yburg betrachtete. Bauten wie diese, die auf Kegelstümpfen errichtet scheinen, wirken auf das Auge besonders stark. Rodolphe hat ähnliche auf dem Atlantisbilde, das in Goslar in meinem Zimmer hing. Der Eindruck rührt daher, dass die Phantasie die Werke in Stellvetretung des abgeschnittenen Gebirges sieht. Da wirkt die volle Macht des Urgesteins im Bauwerk mit.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ganz ähnlich liegen die Dinge dort, wo die Bauten selbst in Form von Kegelstümpfen errichtet sind. Die Spitze scheint durch eine magische Haube ersetzt. Wir spühren im Anblick den Vorrat an unausgeformter materieller Kraft und damit die Nähe von unmittelbarer Macht. In unseren spitzen Türmen dagegen wird der Stoff aufs letzte ausgemünzt, so dass der Eindruck geistigen Strebens, geistiger Kühnheit überragt. Der Strom kann im Äther abfliessen. Auf dem Breughelschen Bilde vom Babylonischen Turm sehen wir beides: den fürchterlichen Koloss im Vordergrunde und dahinter, in grünen Nebeln, eine gotische Stadt. Hier schneiden, wie auf manchem seiner Werke, Magie und Mystik ineinander ein. Er sieht zwei Welten, gleich Herodot.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Indem ich so den Schwarzwaldhang beschaute, sprang aus dem gelben Schilf am Altrheinufer ein behendes Tier, rostbraun und fahl gescheckt, mit schwarzer Schwanzspitze, und tollte im Revier. Ich rief nachher den Führer des rechten Zuges, der Oberförster ist, deswegen an und hörte, dass es sich um einen Iltis handelte. In dieser Weise benutze ich gern die Kompanie als Lexikon.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Da die Franzosen im Panzerwerk "Roter Rhein" auch heute morgen wieder grundlos eine Serie von Schüssen auf unsere Stellung abgegeben hatten und ich ihnen überhaupt von meinem Geburtstag her noch gram bin, liess ich am Nachmittag zweihundertfünfzig Schuss Hartmunition mit Leuchtspur auf ihre Scharte feuern, aus der die Öffnung eines Maschinengewehrs blinkt. Ich sass mit Spinelli am Scherenfernrohr, und Erichson war am Gewehr. Er lenkte die Geschosse wie glühende Pfeile auf den Turm und fädelte sie dann in die Scharte ein, in der sie mit zähem weissem Qualm phosphorisch sprühend zerplitterten. Nachdem er den Gurt verschossen hatte, quoll lange, als ob es im Turme schmorte, Rauch aus der Scharte aus. Auch oben, aus der Öffnung des Periskops, stieg wie aus einem grossen Pfeifenkopf gelblicher Dampf empor.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gleich nach der Eröffnung des Feuers sahen wir, dass die Besatzung das Gewehr, als ob es festgenagelt würde, vergeblich zurückzuziehen suchte; dann kämmte sie von einer anderen Stelle aus mit ihrer überschweren Waffe das Ufer ab. Das Wetter war freundlich, und die Leute, die sich in diesen Tagen gelangweilt hatten, wurden munter, so das sich dergleichen öfter betreiben will.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Die Yburg, nahe Baden-Baden, Stich aus dem 18. Jahrhundert)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-7841537426866528618?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/7841537426866528618/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=7841537426866528618' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7841537426866528618'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7841537426866528618'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/auwaldhtte-8-april-1940.html' title='Auwaldhütte, 8. April 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SVYlEhZPMLI/AAAAAAAAAX8/tvUvK_sBqBo/s72-c/yburg_z.gif' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4572636199591193019</id><published>2008-12-27T03:26:00.000-08:00</published><updated>2008-12-27T03:58:50.264-08:00</updated><title type='text'>Auwaldhütte, 7. April 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Zinkofen, den ich in der Schilfhütte brannte, war aus dürftigem Metall. Die Glut erhöhte seine Farbe in ein sehr schönes, transparentes Rot.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach diesem Muster bergen die Dinge und birgt das Leben Eigenschaften, die uns im Alltag verschlossen bleiben, während der Übertritt auf andere Stufen, in andere Grade oder Zeiten sie offenbart.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So hat das Leben seine Maien- und Blütenwunder, die der nicht ahnt, der nur das Blattwerk kennt. Auch kann die höhere Potenz in Gliedern, Teilen und Schichten sicht entfalten - im Prachtgewand der Männchen bei Vögeln und Insekten, im Busen des Weibes, der nach Novalis die in den Geheimnisstand erhöhte Brust verkörpert, im echten Adel, in dem ein Volk in edler Erscheinung leuchtet, und im Dichter, in dem die Sprache in ihre Blüte tritt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ruhen im Menschen auch Qualitäten, die erst der Tod entfalten wird. Dann findet die Verwandlung nicht mehr in Schichten, sondern in der Fülle statt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ihr grossen Abenteurer - dies wird euer letztes und grösstes Abenteuer sein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4572636199591193019?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4572636199591193019/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4572636199591193019' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4572636199591193019'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4572636199591193019'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/auwaldhtte-7-april-1940.html' title='Auwaldhütte, 7. April 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2802437930141636822</id><published>2008-12-22T03:58:00.000-08:00</published><updated>2008-12-23T04:35:00.980-08:00</updated><title type='text'>Auwaldhütte, 29. März 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SVDa8YDrhDI/AAAAAAAAAX0/CC--k8w5IOg/s1600-h/stvct02.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 142px; height: 210px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SVDa8YDrhDI/AAAAAAAAAX0/CC--k8w5IOg/s320/stvct02.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5282963093690483762" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Morgen dieses 45. Geburtstages schien die Sonne sehr schön im lichten Pappelhain. Wie immer kam Rehm als erster in die Hütte, gratulierte und stellte Blumen und Orangen auf den Tisch. Dann zog ich mich an und las am offenen Fenster den 73sten Psalm.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach dem Frühstück trat ich unter die Pappeln, wo der Hornist den Willkommen blies, während der Kompaniertrupp mich in strammer Haltung erwartete. Sein Führer, Unteroffizier Fasbinder, überreicht mir eine Flasche Rotwein, an deren Hals ein Veilchenstrauss geheftet war.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann kamen Spinelli und der Hauptfeldwebel; der eine wünsche mir Glück im Namen der Offiziere, der andere im Namen der Kompanie. Sie überreichten mir ein Messer aus Elfenbein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich ging dann wie gewöhnlich die Stelung ab und traf bei der Rückkehr den Oberst, die Ärzte und die Führer der Nachbarabschnitte an, die ich mit Likören, Zigarren und Konfekt bewirtete. Es waren Briefe und Pakete angekommen, so dass die Hütte recht festlich anzuschauen war. Am meisten erfreute mich ein in genarbtes Leder gebundenes Tagebuch, das eine Leserin für mich gefertigt hatte und das den roten Cucujo, eines meiner geheimen Wappentiere, als Zeichen trug.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So rückte der Mittag heran. Zum Kaffee gedachte ich in Gesellschaft von Spinelli den grossen Kuchen anzuschneiden, den Oberstleutnant Vogler mir aus Baden-Baden gestiftet hatte, und stand gerade im Begriff, den Höhrer vom Telefon zu nehmen, als im Auwald das Hämmern eines überschweren Maschinengewehres erklang. Gleich darauf wurde von Stand 47 ein Krankenträger angefordert; ich liess mir daher ein Fahrrad bringen, um zu sehen, was es gab.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In diesem Stande steht eine Abwehrkanone hinter einem zu leichtem Panzer, der neulich schon von einigen Treffern durchschlagen worden war, die sich dann noch im Schutzschild abgedrückt hatten. Ich traf den Führer, Unteroffizier Neumann II, mit seine Leuten auf dem freien Platze vor dem Bunker und erhielt von ihm Bericht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Dinge lagen so, dass kurz nach Mittag ein Wachtmeister und ein Gefreiter von der nahen Artilleriebeobachtung gekommen waren, beide Neulinge am Ort. Der Wachtmeister äusserte den Wunsch, die von Geschosseinschlägen besäte Stirnwand des Bunkers zu photographieren, und ohne auf Warnung des Unteroffiziers zu hören, stieg er, gefolgt von dem Gefreiten, über den hohen Aufwurf des Werkes zum Rheinufer hinab. Im gleichen Augenblick begann von drüben, aus dem Panzerwerke "Roter Rhein", in dem rabiate Burschen hausen, ein Maschinengewehr zu spielen, und die beiden Artilleristen bleiben auf der grünen Böschung liegen, die weithin sichtbar ist. Der eine hatte noch gerufen, vom anderen hatte man nichts mehr gehört.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachdem ich den Ort besichtigt hatte, beschloss ich, die beiden zu bergen, was freilich auf dem Wege, den sie genommen hatten, unmöglich war. Vielmehr musste links von dem Bunker ein breiter Drahtverhau zur Annäherung durchschnitten werden, und zwar derart, dass die Arbeit durch einen Saum von dürrem Gras getarnt wurde, das zwischen den Uferbäumen wuchs.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Inzwischen war auch Spinelli angekommen, und wir folgten den Leuten, die kriechend die Gasse schnitten, bis nach einer guten halben Stunde der Weg geöffnet war. Zwischen den Bäumen hingen noch einige Tarnmatten aus gelbem Rohr, die gegen den gröbsten Einblick deckten, dann waren bis zu den beiden liegenden Gestalten noch etwa fünfzehn Schritte zu tun. Die Feste "Roter Rhein" war gegen vierhundert Meter weit entfernt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich hatte mit Spinelli, der nicht nur ein gewiegter Reisender in Gewürzen, sondern zugleich ein wackrer Leutnant und meine gute Stütze ist, beschlossen, dass wie den Gang tun wollten; ich fühlte mich dazu aufgelegt. Auch Spinelli war guter Laune und schritt eilig auf das Ende der Tarnung zu. Als ich ihm folgen wollte, erschienen hinten in der Gasse Leutnant Erichson von der Vierten und bat mich lebhaft, sich beteiligen zu dürfen - er habe "so was noch nie mitgemacht". Ich fand indessen die Partie schon reichlich besetzt und gab ihm den Auftrag, die Bergung zu sichern, indem er die Scharte des Panzerwerks auf dem Visier behielt. Dann schritt ich eilig mit Spinelli auf die grüne Böschung vor. Hier sah ich den Gefreiten liegen; ich fasst ihn an und fand ihn noch warm. Dennoch waren die Glieder bereits ein wenig steif. Der Wachtmeister lag neben ihm; wie er mir zurief, war er nur leicht gestreift, sonst unverletzt. Darauf befahl ich ihm, den Toten am Kopf zu fassen, während Spinelli ihn an den Beinen und ich ihn am Koppel trug.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In dieser Ordnung taten wir einige Schritte, dann hüllte uns pfeifend und knallend die Garbe der überschweren Waffe des Panzerwerks ein. Ihre Geschosse klatschten durch die dicken Pappeln, zerschellten am Bunker, klirrten durch die Drähte und rissen Furchen im grünen Boden auf. Wir warfen uns nieder; ich fühlte die Beine des Toten neben meinem Kopfe, während ich unter dem Drahtverhau in einer flachen Mulde lag, wie Hühner sie ausscharren. Ich spürte den Schlag, mit dem ein neuer Treffer ihm den rechten Arm zerbrach. Sie hielten uns unter Feuer, während die hochgestäubte Erde uns in die Haare rieselte und sich ein Dunst von funkendem Metall verbreitete.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Übrigens bat Spinelli mich während dieser Spanne, mein linkes Knie mehr anzuziehen, das zu offen lag. Ich schätzte das umso höher, als er eigentlich noch ungedeckter als ich am Uferrand in Stellung gegangen war. Dann setzte Erichson mit seiner Waffe ein und legte das Feuer durch Gegenfeuer lahm. Wir bliben noch eine ganze Weile an den Boden gepresst; endlich krochen wir hinter den Matten durch die Gasse zurück.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich wollte nun die Kanone fertig machen lassen, doch zeigte sich, dass ein Geschoss der Garbe, die uns gegolten hatte, die Scharte durchflogen und dann die Rücklaufbremse angeschlagen hatte, so dass die Waffe beschädigt war. Wir standen hinter der Bunkermauer, während ein neuer Hagel von Geschossen die Stirnwand des Nachbarwerks aufstäuben liess. Ein Klümpchen von geschmolzenem Blei traf auf das Achselstück des Assistenzarztes; es klemmte sich dort gleich dem Stern eines Oberarztes fest und gab zu einer Fülle scherzhafter Glückwünsche Veranlassung.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im Abenddämmern holten wir, gemeinsam mit seinem Batteriechef, den Toten ein. Ich war dabei, als ihn der Stabsarzt, um die Wunden zu betrachten, eintkleiden liess, und sah den schweren Treffer am Arm, der schon nicht mehr geblutet hatte, und viele Verletzungen am Leib, aus deren einer eine kupfern Kugel fiel. Unmittelbar tödlich aber musste ein überschwerer Treffer am Hinterkopf gewesen sein; er hatte die Schädeldecke durch eine lange fast spannentiefe Furche ausgepflügt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wiederum, wie schon so manches Mal an solchem Ort, bemerkte ich deutlich die gereizte Stimmung, die um den Hingestreckten waltete. Sie äusserte sich bei denen, die ihn entkleideten und seine Sachen verwahrten, doch auch bei denen, die ihn betrachteten. Das ist ein tiefer Zug, in dem sich ein verborgenes Schuldverhältnis offenbart.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So endete mein Geburtstag, der sich mir in der Erinnerung erhalten wird.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: "Cucujo", &lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;Pyrophorus noctilucus&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2802437930141636822?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2802437930141636822/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2802437930141636822' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2802437930141636822'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2802437930141636822'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/auwaldhtte-29-mrz-1940.html' title='Auwaldhütte, 29. März 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SVDa8YDrhDI/AAAAAAAAAX0/CC--k8w5IOg/s72-c/stvct02.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-35690488304693277</id><published>2008-12-16T04:47:00.000-08:00</published><updated>2008-12-17T12:38:23.211-08:00</updated><title type='text'>Auwaldhütte, 28. März 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUgfX7jk0yI/AAAAAAAAAXs/MpnicleMDIE/s1600-h/16003.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 233px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUgfX7jk0yI/AAAAAAAAAXs/MpnicleMDIE/s320/16003.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5280505059076264738" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Seit zwei Tagen hause ich in meinem neuen Gefechtsstand, einer Holzhütte inmitten des lichten Auwaldgürtels, der den Rhein und die verschlungenen Altwasserarme vor Iffenzheim umschliesst. Erhöte Stege führen zu den Kampfbunkern am Flussufer.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In den Nächten ist es noch kühl, trotzdem läuten die Unken in den Waldteichen. Aus den Erlenbüschen schnurrt das jähe, automatische Kollern der Fasanenhähne, und in den Schilfgürteln ertönt das Flattern der Enten und das hörnerne Quäken der Teichhühner. Auch fischen graue Rheier auf den Sandbänken. Ganz nahe meiner Hütte hält eine Häsin zwei Junge im Nest, die sie bei rauhem Winde unter Blättern verscharrt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gleich nach meiner Ankunft in Iffezheim machte mich eine Grippe bettlägrig. Ich half mir durch eine starke Schwitzkur auf. Viel wirkte auch die gute Pflege des Dr. Eiermann und seiner Gattin, bei denen ich im Quartiere lag. Die Krankheit stellt eine Frage an unsere Lebenskraft; wir geben die Antwort durch Erhöhung der Lebenszeichen, wie der Flüsse, der Wärme des Blutes und der Geisteskraft, die in den Fiebern tropisch wird. Bedeutend sind auch die labyrinthischen Anstrengungen während der Fieberträume; wir tasten uns zu den verborgenen Schätzen der Gesundheit vor. Im Grunde findet wohl eine Prüfung des Herzens statt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Lektüre während der Genesung: Moltke, "Gespräche", die soeben in Hamburg herausgekommen sind. An diesem Geiste sticht vor allem die Sparsamkeit hervor, wie sie auch physiognomisch an den schmalen Lippen sichtbar wird. Wenn man die alte Ritterschaft mit einem reichen und fein verästelten Kristall vergleicht, dann ist hier jeder Zierat hinweggeschmolzen und ausgespart. Dennoch sind alle Haupt- und Richtungsachsen unversehrt geblieben;  und so kommt es, dass diesen kargen Menschen mythischer Glanz umwebt. Wie zart ist etwa sein Mitgefühl mit dem besiegten Gegner, wie mit Napoleon und Benedek. Er steht im absoluten Range höher als Bismarck, der zwar von reicherem, doch auch gemischterem Metalle war. &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;Der&lt;/span&gt; war dem Zeitgeist näher und konnte dem Gegner in gleicher Münze zahlen, während ein Degen von reinem Erz nur noch im Heere und im alten Lehensverband möglich war.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann blätterte ich in Bänden von "Atlantis", einer Zeitschrift, die in manchem Jahrgang recht gut gelungen ist und die mich an das alte, solide "Pfennig-Magazin" erinnert, das ich, gleichfalls im Fieber, bei Celsus in Norwegen las.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Aus einem Aufsatz über China zog ich einige Sentenzen aus, die mir behagten:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Wenn einer den Mund hält, werden seine Wiorte sprichwörtlich."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Du kannst nicht zu einem Brunnenfrosch vom Ozean sprechen."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Wer einen Tiger reitet, kann nicht mehr absteigen."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Endlich las ich das letzte Buch von Henry de Montherlant, der sehr gewonnen hat. Ich zähle ihn, ähnlich wie T. E. Lawrence, Saint-Exupéry, Quinton, zu der ganz kleinen, hohen Ritterschaft, die aus dem Weltkrieg hervorgewachsen ist. Erst wenn die Glut erkaltet, treten die Diamanten aus schwarzem Kohlenfluss hervor.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Zeitschrift "Atlantis", 1929 - 1964)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-35690488304693277?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/35690488304693277/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=35690488304693277' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/35690488304693277'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/35690488304693277'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/auwaldhtte-28-mrz-1940.html' title='Auwaldhütte, 28. März 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUgfX7jk0yI/AAAAAAAAAXs/MpnicleMDIE/s72-c/16003.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5592895183288513744</id><published>2008-12-15T04:07:00.000-08:00</published><updated>2008-12-15T04:15:03.221-08:00</updated><title type='text'>Iffezheim, 17. März 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Iffezheim, als Führer der Reservekompanie. Die schönen Tage von Karlsruhe sind vorüber, wo man lebte, wie der Soldat in Etappen lebt. Als Führer eines Transportes konnte ich einen Tag in Kirchhorst rasten, war bei Perpetua, den Kindern und Friedrich Georg. Wie kostbar ist doch ein solches kurzes Wiedersehen - als die Bestätigung, dass man im Innern seiner Liebsten lebt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann Aufenthalt in Freiburg, einer Perle unter den Städten, in der sichs träumen lässt. Im "Falken" weihte ich auch dem Erasmus ein stilles Glas - das ist ein Geist, den man in Zeiten der Sicherheit leicht unterschätzt. Übrigens beginne ich mich mit dem deutschen Rotwein zu befreunden; mir scheint, dass er doch feinere, verborgenere Gänge der Phantasie erschliesst. Die Kellnerin in der kleinen alemannischen Stube, in der ich zweimal speiste - ein Wesen, dessen Nähe ich als angenehm empfand. Die Frauen merken das auch ohne Wort und Blick. Am Schluss des Mahles nahm sie dem Ober, der abtragen wollte, diue Flasche aus der Hand - sehr schöne Geste, ganz im Geist des Standes: "Diese Bedienung behalte ich mir vor."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5592895183288513744?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5592895183288513744/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5592895183288513744' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5592895183288513744'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5592895183288513744'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/iffezheim-17-mrz-1940.html' title='Iffezheim, 17. März 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1705014098296969352</id><published>2008-12-14T05:39:00.000-08:00</published><updated>2008-12-14T05:42:19.144-08:00</updated><title type='text'>Karlsruhe, 10. März 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zur erotischen Fortifikationslehre: vor allem vermeide jene vertrackte Art von Vesten, bei denen die Aussenforts gleich unter dem ersten Angriff fallen, die Zitadelle aber unüberwindlich bleibt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In der Nacht träumte ich von einem ganz unsinnigen Ereignis und hörte dabei eine Stimme sagen: "Wie könnte Derartiges geschehen, wenn es nicht zur Belehrung dienen soll?"&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das ist insofern richtig, als der Kosmos in einer seiner Perspektiven rein pädagogisch geordnet ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1705014098296969352?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1705014098296969352/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1705014098296969352' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1705014098296969352'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1705014098296969352'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/karlsruhe-10-mrz-1940.html' title='Karlsruhe, 10. März 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-8776029278599121053</id><published>2008-12-14T05:21:00.000-08:00</published><updated>2008-12-14T05:38:52.516-08:00</updated><title type='text'>Karlsruhe, 1. März 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUUMaCTI0KI/AAAAAAAAAXk/2TgUnJI8vAo/s1600-h/drymar_dib.gif"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 243px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUUMaCTI0KI/AAAAAAAAAXk/2TgUnJI8vAo/s320/drymar_dib.gif" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5279639779595047074" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ist ein wenig wärmer geworden, doch liegt der Schnee noch hoch in den Waldschlägen, und der Frost hält sich tief im Boden versteckt. Auch zieht es in den Nächten wieder an. Das war ein Winter, der die Sehnsucht nach dem Frühling heftiger weckt, gleich dem von 1928/29, auf den ich dann nach Marseille und zu den Balearen fuhr.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Vom Schiessen zurückkehrend, ritt ich durch einen alten Eichenschlag der Hardt und dachte, so halb im Sinnen: "Das müsste Weide für einen Schwarzspecht sein." Im gleichen Augenblick, wie aus dem Gedanken heraus geboren, sah ich das Tier, zum zweiten Mal in meinem Leben, mit glutrotem Schopf aus einem dürren Wipfel im Wellenflug abstreichen. Ich fasste das beinahe als ein Wunder, wie eine eigene Schöpfung auf - ganz ähnlich wie in den Träumen sich die Dinge nähern, an die man denkt. Und doch gings mir mit Blumen, Tieren und auch mit Menschen schon oft im Leben so. Das ist auch eine der höheren Stufen und der unerhörten Reize bei der Insektenjagdt, und der ganz gelehrte Apparat nur Handhabe dazu. Wo immer uns das Gefühl der Harmonie mit Macht ergreift, springen die Einzelheiten zauberhaft und gleich dem letzten Pinselstrich hinzu.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So ists vor allem mit dem Augenblick des Glückes selbst. Die Dinge sind gestimmt; die Welt steht im Akkord. Nun hängt es von uns ab, ob wir das "Sesam" sprechen wollen, das uns den Überfluss erschliesst.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;Dryocopus martius&lt;/span&gt;, Der Schwarzspecht)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-8776029278599121053?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/8776029278599121053/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=8776029278599121053' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8776029278599121053'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8776029278599121053'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/karlsruhe-1-mrz-1940.html' title='Karlsruhe, 1. März 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUUMaCTI0KI/AAAAAAAAAXk/2TgUnJI8vAo/s72-c/drymar_dib.gif' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5517806445101170523</id><published>2008-12-13T15:40:00.000-08:00</published><updated>2008-12-13T15:49:18.533-08:00</updated><title type='text'>Karlsruhe, 28. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zu manchen Dingen dieses Lebens braucht man Katalysatoren - so, wenn man leichte Mädchen kennenlernen will, einen billigen Kompagnon.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Nachmittag hörte ich zum ersten Male meine Stimme, und zwar von einer Wachsplatte. Zu meinem Erstaunen besass sie durchaus den Tonfall jener eingefleischten und geistig prüden Hannoveraner in mittleren Jahren, die mir seit jeher unangenehm gewesen sind. So wenig kennen wir uns.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Abend traf unerwartet Friedrich Georgs neuer Gedichtband "Der Missouri" ein, den ich sogleich zu wiederholten Malen las, mit immer wachsender Erheiterunng. Wieder, und stärker noch als im "Taurus", der Eindruck der hohen und durch nichts zu hemmenden Kraft. Hier setzt sich der Geist des Vaterlandes wie ein Lichtstrahl in der Geraden fort. Als günstig im Sinne wachsender Gesundung empfinde ich die Wendung vom Trockenen zum Feuchten - vom heissen Feldgestein, auf dem die Schlangen spielen, zum grossen Strom. Sehr schön, dass sich damit indessen nicht zugleich das Mass auflockert, sondern strenger, wenn auch geheimer, kristallisch-verborgener, wird.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5517806445101170523?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5517806445101170523/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5517806445101170523' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5517806445101170523'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5517806445101170523'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/karlsruhe-28-februar-1940.html' title='Karlsruhe, 28. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1807416525055264245</id><published>2008-12-13T15:34:00.000-08:00</published><updated>2008-12-13T15:40:06.873-08:00</updated><title type='text'>Karlsruhe, 25. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das ängstliche Forschen nach dem Übersinnlichen und nach sichtbaren Zeichen aus seiner Sphäre verrät Adepten minderen Ranges - unbekannt mit der gleich dem Äther alles belebenden Geistesgewalt. Die Spiritisten schossen in dieser Richtung den Vogel ab. Wenn mann, wie sie, in der Erwartung übersinnlicher Besuche zunächst die Sinne bis auf das letzte schärft, erinnert man an einen Physiker, der Flammen im luftleeren Raum studieren will.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf solchen Sorgen verfällt man nur in der höchsten Sekurität.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Glaube ist gleich dem Sauerstoff ein Hinzutretendes. Daher geschehen Wunder nicht jedem und nicht überall. Der flammende Busch.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1807416525055264245?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1807416525055264245/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1807416525055264245' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1807416525055264245'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1807416525055264245'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/karlsruhe-25-februar-1940.html' title='Karlsruhe, 25. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1785577697426603969</id><published>2008-12-13T15:26:00.000-08:00</published><updated>2008-12-13T15:33:29.223-08:00</updated><title type='text'>Karlsruhe, 24. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In der Nacht zum 23. Februar rückten wir aus der Stellung ab und übernachteten in Rastatt, einem der Brennpunkte dieser Oberrheinfront. In der nächsten Nacht marschierten wir weiter bis nach Karlsruhe, beide Male bei hellem Vollmondschein, in dem die Schwarzwaldkuppen weithin schimmerten. Merkwürdig sind die Farben in solchen Nächten - Mondfarben, gleichsam als Ahnungen von Farben ausgeprägt. Man sieht sie nur, wenn man sie sucht. So gibt es viele Dinge in der Welt, die man erst wahrnimmt, wenn man Kenntnis von ihnen hat. Und andere sind, die man niemals sieht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wir hausen hier in der Forstner-Kaserne, in der ich eine angenehme Wohnung in meinem Kompaniebereich bezog.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1785577697426603969?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1785577697426603969/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1785577697426603969' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1785577697426603969'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1785577697426603969'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/karlsruhe-24-februar-1940.html' title='Karlsruhe, 24. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1800531578847960449</id><published>2008-12-13T04:30:00.000-08:00</published><updated>2008-12-13T05:04:11.949-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 22. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUOynGeczqI/AAAAAAAAAXc/EcheF_TeFuA/s1600-h/586px-Gray508.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 313px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUOynGeczqI/AAAAAAAAAXc/EcheF_TeFuA/s320/586px-Gray508.png" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5279259573031325346" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gestern, in der Nacht vor der Ablösung, lag das erste Feuer auf dem Abschnitt. Ich hörte im Halbschlaf zunächst vereinzelte Schüsse und Feuerstösse, die mir verdächtig nah erschienen, erfuhr dann aber auf Anruf bei den Zugführern, dass es sich um Störfeuer im Greffernbogen handelte.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gleich darauf meldete mir der Führer des grossen Werkes "Elefant", dass er beschossen werde, und bat um Feuererlaubnis, die ich erteilte und auf hundert Schuss festsetzte. Damit ging das Konzert im ganzen Abschnitt los, das ich erst träumend und dann immer wacher verfolgte, bis es mir an der Zeit schien, aus dem Pyjama zu schlüpfen und vom warmen Lager aufzustehen. Kaum war ich angezogen, als das Telefon von neuem klingelte und vom linken Zuge gemeldet wurde, dass der Schütze Walter im Stand 3 a durch Kopfschuss verwundet sei.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Eilig machte ich mich mit dem Kompanietruppenführer und einem Krankenträger auf den Weg. Die Nacht war mondhell und die weithin überschwemmte Niederung mit weissem, gangbarem Eis überfroren, das hell im Lichte lag. Vorn am Hochwasserdamm sah ich die Mündungsfeuer der Werke flackern und hörte auch von drüben den scharfen Abschussknall. Vor allem erstaunte mich, dass ein Garbe von ganz rechts den Damm flankierte und mit Leuchtspurbahnen in der Nähe des Werkes "Alkazar" niederging. Ich sah daraus, dass die Franzosen den Abschnitt sehr gut  studiert hatten. Das ist eine Art der Aufmerksamkeit, die erst am Ergebnis sichtbar wird.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im Zugbunker "Limburg" traf ich den Verletzten, der schon verbunden war, auf einer Pritsche liegend an. Der Verband war durchgeschlagen und der Feldrock blutüberschwemmt. Vom Arm zog sich ein zweiter Blutstrom bis zu den Stiefeln hin. So lag er, wie aus der Färberöte gezogen, als Schreckensbild, still an die Wand gekehrt. Ich liess ihn nicht stören, bis der Krankenwagen kam. Am Morgen hörte ich dann von dem Arzt, der ihn verbunden hatte, dass Aussicht auf Heilung ist. Der grosse Blutverlust kam daher, dass die Temporalis durchgeschlagen war.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich liess die Stelle, von der aus der Schütze verwundet worden war, mit Feuer belegen und ging dann die Werke ab, in denen ich die Mannschaft recht brav an ihren Waffen sitzen sah. Nachdem ich noch die Meldung erstattet hatte, suchte ich gegen vier Uhr wieder die Hütte auf.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: &lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;Arteria temporalis superficialis&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt; und Verzweigungen)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1800531578847960449?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1800531578847960449/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1800531578847960449' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1800531578847960449'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1800531578847960449'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-22-februar-1940.html' title='Schilfhütte, 22. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SUOynGeczqI/AAAAAAAAAXc/EcheF_TeFuA/s72-c/586px-Gray508.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-7059895142381692934</id><published>2008-12-12T13:55:00.000-08:00</published><updated>2008-12-12T14:09:15.183-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 15. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;An der Wand der Schilfhütte, neben dem Ofen, während ich das Meldebuch durchsehe; ein graues Gebilde von der Glätte der Eselshaut, bestehend aus einem Schlangenhalse, der sich an seinem abgeschnittenen Ende bugartig wölbt, und einem Schlangenkopf, der oberhalb der spitz bewehrten Kiefer in einen Menschenschädel übergeht. Es ist im Nackenansatz durch einen starken Nagel halb an die Wand geheftet, halb wie durch eine Zwinge angeklemmt. Vom Halse spielt, wie auch vom Kinn, ein Flossensaum hernieder; man ahnt, dass diesen Hals ein sonderbarer und unbekannter Leib getragen hat.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Da ich derartiges noch nie so nah, so deutlich und so wach gesehen habe, zeichne ich es sogleich mit kurzen Strichen auf einen Meldeblock, der mir zu Händen liegt, und stosse dabei auf feine, sinvolle Einzelheiten in der Anatomie, die sich dem ungeübten Stift entziehen. Auch fallen mir Züge des Leidens auf - mechanisch, stumpf und tief in sich verloren, wie sie solchen Wesen eigen sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann trete ich darauf zu, und alles verwandelt sich in einen Lappen aus grauer Wolle, der zum Putzen der Schüssel neben dem Ofen am Nagel hängt.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-7059895142381692934?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/7059895142381692934/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=7059895142381692934' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7059895142381692934'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7059895142381692934'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-15-februar-1940.html' title='Schilfhütte, 15. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1436920925515003471</id><published>2008-12-11T04:10:00.000-08:00</published><updated>2008-12-12T13:53:16.749-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 14. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SULc2V-0uWI/AAAAAAAAAXU/1_oD7K-8WCM/s1600-h/421px-Haeckel_Crinoidea.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 225px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SULc2V-0uWI/AAAAAAAAAXU/1_oD7K-8WCM/s320/421px-Haeckel_Crinoidea.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5279024539403336034" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachts achtzehn Grad. Obwohl ich angekleidet und mit dem Baschlik um die Ohren unter den Decken lag, stand ich fröstelnd um vier Uhr auf und zündete Feuer in meiner Hütte an.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zuvor war ich in einem herrlichen Geschäft gewesen, in dem es, wie in manchen Läden an der Chiaja von Neapel, Meereskostbarkeiten wie Schildpatt, Korallen und Perlmutter zu kaufen gab. Ich war in die Paläontologische Abteilung eingetreten, in der Kristallvitrinen erlesene Versteinerungen bargen, Kunstwerke der Natur – an ihnen hatten die Äonen ziseliert. Es gab wundersame Stücke – so lagen auf blauem Sammet Trilobiten aus purem Golde neben Fischen aus grünen und violetten Erzen, und hochgerippte Muscheln strahlten im Irisglanz. In meiner Nähe stand Fürst Pignatelli und suchte rote Marmorfliesen für sein Stadthaus aus. Er wählte sie in der Farbe, in der sie den Sockel der Bronzesäulen von Bernini in der Peterskirche schmücken, und in jede von ihnen sollte das quarzene Geäder einer Crinoideenranke eingeschlossen sein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Indes er seine Fliesen gleich einem Domino zusammenstellte, wog ich einen schmalen Loligo in den Händen, der einem Marmorpfeil in Teerosenfarbe glich. Das Ausserordentliche an diesem Stücke war, dass man die purpurroten Flecken, mit denen das Tier im Leben spielt und die im Tod verbleichen, sowie die grüne Iris seiner grossen Augen im Stein erhalten sah. Doch schwankte ich, ob ihm nicht noch der Panzer eines Krokodiles vorzuziehen wäre, der in bleichgrünem Jade verteinert war. So kunstvoll war die Petrifikation gelungen, dass jedes Plättchen wie in Scharnieren spielte und dass ein solbernes Geläut erklang, wenn man den Panzer hob.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Unschlüssig stand ich vor der Wahl, da weckte mich die Kälte auf. Und als ich wie Aschenbrödel, das vom Balle kommt, vor meinem Ofen sass, da sagte ich mir: "Solche Feste feierst du Nacht für Nacht, und nur zuweilen lässt ein plötzliches Erwachen dich einen Einblick tun." Auch sagte ich mir: "Unser Reichtum ist ungeheuer, da er in den Atomen wohnt. Wir steigen wie durch Schächte in unsere Tiefe, unsere Minengänge ein."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Seelilie, &lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;Crinoidea&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1436920925515003471?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1436920925515003471/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1436920925515003471' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1436920925515003471'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1436920925515003471'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-14-februar-1940.html' title='Schilfhütte, 14. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SULc2V-0uWI/AAAAAAAAAXU/1_oD7K-8WCM/s72-c/421px-Haeckel_Crinoidea.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-8642050037032416669</id><published>2008-12-07T04:57:00.000-08:00</published><updated>2008-12-09T03:39:44.840-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 13. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In den Morgenstunden wird es in der Schilfhütte kühl. Obwohl ich unter drei Decken und meinem Mantel im Schlafsack liege, tastet sich die Kälte allmählich zum Körper, bis an die Pulse, durch, und nach einer Weile unruhigen Schlummers entzünde ich die Kerze, die auf dem Wandbrett steht. Ihr Schein fällt auf die Decke, die aus Lagen des langen gelben Schilfes gebildet ist, das hier in feuchten Niederungen und am Rand der Seen wächst. Sein hohes knotiges Stroh wird in der Stellung so mannigfach verwendet, dass es ihr das Gepräge oder die Stimmung gibt. Vor allem liefert es den Stoff zur Tarnung der Strassen und Anmarschwege, die es duch langgedehnte Spanische Wände zugleich verblendet und weithin sichtbar macht. Auch sind die Ufer des Rheines zu beiden Seiten durch solche Rohrgardinen abgeschirmt. Und endlich dienen diese schlanken Halme zur Deckung der Wände und Dächer aller Bauten, die nicht, wie die Bunker, rein dem Kampfe gewidmet sind - wie der Latrinen, der Postenstände und der Hütten, in denen die Mannschaft wäscht und kocht und ihre Waffen reinigt und die wie Lauben oder Nester flüchtig an den Beton der Werke angeheftet sind. Während den Bunkern und den Drahtverhauen in dieser Winterlandschaft eine bleierne Schwere innewohnt, verleihen die gelben Bänder und Hütten ihr einen freien und sonderbaren Zug. So könnten Welten, in denen intelligente Vöge wohnen, besiedelt sein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Neben der Kerze liegt ein Handbuch, in dem ich noch ein wenig lese, zumeist die Bibel und in diesen Tagen Boëthius. Weitere Bücher, draunter auch Schiess- und Kampfvorschriften, sind auf einem Holzbord aufgeschichtet, das sich nahe dem Schilfdach an der Wand hinzieht. Gleich über dem Lager sind Pistole, Gasmaske und Fernglas an Nägeln aufgehängt. Sonst weisen die rohen Bretter als Schmuck nur eine Stellungskarte auf. Zu erwähnen sind ferner der mit Karten und Papieren reich bedekte Tisch nebst einer Wandbank und dem Telefon, der Koffer und der kleine Ofen, der in seiner von der Glut gebräunten Ecke steht. Neben ihm trocknen kurze Knüppel von Erlenheistern, die ich am Schwarzbach fällen liess. Ihr Holz ist glänzend, hell genarbt und an den Schnitten gelblichrot verfärbt. Die Ofenhitze entlockt ihm einen Duft, der die Erinnerung an heisse Sommerstunden in den Sümpfen weckt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kurz vor acht Uhr tritt Rehm herein und zündet Feuer an. Dann giesst er Wasser ein und reicht mir beim Waschen und Rasieren die Gegenstände zu. Sehr aufmerksam und immer ein Augenblickchen eher, als ich sie brauche, als nähme er an einer feierlichen Handlung teil. Inzwischen fängt der Rest des Wassers an zu kochen und dient zum Teeaufguss. Es folgt das Frühstück mit Brötchen und Butter aus dem Dorfe Greffern; Ihm schliessen sich die ersten Geschäfte an.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So lese ich die Berichte des Offiziers und Unteroffiziers vom Stellungsdienst, während sich Urlauber und Arbeitskommandos abmelden. Neben der Schilfhütte liegt ein zweiter, ähnlicher Bau, in dem der Kompaniertruppenführer, wenn er des Morgens aus dem Bunker kommt, an seine Arbeit geht. Am Mittag trifft der Hauptfeldwebel aus Stollhofen hier mit Befehlen und der Unterschirftenmappe ein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Während des Frühstücks hat Rehm die Blende vor dem Fensterchen entfernt; ich blicke aus ihm, wie schon so oft in meinem Leben, auf die Geflechte und Stacheln des Drahtverhaues, wie er, zusammen mit dem Sprengstoff und den Splittern, zu den Symbolen unserer Zeit gehört. Darüber leuchtet im Hintergrunde die Kuppel des Kirchturms von Stollhofen, und wenn ich mich dicht an die Scheiben beuge, fange ich mit dem Auge zugleich die Kirche von Schwarzenbach ein, die als ein mächtiges rotbraunes Steingebilde in unserem Rücken liegt. Sie scheint für ein so kleines Dort gewaltig, doch das erklärt sich daraus, dass sie als Zeugin eines längst zerstörten Klosters erhalten blieb. Zuweilen, wenn ich in Schwarzenbach zu schaffen habe, steige ich über  wüste Böden und ein Gewirr von Treppen in ihren Turm hinauf, in dem ich die Batterie, die meinen Abschnitt überwacht, eine Beobachtung unterhält. Es ist dort recht gemütlich; ein elektrischer Ofen heizt die kleine Türmerstube, an deren Wände Schusstafeln, Feuerpläne und Tabellen hängen und durch deren Auslug man bei klarem Wetter das Strassburger Münster sehen kann.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Meist wird es zehn Uhr oder später, ehe der Rundgang durch die Stellung beginnt. Ich fange ihn, nachdem ich die Reservebunker besichtigt habe, über den Einstieg der Elefantenbrücke am rechten Flügel an. Die Posten und die Kommandanten melden auf die vorgeschriebene Weise, und zuweilen trete ich mit vorgefasster Absicht in eins der Werke ein. So prüfe ich einmal, ob die Handgranaten an ihrem Platze lagern, dann, ob die Türen luftdicht schliessen, ob die Waffen auf die befohlenen Ziele zeigen und ob die Bunkerbücher tagtäglich nach dem vorgeschriebenen Schema ausgefertigt sind. Auf diese Weise komme ich über die Zugführerbrücke bis zum Werk III mit seinen beiden Türmen und von dort zur starken Panzerfeste "Alkazar", die fast am linken Flügel liegt. Während des Rundgangs melden sich die Führer der im Abschnitt eingesetzten Pionier- und Arbeitszüge und ebenso die beiden Unteroffiziere, denen der Stellungsbau und die Beobachtung des Feindes besonders übertragen sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Da drüben die Ufer dicht bewaldet sind, ist von den Franzosen wenig wahrzunehmen, eine vorgeschobene Postierung ausgenommen, die von uns als "Grosse Tarnung" bezeichnet wird. Das ist ein Bauwerk, dessen Art uns Stärke unklar sind, da es sich gänzlich hinter dichten Matten und Tannengrün verbirgt. Doch ist es gut besetzt, wie aus den Posten, die sich sorglos zeigen, zu schliessen ist; auch wirbeln über die grünen Mauern Wolken von Tabakrauch empor.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Endlich, und möglichst um die Mittagsstunde, pflege ich noch in der Küche vorzusprechen, die im Zollhaus von Greffern liegt. Hier ist die Aufbewahrung, Güte, Zubereitung und Menge der Speisen nachzuprüfen, wobei es manchen Anstand gibt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Den Rückweg nehme ich dann über den "Toledo"-Graben, der vom "Alkazar" durch die leeren Felder zum Gefechtsstand führt. Der Pfad liegt verödet, da er sich zum Teil durch überschwemmte Wiesen zieht, auf denen man mit Gummistiefeln die Fährte spüren muss. Dennoch ist dieser Abschnitt meines Ganges mir der liebste, und ich betrachte die halbe Stunde, die ich auf ihm verbringe, als mein Eigentum. Sie ist die einzige, die ich in voller Einsamkeit geniesse und die Ähnlichkeit mit meinem Leben in den vergangenen Jahren hat. So spinne ich auch in ihr die abgerissenen Pläne wieder an.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Diese Strecke mit ihren wechselnden Beständen lädt dazu ein, in kleinen Exerzitien Gedanken vorzuordnen und wieder zu zerstreuen. Sie führt entlangt alter Weiden, deren hohle Stämme sich halb im vergilbten Schilf verbergen, und mündet hier und dort in Mais- und Tabakfelder, die nicht abgeerntet sind. Diese Bestände wechseln mit dem hohen, verdorrten Kraut und Tobpinambur, die man im Volk die Schnapskartoffel nennt und deren in Zehen gespreizte Wurzel verfüttert wird. Dem gleichen Zwecke dienen schwere weisse Rüben, die in dem Viertel, in dem sie über dem Boden stehen, von der Sonne gerötet sind. Man erntet zunächst ihr grünes Kraut und mietet sie an Ort und Stelle in kleine Hügel ein, die dann im Winter nach Bedarf geleert werden.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zuweilen belibe ich auch stehen, um mit meinem guten Glase die Tiere in den öden Feldern zu beobachten. Der Kiebitz flattert schreiend um die Ränder der überschwemmten Stücke, auf deren Inseln dunkle Schwärme von Krähen Wacht halten. Im Dickicht der Hindernisse, die in vielen Reihen labyrinthisch die Front begeliten und hoch von dürrem Gras durchsponnen sind, haben sich Rebhühner und Fasane eingenistet; sie schwirren vor dem Fuss des Wanderers davon. Sehr prunkvoll ist der Anblick des Fasanenhahns, der wie ein Spielwerk im Schimmer seiner bunten Bronzen aufsteigt, mit langem, durch den Wind gewellten Stoss. Auch Rehe treten in das Erlendickicht des Schwarzbachgrundes ein, während man in den kahlen Wipfeln seiner Pappeln Raubvögel Auslug halten sieht. Sie scheinen vor allem nach Maulwürfen auszuspähen, die das hohe Grundwasser dicht am Lichte bauen zwingt. Daher sind sie so wohlfeil, dass nur ihr Eingeweide noch ausgeschnäbelt wird, indes man die kleinen roten Rippenstücke verschmäht auf den verwaisten Hügeln leuchten sieht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Über die mittelere der Schwarzbachbrücken kehre ich zum Gefechtstand zurück. Um diese Zeit pflegt Rehm Ausschau nach mir zu halten, und wenn ich die Tür der Hütte offne, dampft die Suppe auf dem Tisch. Meist gibt es Nudeln, Graupen, Weisskohl, Steckrüben oder Reis, im Glücksfall auch Linsen, Gulasch oder eine Scheibe Fleisch. Da ich den Abschnitt durch den Kompanietruppenführer, einen Oberförster, bejagen lasse, hängt in unserer Waffenkammer zuweilen auch etwas Wils, das wir für kleine Feste aufsparen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Nachmittag wird meist mit kleinen Dienstgeschäften und Papierkrieg ausgefüllt. Zuweilen wandelt sich die Schilfhütte auch zum Tribunal, mit peinlichen Vernehmungen bei Kerzenlicht. Es handelt sich dabei stets um die gleichen Vergehen: Urlaubsüberschreitung, unerlaubte Entfernung, um in den kleinen Wirtschaften der Dörfer zu zechen oder Mädchen aufzusuchen, und Verstösse gegen die Wachtvorschirft. Der Nervenkrieg versetzt die Menschen in einen Zustand der Unfreiheit, in dem der reine Ablauf der Zeit bereits als Schmerz empfunden wird. Indem der Einzelne dem zu entrinnen sucht, fügt er sich leicht Beschädigungen zu.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;An manchen Nachmittagen mache ich auch blau bei einem guten Kaffee, der mir von Freunden in feingemahlenen Portionen gespendet wird. Am Brett des kleinen Fensters picken Buchfinken, Blaumeisen und Hänflinge die Kuchenkrümel auf, unter denen eine kleine, rostrote Ratte Nachlese hält. Sie haust in den mit Weidengeflecht  verstärkten Wänden der Schilfhütte, und jedesmal, wenn sie in ihr Nest einfährt, wird sie von ihren Jungen mit feinem, freudigem Pfeifen begrüsst. In anderen Teilen des Geflechtes treiben Maulwürfe, die Rehm als "Hamster" bezeichnet, ihr Wesen - wühlende, räumende Beweger von Lasten, die ein Geräusch erzeugen, das die Fähigkeit so kleiner Tiere bei weitem zu übersteigen scheint.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann naht die angenehme Stunde, in der mit der Abenkost zugleich die Post nach vorne kommt. Auch meldet sich die Abteilung zurück, die an der Reihe war, nach Schwarzenbach zum Baden geschickt zu werden - meist ein wenig angeheitert, doch ist diese Unordnung gesetzlich, da laut Kompaniebefehl nach dem heissen Bade, um Erkältungen vorzubeugen, ein Wirtshaus aufzusuchen ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zum Abendessen setzt Rehm Wachskerzen auf, die einen angenehmen Duft ausströmen. Es folgt nun eine ausgedehnte Beschäftigung mit Büchern, da ausser der Korrespondenz die Leküre als einzige der gewohnten Geschäfte ist, das sich hier weitertreiben lässt. In den ersten Wochen pflegte ich um diese Stunde wie zu Hause Tee zu trinken, doch machte ich die Erfahrung, dass beim Leben so dicht am Boden Rotwein besser bekommt. Auf diese Weise lernte ich den deutschen Burgunder kennen, gegen den ich, wie gegen den deutschen Kaviar, ein Vorurteil besessen hatte, das unberechtigt gewesen war. In seinen besten Jahren, Lagen und Gewächsen gewinnt er einen kapriziösen Geist, den südlichere Gebirge zu entwickeln nicht fähig sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Natürlich gehören auch diese, wie &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;alle&lt;/span&gt; vierundzwanzig Stunden des Tages, zum Dienst, und die Musse gleich der einer Spinne im Netz. Sowie an irgendeinem Punkt eine Berührung oder Beobachtung erfolgt, ertönt das Summen des Telefons. Gegen elf Uhr treffen die Melder von den Zügen ein, und um Mitternacht geht die Mogenmeldung an das Battailon.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Damit ist der Tag beendet, wenn nicht noch ein letzter nächtlicher Rundgang durch den Abschnitt folgt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Beendet: Boëthius' "Consolationes", die ich im Bahnhof von Karlsruhe inmitten Betrunkener zu lesen begann. Der Gipfel des Werkes liegt in der Zuordnung von freiem Willen und göttlicher Fügung - Boëthius verlegt den freien Willen in die Zeit, die Fügung aber in die Ewigkeit. Da wir in &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;beiden&lt;/span&gt; leben, so schalten wir in unseren Taten in vollen Freiheit, und dennoch sind sie zugleich in jeder Einzelheit vorherbestimmt. Auf diese Weise untersteht der Handelnde zwei Qualitäten, von denen die eine der anderen unendlich überlegen ist. Im höheren Rahmen mögen wir uns bewegen, wie wir wollen, dennoch verharren wir in ihm. In allem ist, wie ein Gewürz, auf wunderbare Weise zugelich die Ewigkeit.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Diese Einsicht ist einer der Punkte, eines der Kaps, an die das menschliche Denken gelangen kann. Kant zieht die theologische Unterscheidung auf logische Weise nach; seine alles zermalmende Wahrheit ist also eine Wiederholung der Wahrheit schlechthin. Im Grunde gibt es keine neuen Wahrheiten - neu ist hier eine wiedersprechende Eigenschaft.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gewisse Beziehungen fielen mir beim Lesen auch zu Tolstoi auf - insbesondere zu dem merkwürdigen Vorwort, das "Krieg und Frieden" einleitet.  In ihm untersucht Tolstoi die Tatsache, dass der Mensch als Einzelwesen seine Entscheidungen in voller Freiheit trifft und dass diese Entscheidungen dennoch in eine feste Statistik einmünden. So belibt die Zahl der Selbstmorde im Verlauf der Jahre sich beinahe gleich, nur die Motive ändern sich. Eine je grössere Anzahl freier Entscheidungen sich summiert, desto mehr verschwindet der freie Wille aus dem Resultat. Das erlaubt umgekehrt den Schluss, dass im freien Willen des Einzelnen ein unbekannter Faktor sich verbrigt, der in den Entschlüssen der Gattung sichtbar wird. Nach Tolstoi ist uns Willensfreiheit auch um so weniger gegeben, an je entscheidender Stelle wir tätig sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Was übrigens die "Tröstunegn" des Boëthius angeht, so glaube ich, dass der Schmerz durch sie auf keine Weise verringert werden kann. Wir müssen ihn auskosten. Während er indessen in den niederen Lebenskreisen chaotische Gewalt besitzt, gewinnt er in der Berührung mit dem hohen und edlen Sein Gestalt. Die Tröstung fügt ihn in einen goldenen Käfig, oder besser: in einen Altar ein, der höheren Wert besitzt als aller Schaden, den ein kurzes Menschenleben erleiden kann.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So wirkt die Tröstung, die sich Boëthius spendete, noch heute nach; und diese Wirkung in der Zeit ist nur ein Abglanz des höheren Gewinnes, wie das Gedicht ihn in dem Verse "Besiegte Erde schenkt uns die Sterne" sehr schön verheisst.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-8642050037032416669?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/8642050037032416669/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=8642050037032416669' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8642050037032416669'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8642050037032416669'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-13-februar-1940.html' title='Schilfhütte, 13. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-3359580264551533650</id><published>2008-12-05T10:43:00.000-08:00</published><updated>2008-12-05T10:49:04.329-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 12. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STl3YNyEmWI/AAAAAAAAAXM/Z_5AEaGO77A/s1600-h/03-the-temple-over-the-canyon-segesta-545x713.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 245px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STl3YNyEmWI/AAAAAAAAAXM/Z_5AEaGO77A/s320/03-the-temple-over-the-canyon-segesta-545x713.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5276379696341490018" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Soeben, als ich auf der Pritsche liegend gegen die Schilfdecke starrte, kam mir der Tag, an dem ich mit dem Magister in Segesta weilte, in den Sinn. Was die Griechen waren, habe ich nicht im Anblick der Säulen dieses Tempels geahnt - ich sah es duch sie hindurch, in den Wolken, als ich auf seinen Stufen stand.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So muss man auch die Prosa lesen: wie durch eine Gitterwerk hindurch.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Der Tempel von Segesta, Trampani, Sizilien)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-3359580264551533650?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/3359580264551533650/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=3359580264551533650' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3359580264551533650'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3359580264551533650'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-12-februar-1940.html' title='Schilfhütte, 12. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STl3YNyEmWI/AAAAAAAAAXM/Z_5AEaGO77A/s72-c/03-the-temple-over-the-canyon-segesta-545x713.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4418004916574722859</id><published>2008-12-04T11:55:00.000-08:00</published><updated>2008-12-04T12:42:52.415-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 7. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SThAiP-L8WI/AAAAAAAAAXE/bT0xuRsV3oM/s1600-h/Devrient_Ludwig.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 198px; height: 262px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SThAiP-L8WI/AAAAAAAAAXE/bT0xuRsV3oM/s320/Devrient_Ludwig.png" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5276037920611627362" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Tauwetter hält an. Am Nachmittag erhob sich im linken Nachbarabschnitt eine heftige Schiesserei mit Maschinenwaffen in drei Tonlagen; sie lebte mehrere Male wieder auf. Verirrte Geschosse schlugen bei Greffern in unseren linken Flügel ein. Es wird nun Zeit, dass ich die Verbindungswege, die ganz im Schlamm versunken sind, durch Faschinenwerk abdecken lasse. Auch der Schilfhütte täte ein Sandsackgürtel gut.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In den Nächten steigt drüben häufig ein Fesselballon auf mit einem Licht, das einem roten Sterne gleicht. Beim Einholen wird die Gondel zuweilen vom Boden angestrahlt, auch hörten die Posten vom Werk "Alkazar" das Geräusch der Winde, die ihn zog. Die Franzosen tarnten gestern und heute das waldige Ufer, das uns gegenüberliegt, mit hohen Schilfblenden. So deuten manche Zeichen auf das Ende der Idylle in diesem Abschnitt hin.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gelesen: "Ludwig Devrient" von Altmann, ein Weihnachtsgeschenk von Bruder Physicus, mit vielen mir neuen Einzelheiten über Hoffmann und den Betrieb bei Lutter und Wegener. Hier blühte für kurze Jahre einer der seltenen Zirkel, bei denen man von einer Kultur des Rausches sprechen kann, während im allgemeinen das Urbild der Orte, an denen unsere Zecher schmausen, wohl mehr in Auerbachs Keller zu suchen ist. Daher hielt sich wohl auch der wüste Grabbe nicht in diesem Kreis.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es finden sich bedeutende Einblicke in das Wesen des Rauschen selbst - wie in der Hoffmannschen Bemerkung, dass durch den Wein im Trinker nicht Ideen&lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt; geschaffen &lt;/span&gt;werden, sondern nur durch der Umschwung der Ideen gefördert wird. Die Phantasie vergleicht er dabei einem Mühlrad das sich beim Schwellen des Stromes hurtiger bewegt - das Getriebe dreht sich funkelnder und rascher, wenn der Zecher Wein aufgiesst. Dem entspricht auch meine eigene Erfahrung - der Rausch addiert nicht, er multipliziert. Bei Brüchen verkleinert er sogar.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf die Kunst des Sprechens beim Spiel eingehend, macht der Autor die treffende Bemerkung, dass es einen höheren Sinn der Sprache geben kann, indem das Wort sich über die eigene Bedeutung zum Träger des Affekts erhebt. Nur möchte ich dies den &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;tieferen&lt;/span&gt; Sinn des Wortes nennen - die Sprache senkt sich auf die reine Lautbedeutung, auf das Alphabet der Leidenschaft hinab. Demgegenüber hat sie auch eine höhere Sphäre, in der das Wort gleichfalls undeutlich wird - es löst sich im reinen Äther auf. Es schmilzt an den extremen Graden des Sinnlichen und Geistigen dahin. Wir erfassen mit ihm nur die mittlere Lage; es ist Münze, die unter Menschen gilt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sehr gut auch über den stärksten Ausdruck der Leidenschaften, bei dem die Töne sich verkehren, indem etwa das Grässliche in verzerrter Freude ausgesprochen wird. Dem entspricht dann das Verhalten des Publikums, das nicht mehr wie sonst dem Spiel das Tosen des Beifalls spendet, sondern schweigend und ohne Regung im Zauberbann verharrt. Nach allem Überlieferten muss es sich bei Devrient um eine Kraft gehandelt haben, wie sie höchst selten in Erscheinung tritt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Stilistisch: "Es kam aber auch vor, dass das allzu betonte Fingerspiel ihm manchen Tadel eingetragen hat." Der Eindruck des Schiefen wird hier durch eine Überladung hervorgerufen, da die Stimmung des Ungenauen sowohl dem Haupstatz wie dem Nebensatze aufgetragen ist und so die doppelte Beleuchtung in logisches Zwielicht wirft.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In dem Zitat aus der Terenz-Übersetzung auf Seite 186:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Und so, ein Gläschen nach dem anderen schlürfend, soll mir gemächlich dieser Tag vergehen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;mangelelt dem Partizipialsatz die Führung durch das grammatische Subjekt. Ein solcher Fehler wird schwer entdeckt, sollte aber in einem guten Text nicht vorkommen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;An Devrient wurde auch gerühmt, dass er die "A parts" wirklich für sich, und nicht zu den Zuschauern, zu sprechen verstand. In der Tat ist das ein Zeichen nicht nur des Mimen, sondern jedes Künstlers von Geblüt. Die Worte und Werke sind Gespräche und Selbstgespräche, die der Zuhörer belauscht. Die Rolle des Publikums ist andersartig, als es den groben Anschein hat - es bietet nur den Anlass zur Entfaltung der künstlerischen Kräfte und ist beileibe nicht ihr Adressat. Dennoch ist seine Rolle bedeutend, so in der Qualität der Zeugenschaft.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Ludwig Devrient, deutscher Schauspieler, 1784 - 1832)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4418004916574722859?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4418004916574722859/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4418004916574722859' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4418004916574722859'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4418004916574722859'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-7-februar-1940.html' title='Schilfhütte, 7. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SThAiP-L8WI/AAAAAAAAAXE/bT0xuRsV3oM/s72-c/Devrient_Ludwig.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-7960988909568540091</id><published>2008-12-03T03:11:00.000-08:00</published><updated>2008-12-03T06:08:55.339-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 4. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STZr8CP0EWI/AAAAAAAAAW8/41fwPE-OKCg/s1600-h/51T4TJX98ML._SL500_AA240_.jpg"&gt;&lt;img style="text-align: justify;display: block; margin-top: 0px; margin-right: auto; margin-bottom: 10px; margin-left: auto; cursor: pointer; width: 240px; height: 240px; " src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STZr8CP0EWI/AAAAAAAAAW8/41fwPE-OKCg/s320/51T4TJX98ML._SL500_AA240_.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5275522692650635618" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gestern abend, infolge einer Flasche Affentaler Klosterrebberg von 1921, der sich sehr flüssig trank, hatte ich als Solozecher den ersten Spitz in dieser Hütte, und zwar einen von jener besten Sorte, nach der man sich gesünder, zufriedener erwachen fühlt. Dabei schob er die ganze Nacht in leichter, angenehmer Weise heitere und farbig untermalte Bilder vor. Dergleichen Künste gelingen nur dem Wein und nur in seinen reinsten, besten Sorten, und auch diese gleichen Schlüsseln, durch die nicht jeder geöffnet wird. Von solchen erinnere ich mich noch an einen Parempuyre, den ich mit Papa trank, vor allem aber an einen leichten weissen Landwein, der uns in Carcassonne die Nacht vertrieb und bis in die Atome erheiterte. Als ich davon ein Fass bestellen wollte, hörte ich, dass diese Sorte schon in geringer Entfernung von ihrem Boden den Duft verliert. So ein Wein gleicht einem Funde, einem Freund, um den man sich bemühen muss, wenn man in jene Jahre kommt, in denen man nicht mehr wahllos trinkt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Alkohol &amp;amp; Autor, Suhrkamp, ISBN 3518395831)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-7960988909568540091?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/7960988909568540091/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=7960988909568540091' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7960988909568540091'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7960988909568540091'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-4-februar-1940_03.html' title='Schilfhütte, 4. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STZr8CP0EWI/AAAAAAAAAW8/41fwPE-OKCg/s72-c/51T4TJX98ML._SL500_AA240_.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-3514582348625594156</id><published>2008-12-03T03:02:00.000-08:00</published><updated>2008-12-03T03:11:34.741-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 3. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Vormittags in Stollhofen beim Bürgermeister, um die Öffnung des Reihnwärterhäuschens zu verlangen, das nach der Neueinteilung in meinem Abschnitt liegt. Auf dem Rückweg flog ein unbekannter Vogel mit langem, schmalem Halse und langem Stoss an mir vorbei. Dass manche Tiere, so wir mir dieses, uns absurd erscheinen, beruht auf perspektivischer Verzerrung und deutet die Entfernung unseres Standorts von dem des Schöpfers an.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;So will es mir auch scheinen, dass die Sternbilder, wie wir sie sehen, exzentrische Figuren bilden und dass es Punkte im Universum gibt, an denen die Harmonie der Welten in höchster Ordnung sichtbar wird.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-3514582348625594156?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/3514582348625594156/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=3514582348625594156' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3514582348625594156'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3514582348625594156'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-4-februar-1940.html' title='Schilfhütte, 3. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-8477277453245443223</id><published>2008-12-03T02:20:00.000-08:00</published><updated>2008-12-03T03:02:35.223-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 2. Februar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STZnRsqOahI/AAAAAAAAAW0/nap_UZu-iTs/s1600-h/6a00d83451e44269e200e54f26af408833-800wi.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 287px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STZnRsqOahI/AAAAAAAAAW0/nap_UZu-iTs/s320/6a00d83451e44269e200e54f26af408833-800wi.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5275517567254817298" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Traum. Halb in einem fliessenden Wasser stehend, hielt ich mit zwei schwachen Gerten ein Wesen von mir ab, in dem sich der Körper einer Ratte mit einem Schlangenkopf und Schlangenschwanz verband. Ich konnte es in der Schwebe halten, so dass die Strömung es nicht an mich trieb, doch lösten sich hin und wieder kleine schwarze Parasiten von ihm ab und glitten, mit den Beinen tastend, dicht an mir vorbei. Endlich befreite mich aus dieser Lage ein Knüppelhieb, der über meiner Schulter hinweg ins Wasser klatschte und dem Wesen den Garaus machte, das nun bäuchlings stromabwärts trieb. Er rührte von einem Bauern her, der hinterm mir hemdärmelig im Ufergras sass und mir gutmütig zunickte. Statt ihm zu danken, wandte ich mich von ihm, nachdem ich ihm zugerufen hatte:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Don't disturb me!"&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Erwachend erkannte ich die Figur als echt, denn oft im Leben war meine Anteilnahme an der Lage, in der ich mich befand, so brennend, dass ich das Widrige der Gegnerschaften, die sie mit sich brachte, darüber fast vergass.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dabei erinnere ich mich an den Bruder Physicus, der mir einmal erzählte, dass ihm in einem Traumhandgemenge ein Schuss das Leben raubte, doch dass die Neugier nach dem Ausgang dieses Treffens ihn auch im Tode nicht ruhen liess. Da ihm zum Schuss indessen das sinnliche  Instrumentaruim fehlte, trat er im Geiste hinter einen der Überlebenden und blickte, von ihm als einer Brille profitieren, duch ihn hindurch.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zur Désinvolture. Hier liesse dich noch erwähnen das Wort &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;gracious&lt;/span&gt;, zu dem uns gleichfalls die Entsprechung fehlt. Die Paarung von Macht und Anmut ist bei uns zu selten, um eigene Worte hervorzubringen, und diese Sprödigkeit hat uns im Grunde im Lauf der Weltgeschichte den guten Anspruch oft verscherzt. Daher leben dann auch Ausnahmen, fast als Zauberwesen in der Erinnerung fort.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am frühen Morgen brachten die Leute ein Reh, das sich im Drahtverhau bös verletzt hatte. Das Tier stand zwischen uns, scheinbar ganz ohne Scheu, indem es den Schnee mit Blut einfärbte, und mir fiel auf, wie es so ruhig, ja intelligent zu leiden schien. Ich hatte dann in der Schilfhütte ein Telefongespräch, und als ich wieder nach draussen kam, hing es schon ausgeweidet am Spannholz in der Luft. Der Melder, als ich ihn zur Rede stellte:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Wenn wir es hätten laufen lassen, dann hätten andere es gegriffen und abgeschlachtet. So haben wir auch etwas."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dieses "auch" den imaginären Schlächtern gegenüber fand ich dialektisch so gut gelungen, dass ich die Sache auf sich beruhen liess.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Nachmittag durch hohen Schnee nach Stollhofen. Rechts hörte ich zum ersten Mal in diesem Krieg eine Beschiessung, die mich an Deckung denken liess. Das Feuer gegen einen einzelnen Bunker klingt in der Weite der Landschaft fast punktförmig und sehr genau. Man unterscheidet mehrere Takte - die schnellen, fliessenden einer Gruppe von Maschinengewehren und dazwischen langsamer, stärker und heiserer die Arbeit der überschweren und panzerbrechenden Schusswaffen. In einer Entfernung beachtet man, fast wie bei einem Strassenunfall, den Vorgang kaum.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-8477277453245443223?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/8477277453245443223/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=8477277453245443223' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8477277453245443223'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8477277453245443223'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-2-februar-1940.html' title='Schilfhütte, 2. Februar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STZnRsqOahI/AAAAAAAAAW0/nap_UZu-iTs/s72-c/6a00d83451e44269e200e54f26af408833-800wi.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4207771202876047282</id><published>2008-12-03T02:18:00.000-08:00</published><updated>2008-12-03T03:24:25.673-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 31. Januar 1940</title><content type='html'>Nach kurzem Aufenthalt im Pfarrhaus von Stollhofen besetzte ich mit der Truppe von neuem die alte Stellung am Schwarzbachbogen, so dass ich wieder in die Schilfhütte eingezogen bin.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4207771202876047282?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4207771202876047282/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4207771202876047282' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4207771202876047282'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4207771202876047282'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/schilfhtte-31-januar-1940.html' title='Schilfhütte, 31. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4947783896569948530</id><published>2008-12-02T06:18:00.000-08:00</published><updated>2008-12-02T06:34:11.652-08:00</updated><title type='text'>Auf der Fahrt, 29. / 30. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STVHN76AYtI/AAAAAAAAAWs/U5keqPPr59o/s1600-h/Boethius.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 263px; height: 320px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STVHN76AYtI/AAAAAAAAAWs/U5keqPPr59o/s320/Boethius.jpeg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5275200843279262418" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Rückfahrt. Bei diesem Aufbruch hatte ich das Gefühl, seltsamen Dingen entgegenzufahren, unbekannten, nahen, die keine Phantasie errät. Als der Zug anrollte, begann Perpetua zu weinen und stieg schnell die dunkle Treppe hinunter, während ich langsam aus der Halle fuhr.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Northeim sah ich das Abendrot als mattes Glühen am grauen Himmel und über dem dunstigen Schnee. In solchen grauen Einöden leuchtet die Farbe auf geheimnisvolle Weise, als anderes und überlegenes Prinzip. Oft scheint sie in den Atomen aufzuglühen, wie man es an der Perle, der Perlmutter und den Opalen sieht. Das Grau entzündet sich in ihnen und gibt der Farbe schillernde Tiefe - nicht die des Raumes, sondern des Zauberspieles, das die in der Materie versteckten Schätze zur Oberfläche hebt. Auf diesem Sinnbild beruht die Kostbarkeit der Perlen: es gibt Punkte, an denen wir erkennen, dass ein Stückchen Stoff von Erbsengrösse unschätzbar wertvoll ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Karlsruhe. Nachts zwischen zwei und vier im Wartesaal Lektüre der "Consolationes" des Boëthius. Die Massen in der grossen Halle - Urlauber, Eisenbahner, Arbeiter mit früher Schicht, auch Angetrunkene und vereinzelte Frauen, grau, stumpf, leidend wie im Traum. Sehr sonderbar, wenn einer von ihnen lacht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im Pfarrhaus erfuhr ich, dass die Truppe seit gestern in die Bunker abgerückt ist. Kurzer Schlaf im kalten Zimmer, dann Fahrt nach Rastatt. In den Nichtraucherabteilen ist es immer ein wenig leerer - so schafft schon eine Askese niederen Ranges den Menschen Raum. Wenn wir als Heilige leben, ordnet sich uns das Unendliche zu.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Anicius Manlius Severinus Boëthius, mittelalterliche Illustration)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4947783896569948530?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4947783896569948530/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4947783896569948530' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4947783896569948530'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4947783896569948530'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/12/auf-der-fahrt-29-30-januar-1940.html' title='Auf der Fahrt, 29. / 30. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STVHN76AYtI/AAAAAAAAAWs/U5keqPPr59o/s72-c/Boethius.jpeg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2798443546819101299</id><published>2008-11-30T06:28:00.001-08:00</published><updated>2008-11-30T06:51:06.638-08:00</updated><title type='text'>Kirchhorst, 25. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Lektüre: Hasper, "Über die Krankheiten der Tropenländer", Leipzig 1831 - ein Werk, das seit langem unter meinen Büchern steht. Derartiges kaufte ich damals gern. Enthält gute Schilderungen des Lebens in den Sumpfgebieten, so von Teilen der Küste von Guinea nach der Beschreibung von Lind. Überschwemmte, verschlammte Waldungen, in denen Myriaden von Insekten mit ihren Flügeln die Lichter löschen und das Konzert des niederen Getiers den Schlaf vertreibt. Die Luft ist verdorben, dick und so von faulen Dünsten erfüllt, dass die Fackeln zu ersticken drohen. Selbst die menschliche Stimme verliert ihren natürlichen Klang.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;"Besonders muss man es den ostindischen Seekapitäns Dank wissen, dass sie auf den Schiffen nach der Mahlzeit die Weinflasche nicht mehr als höchstens sechs Mal herumgehen lassen."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Bewegung der Seuchen gleicht dem Heerzeuge dämonischer Wesen. "Nachdem diese Krankheit fünf Jahre lang in Hindostan und Dekan gewütet und unzählige Menschen hinweggerafft hatte...wendete sie sich im Oktober 1821 nach der westlichen Seite hin bis nach Schiraz in Persien, wo sie binnen acht Wochen 60000 Menschen hinwegraffte, und sie erschien darauf zu Bassora, Bagdad, Moscat und Aleppo in Syrien."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Windstoss, in Europa zuerst erwähnt im "Asiatic Journal" von 1822, soll auf Strömungen von überhitzter Luft beruhen, in die man gerät, um dann blitzartig gefällt zu werden. Es wird vermutet, dass es zwischen gewissen Felsengruppen Brennpunkte gibt, an denen die Sonnenstrahlen die Luft in einer Art durchglühen, die Zerstörungen der Lunge bewirken kann. Der Windstoss wird in Ostindien &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;La&lt;/span&gt; genannt, was mit dem persischen &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;Loh&lt;/span&gt; und unserem &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;Lohe&lt;/span&gt; gleichbedeutend sein soll.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2798443546819101299?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2798443546819101299/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2798443546819101299' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2798443546819101299'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2798443546819101299'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/kirchhorst-25-januar-1940.html' title='Kirchhorst, 25. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4229969979509780696</id><published>2008-11-30T05:46:00.000-08:00</published><updated>2008-11-30T06:11:37.923-08:00</updated><title type='text'>Kirchhorst, 18. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STKfFPhUCYI/AAAAAAAAAWk/WoHwiRmxa_w/s1600-h/499px-Goncourt.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 266px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STKfFPhUCYI/AAAAAAAAAWk/WoHwiRmxa_w/s320/499px-Goncourt.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5274453026018691458" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Seit gestern wieder in Kirchhorst, wo Perpetua mich nach allen Regeln der Hausfrauenkunst verwöhnt. Die Küche ist gut versehen, und zum Überfluss trafen aus dem "Hecht" von Überlingen noch Weinbergschnecken ein, zur Erinnerung an die Schneckenvespern, die ich dort mit Friedrich Georg und Mezger hielt und deren Abschluss auf den Aschermittwoch fiel. Sie sind noch auf die Art des guten Feuchti zubereitet, den in der Fasnet vor zwei Jahren, als er im Eunuchenkostüm vor den Sektlauben Wache hielt, ein Schlag zu Boden streckte und uns so eines Meisters beraubte, die noch wissen, was Kochen heisst. Wie die Schwaben alles zierlich zu verkleinern wissen, so sagte er zu seiner Schwester, als sie ihn fand, dass ihn ein "Schlägle" getroffen habe - das war sein Abschied; doch lebt sein Geist noch in Rezepten fort.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Frost ist wieder angestiegen, so dass ich ganz häuslich bleibe, in die Aufzeichnungen der Goncourts über Gavarni, in Hebels "Schatzkästlein" und die Geschichte des japanischen Prinzen Genji vertieft. Auch war ich schon ein wenig in der Sammlung tätig und hatte dabei den Einfall, später die Gattung Sternocera zu beschreiben, sowohl nach den Regeln der Systematik als auch nach Art des Juweliers. Prunkstücke der Natur.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Wasserleitung ist schon seit Tagen eingefroren - nun zieht auch die Pumpe in der Waschküche nicht mehr. Um sieben Uhr abends zeigte das Thermometer, das ich im Badezimmerfenster aufgestellt hatte, schon zwanzig Grad. Es scheint, dass das Jahr auch rein elementarisch ausserordentlich beginnt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;(Bild: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edmond_de_Goncourt"&gt;Edmond &amp;amp; Jules de Goncourt&lt;/a&gt;, portraitiert von Paul Gavarni)&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4229969979509780696?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4229969979509780696/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4229969979509780696' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4229969979509780696'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4229969979509780696'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/kirchhorst-18-januar-1940.html' title='Kirchhorst, 18. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/STKfFPhUCYI/AAAAAAAAAWk/WoHwiRmxa_w/s72-c/499px-Goncourt.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-3443111641034012448</id><published>2008-11-28T01:50:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T01:52:34.240-08:00</updated><title type='text'>Flehingen, 15. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gefastet. In der Nacht starke geistige Attacken; auch Fieber von den Märschen her. Ging aber früh zum Dienst und rückte mit aus. Auf dem Marsche lass ich immer singen, was den Leuten und mir selber gut bekommt. Alle rhythmischen Dinge sind Waffen gegen die Zeit, und gegen sie im Grunde kämpfen wir. Der Mensch kämpft immer gegen die Macht der Zeit.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachmittags Offiziersbesprechung beim Regiment in Bretten; ich erfuhr dort vom Oberst, dass ich den Urlaub nachholen und dann die Ausbildung der Stosstrupps des Regiments übernehmen soll. &lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-3443111641034012448?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/3443111641034012448/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=3443111641034012448' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3443111641034012448'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3443111641034012448'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/flehingen-15-januar-1940.html' title='Flehingen, 15. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-3274537340362955203</id><published>2008-11-28T01:45:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T01:50:13.530-08:00</updated><title type='text'>Flehingen, 14. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein kalter Sonntag, den ich mit einer Grippe im Bette zubringe. Gelesen: &lt;a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;amp;xid=1176&amp;amp;kapitel=1"&gt;„Der Schild des Herakles“&lt;/a&gt;, den man dem Hesiod zuschreibt. Die Sänge von den Schilden stellen Miniaturen des Universums dar, wie es im Sinne der Alten lebt. Der Blick fällt gleichsam aus Adlerhöhe auf die Schöpfung, die er auf das winzigste verkleinert und doch in ungemeiner Schärfe sieht. Das erklärt die Mannigfaltigkeit auf engstem Raume, die göttlichen Schmiedekünsten zugeschrieben wird. Entsprechend nehmen der Ausdruck und die Art des Vortrags metallischen Charakter an; die Sprache schildert die Schöpfung wie in Erz getrieben, in höchster Dichte und Deutlichkeit.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sodann die Bibel in der Übersetzung von Henne, die mein Quartierwirt mir geliehen hat. Seltsam, dass die Zeit des Moses älter als die von Jakob und Joseph wirkt – was sicher auf der versteinerten Wirkung des Gesetzes beruht. Die Sonderung durch das Gesetz, möglich wohl nur kraft ägyptischer Weihen und Kenntnis uralter Mumifizierungskünste, verhärtet das Leben, das zur Ehernen Schlange wird. Bei den Geschichten um Joseph treten alle Verhältnisse des Lebens dagegen in seiner vollen Ausdehnung auf das deutlichste hervor. Das ist der Sinn der Urgeschichte überhaupt: das Leben in seiner zeitlosen Bedeutung darzustellen, während es durch die Geschichte im zeitlichen Ablauf geschildert wird. Urgeschichte ist daher immer die Geschichte, die uns am nächsten liegt, Geschichte des Menschen an sich.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-3274537340362955203?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/3274537340362955203/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=3274537340362955203' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3274537340362955203'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3274537340362955203'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/flehingen-14-januar-1940.html' title='Flehingen, 14. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1570737721326562152</id><published>2008-11-28T01:43:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T01:45:25.325-08:00</updated><title type='text'>Flehingen, 11. Januar 1940</title><content type='html'>Bei scharfem Frost nach Flehingen und Sickingen, zwei Orten, in denen wir länger bleiben sollen und die unser Kommandeur in einem Anfall schlechter Laune über die Unterkünfte als „Flöhingen und Stinkingen“ bezeichnete. Wo der Tross nicht über die verschneiten Berge kam, löste sich die Marschkolonne in wagenschiebende Gruppen auf. In Flehingen beim katholischen Pfarrer im Quartier, mit dem ich mich am Abend länger unterhielt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1570737721326562152?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1570737721326562152/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1570737721326562152' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1570737721326562152'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1570737721326562152'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/flehingen-11-januar-1940.html' title='Flehingen, 11. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-8440816117695241222</id><published>2008-11-28T00:50:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T01:43:00.677-08:00</updated><title type='text'>Wössingen, 10. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In aller Frühe Aufbruch über Durlach mit seinen rötlich-glänzenden Weinbergen nach Wössingen, dort im evangelischen Pfarrhaus einquartiert. Während des Marsches herrschte eine trockene Kälte, wie ich mir ihrer in solcher Schärfe nur noch aus dem harten Winter von 1928 auf 1929 entsinnen kann. An der Kolonne entlanggehend, sah ich zum ersten Mal ein erfrierendes Ohr – die Muschel war, als ob ihr ein Ring von Frischfleisch angeheftet wäre, weiss gesäumt. Wie es sich für den aufmerksamen Chef gehört, war ich der erste, der den Schaden entdeckte, eher als die Nebenmänner und auch als der Betroffene, den ich gleich mit dem Kraftrad zur Behandlung fahren liess.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Abends sass ich mit dem Oberstleutnant Vogler noch ein Weilchen bei der Pfarrerin und ihrer Tochter, während der Pfarrer auf Reisen war. Doch spürte man seinen Einfluss als präsente Macht im ganzen Haus. Es gibt zwei Arten der Disziplin – die eine, die von aussen nach innen wie eine Beize wirkt und den Menschen härtet, und eine andere, die vom Kerne wie ein Licht nach aussen strahlt und ihn, ohne ihn der Milde zu berauben, doch furchtlos macht. Zur ersten brauchen wir immer Meister, während die andere oft wie ein Samenkorn in uns erwächst.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Kirchenbücher, die seit 1690 erhalten sind. In einem von ihnen steht als Kuriosum, dass eine Magd, nachdem die über vierzig Jahr lang Röcke getragen hatte, eine andere schwängerte, sodann als Mann ihr Leben weiterführte und alt wurde.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Amüsanter Bericht über einen Vorgänger, der dort als eine Art von Falstaff im Winterquartier lag. Das ist ein Typus, wie ihn die Kriege immer wieder erzeugen werden, und immer bleibt es die gleiche Erscheinungswelt, die ihn umgibt: verschlagene und räuberische Diener, fette Gänse, lockere Mädchen, Zechgelage und Kartenspiel.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-8440816117695241222?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/8440816117695241222/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=8440816117695241222' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8440816117695241222'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8440816117695241222'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/wssingen-10-januar-1940.html' title='Wössingen, 10. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-7641590772844128783</id><published>2008-11-28T00:43:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T00:50:03.587-08:00</updated><title type='text'>Ettlingen, 9. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SS-wk-uZz9I/AAAAAAAAAWc/19bNG4kXbYg/s1600-h/Infanterie_Verdun4.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SS-wk-uZz9I/AAAAAAAAAWc/19bNG4kXbYg/s320/Infanterie_Verdun4.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5273627838033547218" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Nachtmarsch bei Regen, Hagel und Glatteis bis Ettlingen. Das Eis schoss glasig an den Helmen, Zügeln und Mänteln an. Die Isolatoren der  Überlandleitungen waren im kalten Nebel von blauen, gischtigen Lichtern überschwemmt. Solche Nächte sind vom Klirren der ungezählten Schritte in Nagelstiefeln fast ausgefüllt – das ist die kleine Münze des Krieges, eine Summe von unbekannten Anstrengungen und Leiden, die in der Schlacht als Kapital erscheint.&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Deutsche Infanteristen)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-7641590772844128783?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/7641590772844128783/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=7641590772844128783' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7641590772844128783'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7641590772844128783'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/ettlingen-9-januar-1940.html' title='Ettlingen, 9. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SS-wk-uZz9I/AAAAAAAAAWc/19bNG4kXbYg/s72-c/Infanterie_Verdun4.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1347915624788325617</id><published>2008-11-25T13:08:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T00:52:39.985-08:00</updated><title type='text'>Baden-Oos, 8. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um fünf Uhr wurden wir abgelöst und marschierten im Dunkel durch Felder und Wälder nach Baden-Oos. Beim Abmarsch Magenschmerzen, die sich dann besserten. Als Infantrist verfügt man über eine der besten Medizinen: über den langen Marsch.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Greffern-Stellung mit ihren offiziellen und geheimen Sorgen fällt nun in die Vergangenheit als Abschnitt, an den man sich erinnern wird. Im reinen Überstehen liegt heute schon Verdienst. In diesem Bunkergürtel fiel kaum ein Schuss, ausser auf Flieger und dann auf die zahlreichen Fasanan und Hasen, die in den schon hoch vom Gestrüpp durchflochtenen Drahtverhauen ihre Schlupfwinkel aufsuchten. Doch herrschte ein gewisser Komment. So wurde der Feldweibel Köhler, als er einen Baum ersteigen wollte, mit einer Feuergarbe bedacht. Ebenso gab es im Nachbarabschnitt Verwundete, weil man dort eine Strohpuppe mit der Maske von Chamberlain vorgezeigt hatte. In der Armee übersteigt die Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten die der durch feindliches Feuer Gefallenen um das Vielfache. Zu den ersten Toten gehörte übrigens ein Feldwebel der Propagandakompanie, der am Lautsprecher gefallen ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um Mitternacht bezogen wir eine Kaserne in Baden-Oos, in der ich auf dem Feldbett der Kälte wegen angezogen schlief. Wie uns im Traume oft Gestalten reiner und deutlicher erscheinen als bei Tage, so stellte sich mir hier der Typus der &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;Zudringlichen&lt;/span&gt; dar, und zwar in einem kleinen Gemüseladen, in dem ich eine gebratene Ente erwarb. Neben der Verkäuferin standen noch zwei, drei alte Weiber, von denen das eine den Vogel unbescheiden und obwohl ich es mir oft verbat, betastete. Es tat das, scheinbar, um mir Ratschläge zu erteilen, wie so ein Leckerbissen zuzubereiten und aufzutischen sei - in Wirklichkeit jedoch nur, um sich dann die Finger abzuschlecken, und es beraubte den Braten so allmählich der braunen, leckeren Glasur. Zuletzt fuhr dieses Wesen, das hager, beweglich und mit grossen spähenden Augen wie ein Fliege ausgestattet war, dem Vogel noch mit gekrümmtem Zeigefinger in die Hinteröffnung und holte ein Stückchen Eingeweide zum Schmause daraus hervor. Dann huschte es schnell hinaus und liess die Ente abgegriffen und unansehlich auf dem Ladentisch zurück. Erst jetzt begannen die anderen Weiber auf die Verschwundene zu schelten, woraus ich schloss, dass sie mit bösen Kräften versehen war. So war mir nicht nur das Mahl verdorben, sondern ich wurde auch von der Ahnung, dass die Begegnung unheilvolle Wirkung haben würde, noch bedrückt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1347915624788325617?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1347915624788325617/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1347915624788325617' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1347915624788325617'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1347915624788325617'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/baden-oos-8-januar-1939.html' title='Baden-Oos, 8. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-784749784750362640</id><published>2008-11-25T03:57:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T00:52:29.671-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 6. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSvsAP0PR3I/AAAAAAAAAWU/RVxpgnsPQdw/s1600-h/800px-The_Mutiliation_of_Uranus_by_Saturn.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 121px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSvsAP0PR3I/AAAAAAAAAWU/RVxpgnsPQdw/s320/800px-The_Mutiliation_of_Uranus_by_Saturn.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5272567277757089650" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In der "Corona", die ich von Kirchhorst mitbrachte, las ich eine Novelle "Bartleby" von Hermann Melville, der 1891 in New York gestorben ist. Obwohl ähnlich wie im "Oblomow" ein rein passiver Charakter geschildert wird, ist der Stoff doch so gut ausgesponnen, dass die Anteilnahme in keinem Augenblick erlahmt. Unter den Gaben, die ein Autor besitzen kann, ist das erzählende und fabulierende Talent zwar nicht das höchste, doch steigert es die Wirkung aller andren Kräfte, ähnlich wie die Gesundheit jede Lebensäusserung erhöt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Beendet: die "Theogonie" des Hesiod. Das gewaltige Bild: wie Uranos zur Nacht herabsteigt und die Erde umfängt, mäht Kronos ihm mit der zahnigen Sichel das Schamglied ab und wirft es hinter sich. Aus den Blutstropfen, die von der Wurfbahn auf die Erde träufeln, wachsen Erinnyen, Nymphen und Giganten, während die Scham in den Ozean fällt und ihrem weissen, auf den Wellen treibenden Fleische die Aphrodite entspriesst.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das sind noch andere Urzeugungen als die kleinen Aufgüsse, die wir im Leipziger Zoologischen Institut bewunderten.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Die Kastration des Uranos, Giorgio Vasari, Palazzo Vecchio, Florenz)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-784749784750362640?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/784749784750362640/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=784749784750362640' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/784749784750362640'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/784749784750362640'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/schilfhtte-6-januar-1939.html' title='Schilfhütte, 6. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSvsAP0PR3I/AAAAAAAAAWU/RVxpgnsPQdw/s72-c/800px-The_Mutiliation_of_Uranus_by_Saturn.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-3078260321048336310</id><published>2008-11-24T07:11:00.001-08:00</published><updated>2008-11-28T00:52:19.541-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 5. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kaffeestunde in der Schilfhütte, während deren ich die Tagebücher nachtrage. Eine Wachskerze aus der Lüneburger Heide steht auf dem blauen, geleerten Ingwerglas, das sie im Schmelzen mit gelben Fäden übersponnen hat. Die blaue Flamme umzittert eine gelbe Aura, ein feinster Lichtstaub, in dem sich die Materie zerstreut.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;An Räucherkerzen verwandte ich bislang eine grüne Sorte, milde und angenehm, dann eine braune aus Sandelholz und endlich schwarze Stäbchen aus Japan, auf deren weisser Asche in dunklen Lettern ein Spruch erscheint. An trüben und feuchten Orten, auch in der Nachbarschaft der Ratten, gewinnt man Sinn für solche Wissenschaft.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Eigenart der Werke tritt nicht so scharf hervor, wenn man in ihnen wohnt. Sie wurde mir erst deutlich, als ich gestern den Bunker 14 unweit vom Zollhaus Greffern revidierte, den die Besatzung verlassen hat. Als ich mit grosser Mühe die ungeheure Stahltür geöffnet hatte und in die Betongruft hinabgestiegen war, stand ich zwischen den Machinenwaffen, den Entlüftern, den Handgranaten und der Munition allein und hielt den Atem an. Zuweilen fiel ein Tropfen von der Decke, oder es läutete in verschiedenen Signalen das Festungstelefon. Hier erst erkannte ich den Ort als Wohnsitz eisenkundiger Zyklopen, denen das innere Auge fehlt - ganz ähnlich wie man in den Museen oft Gegenstände schärfer in ihrem Sinn erkennt als jene, die sie vor langer Zeit benutzten und fertigten. So war ich, wie im Inneren der Pyramiden oder in der Tiefe der Katakomben, dem Zeitgeist konfrontiert, den ich wie ein Idol ganz ohne den bewegten Schimmer der technischen Finessen sah und dessen ungeheure Stärke ich begriff.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Übrigens erinnerte das sehr Gedrückte, Schildkrötenhafte dieser Bauten an die aztekischen Architekturen, und nicht nur äusserlich. Was dort die Sonne war, ist hier der Intellekt, und beide stehen in Beziehung zum Blut, zur Todesmacht&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-3078260321048336310?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/3078260321048336310/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=3078260321048336310' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3078260321048336310'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/3078260321048336310'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/schilfhtte-5-januar-1939.html' title='Schilfhütte, 5. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-798808759253689018</id><published>2008-11-24T07:01:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T00:52:09.871-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 4. Januar 1940</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSrD453ko0I/AAAAAAAAAWM/a4l50XyYGt8/s1600-h/131_18.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 210px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSrD453ko0I/AAAAAAAAAWM/a4l50XyYGt8/s320/131_18.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5272241696164586306" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Vom Urlaub zurück, den nach zwei Tagen ein Telegramm beendete. Perpetua brachte mir die Nachricht in die Klause, in der ich gerade eine schöne Sternocera aus Djibouti betrachtete. Nachher fand ich sie traurig in der Küche vor.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Als Bahnlektüre das Buch von Brousson über Anatole France. Auf Seite 16 das bekannte Zitat aus La Bruyère: "Ein wenig mehr Zucker im Urin, und der Freigeist geht in die Messe." In der Tat beginnen wir zu glauben, wenn es uns schlechter geht. Wir nehmen dann aber auch Gerüche, Farben, Klänge auf, die uns sonst unzugänglich sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: &lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;Sternocera aequisignata)&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-798808759253689018?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/798808759253689018/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=798808759253689018' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/798808759253689018'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/798808759253689018'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/schilfhtte-4-januar-1939.html' title='Schilfhütte, 4. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSrD453ko0I/AAAAAAAAAWM/a4l50XyYGt8/s72-c/131_18.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-47363991654194668</id><published>2008-11-24T06:51:00.000-08:00</published><updated>2008-11-28T00:51:58.550-08:00</updated><title type='text'>Kirchhorst, 1. Januar 1940</title><content type='html'>Auf Urlaub in Kirchhorst. Die Mansarde trägt schon den Stempel des Unbewohnten; wie bald zieht doch der Wohngeist aus. Gestern, am Silvesterabend, sprach Martin von Katte vor. Er erzählte aus dem polnischen Feldzug Einzelheiten, die mich zu anderer Zeit gefesselt hätten, doch ist unser Vermögen, Begebenheiten aufzunehmen, begrenzt. Auch schienen mir von jeher alle Dinge, die ich von jenseits der Weichsel las und hörte, von geringerer historischer Bedeutung, als ob sie in nebelhaften Ländern spielten, in denen sich der Kontur verwischt. Ich hatte nie eine Vorstellung von Etzels Palast, ausserhalb des Chaotischen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-47363991654194668?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/47363991654194668/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=47363991654194668' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/47363991654194668'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/47363991654194668'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/kirchhorst-1-januar-1939.html' title='Kirchhorst, 1. Januar 1940'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1252041651933662215</id><published>2008-11-24T06:32:00.000-08:00</published><updated>2008-11-24T06:50:16.249-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 27. Dezember 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Frost, Nebel und windstille Luft zauberten Rauhreifbildungen hervor, wie ich es in solcher Fülle noch niemals sah. Die Bäume und Gesträuche waren bis in die feinsten Spitzen kristallisiert wie Zweige, die man in Mutterlauge stellt. In zartester Erstarrung traten sie still und wundersam hervor, als ich heut Morgen zum Werk Alkazar schritt. Sie tauchten aus dichtem, schneefeuchtem Nebel auf, oft schwer zu sehen, wie weisse Ornamente, die mit dem Ätzstift auf graue Platten eingestochen sind. Doch dann erfasste sie das Auge insgesamt mit einem Male, wie mit einer neuen Kunst des Sehens begabt. So spielten die Gesetze der Kristallwelt auch in das Landschaftsbild im grossen ein, indem es plötzlich in das Bewusstsein einzuschliessen schien. Indessen prägten sie auch die geringsten Formen - so hatten sich am Morgen auf den gefrorenen Schnee noch kleine Graupeln aufgelegt und bildeten ein Muster auf kristallisiertem Grunde, einen Irisschleier, mit Sternchen aufgewebt.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Wasser der Bäche floss schwarz und leblos durch diese helle Welt. Sein Anblick erinnerte mich an meinen alten Plan, über "Schwarz und Weiss" zu arbeiten. Das ist weit schwerer, als über die Farben etwas beizubringen, dager erscheint mit diese Abhandlung auch als ein Meisterstück, zu dem mir noch das Werkzeug fehlt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1252041651933662215?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1252041651933662215/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1252041651933662215' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1252041651933662215'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1252041651933662215'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/schilfhtte-27-dezember-1939.html' title='Schilfhütte, 27. Dezember 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-730328785558222469</id><published>2008-11-23T09:59:00.000-08:00</published><updated>2008-11-24T06:50:33.631-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 26. Dezember 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Von der Ägyptologie verspreche ich mir insbesondere die Klärung des Überganges von  den Bildern zu den Buchstaben  - darin verbirgt sich der Angelpunkt des Unterschiedes zwischen alter und neuer Welt. Herodot ist deshalb die Quelle ersten Ranges, weil &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;beide&lt;/span&gt; in ihm lebendig sind.  Griechen und Perser. Cäsar und Kleopatra. Abend- und Morgenland. Der byzantinische Bilderstreit.  Die Chinesen als Glieder der alten Welt. Napoleon, wie er die Fenster zählt.  Den Buchstaben wohnt auch ein Bestreben inne, sich zu Bildern zurückzuformen, etwa in der Wendung zum Ornament. Sie gewinnen bei diesen Versuchen, wie in den Moscheen, etwas Starres – gleich einem, der erfundene Träume erzählt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Eben weilt die kleine Katze bei mir in der Schilfhütte. Ihr Atem steigt sichtbar als Wölkchen in die kalte Luft, sich mit dem meinen mischend, dann wird er uns beiden, gewissermassen als Odem, wieder eingepresst, als ob es eine Quelle wäre, die uns beide belebt. Indem ich dies vermerke, springt sie zu mir auf den Tisch und schlägt mir mit dem Pfötchen die Feder weg. Kleine Schmeichlerin.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-730328785558222469?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/730328785558222469/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=730328785558222469' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/730328785558222469'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/730328785558222469'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/schilfhtte-26-dezember-1939.html' title='Schilfhütte, 26. Dezember 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2530635112071381115</id><published>2008-11-23T09:54:00.000-08:00</published><updated>2008-11-24T06:50:43.826-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 25. Dezember 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Weihnachtsabend erst Rundgang durch alle Bunker, dann Essen mit dem Kompanietrupp – Fasanen, gut abgehangen in unserem Munitionsraum, der zugleich als Wildkammer dient.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Heut morgen dann Gang am Schwarzbach im Rauhreif, mit Erinnerungen an frühere Weihnachten. Es gibt nur eines, das uns nie verlässt – die Lebensstimmung, die seit dem ersten Bewusstsein die gleiche bleibt, wie eine Melodie, die immer wiederkehrt und deren Takte noch spielen, wenn das Schiff versinkt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein Raubvogel strich von einer Schwarzpappel ab, liess sich dann auf einem Acker nieder und hüpfte in zugleich unbeholfen und heraldisch starren Sprüngen davon. Da ich ihm folgte, wollte er über den Schwarzbach setzen, fiel aber im Flug in Wasser und arbeitete sich wieder an das Ufer hoch. Als ich auf ihn zutrat, sah ich, dass sein linker Flügel zerschossen war; das Blut träufelte mennigrot in den Schnee. Der Vogel blickte mich starr mit seinen gelben Augen an, mit geradem, kühnem und völlig ungebrochenem Blick. Ich liess ihn, nachdem ich ihn lange betrachtet hatte, ohne ihn anzutasten, im Gestrüpp allein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gedanke: „Da du ihn nicht berührtest, kommt er vielleicht davon.“&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sodann vor einem Kruzifix. Kalt von der Dornenkrone hing der Reif in langen silbernen Fäden herab. Auch hatten die Augen Silberwimpern angesetzt, die leise im Lufthauch zitterten.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2530635112071381115?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2530635112071381115/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2530635112071381115' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2530635112071381115'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2530635112071381115'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/schilfhtte-25-dezember-1939.html' title='Schilfhütte, 25. Dezember 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-6782438963741775718</id><published>2008-11-23T09:41:00.000-08:00</published><updated>2008-11-23T09:53:37.549-08:00</updated><title type='text'>Schilfhütte, 17. Dezember 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSmYbGdi3UI/AAAAAAAAAWE/hfQddh9RzHw/s1600-h/Foto_Kubin-_Portrat_II.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSmYbGdi3UI/AAAAAAAAAWE/hfQddh9RzHw/s320/Foto_Kubin-_Portrat_II.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5271912430172298562" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Nachricht vom Tode des Dr. Ostern hat mich betrübt. Solche Naturen bringt die Zeit nicht mehr hervor, oder sie bildet sie nicht mehr. Aus Zwickledt sandte mir Kubin ein Bändchen Erzählungen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachts leichter Schneefall. Ich zog in meine neue Hütte ein, die angenehm  nach frischen Brettern riecht. Die Wände sind mit Faschinenwerk verstärkt, die Decke ist aus Schilf gebildet, das nun, nachdem ich im Bunker lange auf Beton gestarrt habe, sehr angenehm und warm zu sehen ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Kubin"&gt;Alfred Kubin&lt;/a&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-6782438963741775718?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/6782438963741775718/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=6782438963741775718' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6782438963741775718'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6782438963741775718'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/schilfhtte-17-dezember-1939.html' title='Schilfhütte, 17. Dezember 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSmYbGdi3UI/AAAAAAAAAWE/hfQddh9RzHw/s72-c/Foto_Kubin-_Portrat_II.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2064929432023400343</id><published>2008-11-23T09:35:00.000-08:00</published><updated>2008-11-24T06:51:10.825-08:00</updated><title type='text'>Bei Greffern, 8. Dezember 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Abend wurde ein Tunichtgut von etwa fünfzehn Jahren dicht am Rhein aus einem Drahtverhau geholt, in dem er wie eine Drossel im Sprenkel sass. Er wurde mir in zerrissenen Kleidern vorgeführt und erzählte, dass er aus Pforzheim ausgerissen sei, „um die Befestigungen zu sehen“. Da das Bürschlein einen harmlosen Eindruck  machte, liess ich ihm in unserer kleinen Kantine zu essen geben und im Bunker eine Pritsche einräumen. Dann kamen zwei Gendarmen, um es abzuholen, bedeutend ungemütlicher als wir Soldaten, indem sie ihm die Taschen durchsuchten und die Hosenträger abknöpften. Als sie mit ihm abzogen, drehte sich der eine noch nach mir um: „Das ist ein ganz Sauberer, ein ganz Geschickter.“&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Polizisten sind auf das Schlechteste in uns geeicht. Daher behalten sie auch meistens recht.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2064929432023400343?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2064929432023400343/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2064929432023400343' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2064929432023400343'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2064929432023400343'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/bei-greffern-8-dezember-1939.html' title='Bei Greffern, 8. Dezember 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-6195352882020528328</id><published>2008-11-20T08:15:00.000-08:00</published><updated>2008-11-20T08:16:08.435-08:00</updated><title type='text'>Bei Greffern, 4. Dezember 1939</title><content type='html'>Wieder im Abschnitt. Abends kam der grosse Schlafsack an, den Spinelli für mich bestellt hat, mit roter Seide überzogen, so dass ich nun im Bunker liege wie ein Mandarin im Staatsgewand.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-6195352882020528328?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/6195352882020528328/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=6195352882020528328' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6195352882020528328'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6195352882020528328'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/bei-greffern-4-dezember-1939_20.html' title='Bei Greffern, 4. Dezember 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-6469822870614151046</id><published>2008-11-20T07:54:00.000-08:00</published><updated>2008-11-20T08:01:07.473-08:00</updated><title type='text'>Karlsruhe, 2. Dezember 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Beim Heraustreten auf den Platz herrliches Morgenrot. Goldene Wolken vor grünem Hintergrund. Das westliche Gewölbe kalt, blassgrün. Die grossen Bauten stehen noch still und menschenleer. In diesem Lichte wirken sie höher, klarer, auch tritt ihr geisterhafter Plan hervor - die Qualität, in der sie nicht für Menschen allein errichtet worden sind.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Abends Verdunkelung. Die Auslagen in den Geschäften sind durch winzige Lichtquellen erhellt und Gegenstände in ihnen phosphorisch präsentiert. Ihr Anblick weckt das Gefühl von Kostbarkeiten - was wohl darauf beruht, dass man in ihnen weniger Güter als die Idee von Gütern wahrzunehmen glaubt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Begonnen: Hebbels Briefe, eine Lektüre, die mich neben seinen Tagebüchern schon öfters im Leben stärkte und kräftigte. Es tut uns immer wohl, zu wissen, dass schon einmal jemand auf dieser Galeere weilte und dass er sich würdig auf ihr verhielt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-6469822870614151046?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/6469822870614151046/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=6469822870614151046' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6469822870614151046'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6469822870614151046'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/karlsruhe-2-dezember-1939.html' title='Karlsruhe, 2. Dezember 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2654901793282612705</id><published>2008-11-20T07:17:00.000-08:00</published><updated>2008-11-20T07:44:55.099-08:00</updated><title type='text'>Karlsruhe, 28. November 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Seit Tagen nehme ich hier in Karlsruhe an einem kurzen Lehrgang teil und bin im "Reichshof", einem Hotel am Bahnhof, untergebracht. Der Schlaf im Bett ist nach der Bunkerzeit sehr angenehm, ein grosser Genuss. Man möchte ihn überwachen, zur Verlängerung der Zeit. In einer Stadt, die ich einrichtete, ordnete ich an: "dass von den bunten Kirchenlichtern zur Trauer alle gebrannt werden könnten, nur die roten nicht".&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Hesiodsche Zeit, ehe die Götter die Nahrung verbargen, ist das christliche Paradies. Die ersten Menschen lebten in der Fülle, in den Elementen, und nach dem Tode kehren wir zu ihnen zurück. Die Ökonomie, Moral, Technik, Industrie indessen haben sich aus den Elementen entfernt und liegen ihnen mehr oder minder zehrend auf. Dass die Sonne inmitten der Weltraumkälte durch Äonen ihre Gluten spendet, liegt daran, dass sie in den Elementen lebt. In jedem Wunder findet übrigens ein Rückgriff auf die Elemente statt. In jeder Heilung ebenfalls.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2654901793282612705?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2654901793282612705/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2654901793282612705' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2654901793282612705'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2654901793282612705'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/karlsruhe-28-november-1939.html' title='Karlsruhe, 28. November 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2905148994207711428</id><published>2008-11-20T01:17:00.000-08:00</published><updated>2008-11-20T01:24:30.468-08:00</updated><title type='text'>Bei Greffern, 22. November 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSUsnuvV7_I/AAAAAAAAAVw/wKh0cog49vw/s1600-h/2180_36.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 217px; height: 320px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSUsnuvV7_I/AAAAAAAAAVw/wKh0cog49vw/s320/2180_36.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5270667999980154866" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die Flut hat ihren höchsten Stand erreicht und geht zurück. Auf meinen Gängen durch die Stellung sehe ich viele Vögel, so den Reiher, der nahe dem Zollhaus Greffern auf einer Kiesbank fischt. Im Dämmerlicht treten die Fasanen so zahlreich aus dem Erlengürtel, das manche Wiese einem gutbesetzten Geflügelhofe gleicht. Der Eisvogel. Wenn man das Tierchen funkelnd aus dem vergilbten Schilficht schwirren sieht, ist man versucht, zu fragen, warum inmitten dieser trüben Landschaft die Natur es schmückte wie einen Edelstein. Die Wissenschaftler weisen Relikte aus der Eiszeit nach - vielleicht gibt es auch solche aus der Märchenzeit.&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Der Eisvogel,&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt; Alcedo atthis&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;) &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2905148994207711428?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2905148994207711428/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2905148994207711428' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2905148994207711428'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2905148994207711428'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/bei-greffern-22-november-1939.html' title='Bei Greffern, 22. November 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSUsnuvV7_I/AAAAAAAAAVw/wKh0cog49vw/s72-c/2180_36.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5709508492231004597</id><published>2008-11-20T00:58:00.000-08:00</published><updated>2008-11-20T01:16:33.497-08:00</updated><title type='text'>Bei Greffern, 18. November 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSUqavVIAEI/AAAAAAAAAVo/lUSHcluywg0/s1600-h/IMG_9565.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 178px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSUqavVIAEI/AAAAAAAAAVo/lUSHcluywg0/s320/IMG_9565.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5270665577777070146" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Seit vorgestern Hochwasser. Der Rhein schiesst mit grosser Geschwindigkeit dahin. Der Strom führt Balken, Flaschen, Kanister, tote Tiere mit. Wo er den Drahtverhau erreicht, setzt sich in Gürteln eine kleine Wasserpflanze an, deren zartgrüne Oberfläche durch angeperlte Luft versilbert wird. Es ist die amerikanische Azolla, die zu den Wasserfarnen zählt und bei uns an machen Stellen in Massen verwilderte. Im Freien begegne ich ihr in Deutschland zum ersten Mal.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zuweilen treiben auch Pontons und grosse Brückenteile den Strom hinab und ziehen von beiden Ufern lebhaftes Feuer an. Man merkt, dass in der Gegend an Waffen nicht Mangel herrscht. Wenn man sich auf der Erde auch sorglos zeigen darf, sind doch das Wasser und die Luft tabu.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Verschiedene Bunker vor dem Hochwasserdamm sind fast abgeschnitten und drohen zu versaufen, wenn das Wasser weiter steigt. Ich halte daher Flosssäcke und Schlauchbote bereit. Auch bauen die Pioniere Laufstege, die freilich den Nachteil haben, dass sie von drüben einzusehen sind. Sie weden daher mit Schilf getarnt. Ich benutze die Gelegenheit, mir beim Pionierdepot Schnittholz zu bestellen, da ich mir eine Hütte als Einsiedelei erbauen lassen will. Man muss sich einrichten.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Großer Algenfarn, &lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;Azolla filiculoides&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5709508492231004597?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5709508492231004597/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5709508492231004597' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5709508492231004597'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5709508492231004597'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/bei-greffern-18-november-1939.html' title='Bei Greffern, 18. November 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSUqavVIAEI/AAAAAAAAAVo/lUSHcluywg0/s72-c/IMG_9565.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4264758010173106542</id><published>2008-11-19T23:35:00.000-08:00</published><updated>2008-11-20T00:27:58.996-08:00</updated><title type='text'>Bei Greffern, 15. November 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Franzosen zeigen sich, ohne dass wir auf sie schiessen, und umgekehrt. Zwischen den Werken und Gräben pflügen die Bauern und bringen die Rübenernte ein. Auf der Strasse nach Rastatt, die dicht an meinem Bunker vorüberführt, rollen Autos - vielleicht mit Geschäftsreisenden oder auch einem Liebespärchen darin. Dieses Neben- und Durcheinander der Kreise erinnert mich an die Optik in den Träumen und ist bezeichnend für unsere Welt, deren gefährliche Züge es eher verstärkt. Die Räume und ihre Stimmungen überschneiden sich wie in den Lichtspielen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Abend war ich als Gast in der "Villa Goldfasan", in der Spienlli mit seinem Zugtrupp haust. Es gab Suppe, Braten, Gemüse und sogar Pudding, auch Bier und Wein. So tafelten wir recht gut in der kleinen Holzhütte, an deren kahlen Wänden als einziger, heraldischer Schmuck eine Reihe von Stahlhelmen auf einem Simse stand. Spinelli gehört zu jenen Menshcen, die sofort alle Hilfsmittel einer neuen Umgebung übersehen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4264758010173106542?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4264758010173106542/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4264758010173106542' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4264758010173106542'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4264758010173106542'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/bei-greffern-15-november-1939.html' title='Bei Greffern, 15. November 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4314989720907466423</id><published>2008-11-19T06:18:00.000-08:00</published><updated>2008-11-19T09:21:54.965-08:00</updated><title type='text'>Bei Greffern, 11. November 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSRK3JozLzI/AAAAAAAAAVg/V98UI_8S-ik/s1600-h/345px-Karte_westwall.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 184px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSRK3JozLzI/AAAAAAAAAVg/V98UI_8S-ik/s320/345px-Karte_westwall.png" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5270419775270629170" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am 6. November, um zwei Uhr morgens, fuhren wir von Bergen ab. Der dunkle Trubel, der beim Verladen üblich ist, berührte mich wie eine erste Wiedergeburt der Dinge aus dem Weltkriege. Sehr deutlich flog mich dabei auch ein Schauer, ein Strahl von kalter Dämonenarbeit, an, besonders beim Klirren der Hämmer und Ketten, das durch die Eisluft schnitt. Der Atem, der in weissen Wölkchen, wie Watte, vorm Munde der Menschen, vor den Nüstern der Tiere stand. Jetzt scheuen vor einer Küche die Pferde, dass die Funken stieben, und emsig bildet sich ein schwarzes Grüppchen, um auszuspannen und sich vorzuschirren - Ameisen, die mit der Bergung ihrer Güter und ihrer Symbionten beschäftigt sind. In solchen Augenblicken sieht man ein wenig schärfer, wieviel an Trieb im Leben ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gedanke: die bleichen Eintagsfliegenschwärme, mit deren Körpern der Weltmechanikus die Achsen schmiert. Sie klatschen an das kalte Eisen an.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Im Abteil, in das meine neue Ordonnanz, Rehm, mir zwei Decken bringt. Seine Haltung ist gut, die eines Mannes am Schluss einer strammen und angestrengten Ausbildung. Wenn ich ihn anspreche, legt sich sein Kinn in Falten, indem es die Halsbinde sucht, und sein Gesicht nimmt Züge der Versteinerung an. Die Mittelfinger zeigen senkrecht nach untern, die Handteller sind scharf durchgedrückt, ohne Schwalbennester, wie sie sich bilden, wenn die Disziplin ihre Frische verliert. Während der nächsten vierundzwanzig Stunden kommt er in gewissen Abständen mit Kaffee, warmer Kost und Brot. Ebenso erscheinen der Hauptfeldwebel und der Kompanietruppenführer; beide rufen einen guten Eindruck hervor. Der Kompanietrupp, ein im Weltkriege noch unbekanntes Organ, erleichtert auf angenehme Weise die Verwandlung der Befehle in Aktion.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ausser mir ist Spinelli im Abteil, meine rechte Hand, der einzige Kompanieoffizier. Er verfügt über eine schöne Sicherheit, etwas amerikanisch, wie die jungen Leute, die man in den Filmen vor bedenklichen Abenteuern sieht, denen sie indessen durchaus gewachsen sind. Ich sehe ihn eine Reihe Anordungen treffen, die sich zum Teil auf seinen Zug, zum Teil auf seine eigene Bequemlichkeit beziehen; er fühlt sich dabei ganz offenbar in seinem Element. Vor allem ist er mir angenehm.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Schlafend, frühstückend, uns unterhaltend oder lesend durchqueren wir Deutschland in westlicher Richtung. Zuweilen wird Essen ausgegeben, zuweilen tauchen junge Mädchen mit Tee oder Kaffee vor den Fenstern auf. So kommen wir in der nächsten Nacht gegen zwei Uhr in Pforzheim an.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die schmale Sichel des Mondes, Orion funkeln über dem Schienenstrang. Während wir auf Befehle warten, schiesst plötzlich, gleichsam eiskristallisch, ein unerwarteter Gedanke an: wie unermesslich die Fixsternwelten auch hinter den bewohnten Räumen liegen - im Augenblick des Todes eilen wir über sie hinaus. Es gibt Sekunden, in denen unser Geist die Lichtjahrfernen überwinden wird, vor deren Abgrund er erschrickt. Ihm stehen unerhörte Fahrten noch bevor. Die Abenteuer dieser Erde sind nur Symbole des letzten, grössten - sie spielen in den Vestibülen und Brandungsgürteln der dunklen, fürchterlichen Majestät.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Endlich kommt unsere Order, und ihr entsprechend marschieren wir nach Höfen an der Enz, wo wir am Morgen eintreffen. Die Kompanie wird auf die Häuser und Höfe aufgeteilt, und ich beziehe mit Spinelli eine schöne Besitzung am Hange, in der uns Frau Commerell mit einem Frühstück aufwartet. Sehr müde legen wir uns in die weichen Betten, aus denen uns nach einer knappen Stunde eine Ordonnanz aufstöbert. Spinelli soll sogleich ein Vorkommando an den Westwall führen, und mir werden die drei Schützenkompanien, die in der Nacht den Schwarzwald überqueren sollen, unterstellt. Mit Anordungen und Vorbereitungen verfliesst die Zeit, und erst am späten Nachmittag finde ich zu kurzer Ruhe Gelegenheit.  So nimmt man den Schlaf in Prisen ein. Bei Commerells zum Abendessen: Forellen, durch die Kunst der Köchin lichtblau gesotten und schön dressiert, also ob sie schwimmend mit gespreizten Flossen sich im Wasser schlängelten. Nachher im Sofa ein Glas Burgunder; Unterhaltung mit dem Hausherrn, und zwar über Pilze, insbesondere die Erdsterne und unterirdische Arten, die sich um Wurzelgeflecht bestimmter Bäume ansiedeln. Es ist immer sehr schön, wenn jemand neben seinem Metier ein Gebiet seiner Vorliebe in vollkommener Weise beherrscht - das gibt eine Idee vom Luxus dieser Welt. "Ererbter Reichtum verpflichtete mich zu besonders sorgfältigen Studien" - so ähnlich heisst es an einer Stelle bei Poe.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach Mitternacht werde ich durch Rehm geweckt und finde unten Brote und eine Thermosflasche voll Kaffee vor. Um zwei Uhr Abmarsch. Gleich hinter dem Orte, in der Richtung auf Dobel, bedeutende Steigungen. Obwohl alle Vorkehrungen getroffen, insbesondere Stollen auf die Eisen geschraubt und Schiebekommandos eingeteilt worden sind, geraten die nur an die Tiefebene gewöhnten Pferde sogleich in Schweiss. Sie schnauben und strömen trotz der warmen Föhnluft, die durch die Täler streicht, Dampfwolken aus. Ich lasse häufig halten, eindecken und auch zuweilen tränken, wobei darauf zu achten ist, dass Häcksel auf dem Wasser schwimmt, damit die Tiere nicht zu hastig den Durst löschen. Die Fahrer müssen absitzen, die Beifahrer grosse Knüppel hinter die Räder legen, damit der Wagen im Zurückrollen die Tiere nicht unnütz beschwert. Die Nacht verfliesst mit Pausen und Antreiben. Bei Herrenalb beginnt es zu tagen - die Felsen steigen dort senkrecht wie hohe graue Orgelpfeifen auf und sind von einem kupferroten Buchenwald gekrönt. Ich lasse Fliegermarschtiefe bilden und die Maschinengewehre freimachen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Indessen wird es Zeit, dass ich mich mit den Quartieren beschäftige, auch ist in der Unterkunft der Luftschutz aufzubauen - Ich reite daher nach Gernsbach vor. Unterwegs überholt mich im Auto der Divisionskommandeur, General Vierow, den ich kennenlerne, indem er meine Meldung entgegennimmt. Er spricht mir seine Unzufriedenheit über den Zustand der Pferde aus, wird dann aber umgänglicher und erwähnt, dass er in Wünsdorf die Lehrerkompanie führte, als ich dort in der Vorschriftenkommision war. Offenbar zehre ich bei dieser Gelegenheit vom angesammelten Schatz der Verdienste, von denen ich indessen, wenn möglich, lieber einen neuen Vorrat anlegen will. Als Lehrlinge dürfen wir nicht altern, müssen immer sechzehn sein.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Gernsbach verfliesst der Tag wie der vorige. Ich liege mit Rehm bei einem Arzt im Quartier. Seine Gattin, eine sehr angenehme Frau, erweckt in mir die Vorstellung, dass ich sie schon einmal gesehen habe - ein Empfinden, das sich wohl eher auf den Habitus als auf die Person bezieht. Nachher trotz der Erschöpfung unruhiger Schlaf, mit einem Wirbel von Traumbildern. Ich hörte eine Stimme rufen: "Das Nichts hat seinen Maskenball" und antwortete: "Legt rote Schminke auf". Erwachend sehe ich, dass die Stunde schon vorgeschritten ist, und finde Rehm, der mich wecken sollte, im Tiefschlaf, schwer atmend, wie betäubt. &lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Beim Abmarsch bildet sich in den engen Gassen eine Stockung, die viel Zeit verschlingt. Am Ausgang stürzt ein Handpferd in eine Schlucht. Wir marschieren über Lichtental, Malbach, Neuweier nach Steinbach, einem Ort in der Rheinebene. Hier erwachen die Farben - besonders leuchted in den Maiskolben, die man gelb und rot am zarten Bast ihrer umgestülpten Hüllen unter den Regendächern hängen sieht. Ihr Anblick flösst ein Gefühl des Überflusses ein, gleich Weizenähren, wie sie Gulliver im Land der Riesen sah. Neben ihnen trocknen Tabakblätter in braunen Büscheln aus.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Steibach ist eben zum Mittagessen Zeit, dann fahre ich, um meinen Abschnitt zu übernehmen, an den Westwall vor. Es dunkelt und beginnt zu regnen, ehe ich den Bunker finde, in dessen Sommerlaube mich der Hauptmann Zink empfängt. Er übereignet mir an einem Tisch, auf den der Regen tropft, ein System von Bollwerken, mit dessen Feuerkraft sich eine Division im Angriff aufhalten lässt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach Mitternacht trifft, ganz durchnässt, die Turppe ein. Die Gruppen werden durch Führer zu ihren Werken gebracht.  Ich ziehe mit dem Kompanietrupp in unseren Bunker, der zwanzig Pritschen fasst, und habe, da es nicht leicht fällt, hier einzuschlafen, Musse, mich in der neuen Umgebung umzusehen. Sie ist kälter, ungemütlicher als die entsprechenden Orte im Weltkrieg - schon desshalb, weil man damals in Holz und Erde hauste, während jetzt Beton und Eisen an ihre Stelle getreten sind. Die Architektur ist schwer und niedrig, wie für Schildkröten berechnet, auch erwecken die schweren Stahltüren, die luftdicht zuschnappen, ein Gefühl, als zwängte man sich in Kassenschränke ein. Der Stil ist finster, unterirdisch, eine Durchdringung von vulkanischem Schmiede- und rohem Zyklopenelement. Gleich neben dem Eingang steht ein Topf mit einer kalkigen Flüssigkeit, wohl gegen Kampfstoffverletzungen. Die Luft ist warm, ölig, schlägt sich feucht an den Wänden nieder; sie riecht nach Gummi, Steinkohlenfeuer und Eisenrost. Da sie sich schnell verschlechtert, muss jeder abgelöste Posten noch eine Viertelstunde an der Kurbel eines grossen Entlüfters drehen, der Frischluft durch einen Filter presst. Dazwischen hört man die Schläfer im Traume murmeln und die Klappen des Kastens fallen, an dem die Fernsprechwache sitzt. Sie antwortet mit "Hier Führer Kühlraum", wenn sie von meinem Zügen "Klara", "Fliederbusch" und "Limburg" angerufen wird. Auch melden sich das grosse mir unterstellte Werk "Alkazar" als "Fliegenpilz", das Bataillon als "Dämmerlicht" und das Regiment als "Adonis". Das Kauderwelsch passt nicht übel zur Architektur. Hinzu kommt für mich, dass ich neu in der Truppe bin. Die Aufgabe wird mir gleichsam als Silbenrätsel vorgeschüttet, aus dem ich erst den Text zusammensetzen muss.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Der Westwall, auch "Siegfried-Linie", 630 Kilometer lang)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4314989720907466423?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4314989720907466423/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4314989720907466423' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4314989720907466423'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4314989720907466423'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/bei-greffern-11-november-1939.html' title='Bei Greffern, 11. November 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSRK3JozLzI/AAAAAAAAAVg/V98UI_8S-ik/s72-c/345px-Karte_westwall.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-6203682189977449003</id><published>2008-11-19T06:02:00.001-08:00</published><updated>2008-11-19T06:13:32.507-08:00</updated><title type='text'>Belsen, 3. November 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Soeben bin ich als Chef der zweiten Kompanie des Regiments 287 auf dem Übungsplatz Bergen eingerückt, von wo wir, wie ich höre, uns schon übermorgen in Bewegung setzten werden, mit unbekanntem Ziel.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Abschied von Perpetua - in einem dieser vollgestopften Bürgerzimmer von 1905, die nun auch schon gemütlich geworden sind. Was wir Romantik nennen, besteht zu allen Zeiten und gleicht dem Schatten, wie er dem Zeiger folgt, der unerbittlich die Zahlen weist. Die Uhr, die tickte, was ich sonst im Schlaf nicht leiden mag. Hier hielt sie das Bewusstsein wach, das nun den Schlummer aus seiner Perspektive mitgenoss. So dehnte die Nacht in einer Zeit, die wie durch feine Waagen zugemessen wurde, sich endlos aus.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gedanke, dass jeder Mensch ein Universum ist. So wird uns oft an unseren Nächsten, an unseren Eltern, Brüdern, Frauen, nachdem wir Jahre und Jahrzehnte mit ihnen lebten, eine neue, unbekannte Tiefe offenbar. Wir müssen freilich, um solches zu erkennen, uns selbst auch wandeln - dann entdecken wir vielleicht in diesen Massen der grossen Städte, die uns so nichtig scheinen, noch Schätze wie in den unbekannten Minen von Peru. Wer das erschliessen könnte, wiederholte in höchsten Formen die Mobilisation.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-6203682189977449003?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/6203682189977449003/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=6203682189977449003' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6203682189977449003'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6203682189977449003'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/belsen-3-november-1939.html' title='Belsen, 3. November 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1149344499765483095</id><published>2008-11-18T02:34:00.000-08:00</published><updated>2008-11-18T02:36:48.458-08:00</updated><title type='text'>Kirchhorst, 17. Oktober 1939</title><content type='html'>Zwei- oder dreimal in der Woche fahre ich mit dem Rade von Bothfeld nach Kirchhorst. Es fällt mir auf, dass dieser Weg sich um so mehr verkürzt, je öfter ich ihn mache - das kommt wohl daher, dass der Geist ihn gliedert und so in eine Zahl von kurzen Strecken spaltet, wodurch man dann auch das Ganze schneller zu überwinden glaubt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1149344499765483095?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1149344499765483095/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1149344499765483095' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1149344499765483095'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1149344499765483095'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/kirchhorst-17-oktober-1939.html' title='Kirchhorst, 17. Oktober 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5574530870649510078</id><published>2008-11-18T02:23:00.000-08:00</published><updated>2008-11-18T02:34:03.090-08:00</updated><title type='text'>Bothfeld, 10. Oktober 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auf der Vahrenwalder Heide. Im Trab duch die Wassergräben, so dass das hohe spitze Schilf den Sattel streift. Herrliche Morgenfrische, in der das Auge die spritzenden Wassertropfen im Fluge fasst und in der kühlen Sonne blitzen sieht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der Krieg gleicht dem Leviathan, von dem nur ein paar Schuppen oder eine Flosse sich aus den Fluten heben - der Stoff ist zu massiv, als dass der Blick ihn gliedern könnte, und dadurch erwächst ein Zustand der Unwirklichkeit. Die Menschen fühlen die Bewegung grosser Massen in ihrer Nähe, ohne doch deren Ziel und Richtung zu erfassen; auch ahnen sie vielleicht, dass andere Dinge in der Hülse dieser Tage verborgen sind - Schauspiele neuer und unbekannter Art. So kommt es auch, dass sie der Deckung verlustig gehen, weil sie den Zug nicht kennen, in welchem das Schicksal des Weges zieht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5574530870649510078?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5574530870649510078/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5574530870649510078' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5574530870649510078'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5574530870649510078'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/bothfeld-10-oktober-1939.html' title='Bothfeld, 10. Oktober 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-5437608266282530835</id><published>2008-11-17T13:05:00.000-08:00</published><updated>2008-11-18T02:23:33.089-08:00</updated><title type='text'>Kirchhorst, 8. Oktober 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSKXUlYSlmI/AAAAAAAAAVY/u9paqgDSRm4/s1600-h/gvj.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 134px; height: 209px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSKXUlYSlmI/AAAAAAAAAVY/u9paqgDSRm4/s320/gvj.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5269940893864072802" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wieder ein Wechsel, diesmal nach Bothfeld zu den 73ern, bei denen ich morgen antrete. Bis dahin verbringe ich die Stunden in Hof und Garten und in Gesellschaft von Perpetua. Die Bäume tragen schönes und schweres Obst.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zur Astrologie. In unserem Lebenslauf begegnen wir stets der einen, die uns aus unseren vorgeschriebenen Bahnen wirft und zur Begleitung zwingt, ob wir nun wollen oder nicht. Demgegenüber flammen die andren Berührungen nur wie Kometen oder Meteore auf; und alles, was Eros ferner bringt, steht unter dem Einfluss der Gebieterin. Daher liegt auch die Treue im Grunde ausser unserem Willen; in ihrem Wesen wirkt mehr an Schwerkraft als an Tugend auf uns ein. Man sieht das auch an Geschiedenen, die immer noch in Gedanken umeinander kreisen - bis in die Formen des Hasses wirkt der Zwang der grossen Begegnungen nach.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Gretha von Jeinsen, "Perpetua", Ehefrau Jüngers)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-5437608266282530835?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/5437608266282530835/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=5437608266282530835' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5437608266282530835'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/5437608266282530835'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/kirchhorst-8-oktober-1939.html' title='Kirchhorst, 8. Oktober 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SSKXUlYSlmI/AAAAAAAAAVY/u9paqgDSRm4/s72-c/gvj.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2064229468254654924</id><published>2008-11-15T05:15:00.000-08:00</published><updated>2008-11-15T05:50:55.178-08:00</updated><title type='text'>Halberstadt, 5. Oktober 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR7TiYuUIrI/AAAAAAAAAVQ/Kp-Ns24avUo/s1600-h/529px-Wappen_Halberstadt.svg.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 282px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR7TiYuUIrI/AAAAAAAAAVQ/Kp-Ns24avUo/s320/529px-Wappen_Halberstadt.svg.png" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5268881201775780530" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein plötzliches Kommando nach Halberstadt. Wenn wir spät und ermüdet, vielleicht auch noch bei Regen, an einem unbekannten Ort eintreffen, verlieren wir die Fähigkeit, die Dinge farbig zu sehen. Sie erscheinen uns grau, ja hoffnungslos. In solchen Fällen sollte man sogelich zur Ruhe gehen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Beim Erwachen dagegen erscheinen uns nicht nur die Farben, sondern auch die Formen von einer neuen Kraft erfüllt. Ich erinnere mich, dass ich eines Morgens in das Muster eines Vorhanges gewobene Rechtecke in einer mir bis dahin unbekannten, ethischen Bedeutung sah. Die Dinge sind dan inhaltsprall - sie sprechen, sowie der Blick auf sie gerichtet wird.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Unangenehm ist das Erwachen kurz vor der Erholung, etwa zwei Stunden nach Mitternacht. Die Spanne ist besonders nüchtern; sie gleicht dem toten Punkt vorm neuen Pendelschlag. Napoleon lobt daher den Zwei-Uhr-morgens-Mut. Gefürchtet war diese Stunde auch in den Klöstern und Einsiedeleien der Thebais; es drohten in ihr gewisse Formen der Schwermut besonders stark. Mit Recht galt diese Art der Traurigkeit als Sünde, da sie den bösen Mächten den Weg erschloss. Darin liegt überhaupt das Übel der Melancholien; sie schaffen Stellen gleich Siegfrieds Lindenblatt. Im Stande hoher Kraft sind wir fast unverletzlich; selbst die Geschosse finden gleichsam nur durch Kanäle den Weg zu uns. In Island tasteten die Mütter den Körper der Krieger vorm treffen ab und fühlten, wo eine ungefeite Stelle war.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Wappen von &lt;/span&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Halberstadt"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;Halberstadt)&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2064229468254654924?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2064229468254654924/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2064229468254654924' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2064229468254654924'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2064229468254654924'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/halberstadt-5-oktober-1939.html' title='Halberstadt, 5. Oktober 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR7TiYuUIrI/AAAAAAAAAVQ/Kp-Ns24avUo/s72-c/529px-Wappen_Halberstadt.svg.png' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-7831620691297742642</id><published>2008-11-15T04:44:00.000-08:00</published><updated>2008-11-15T04:54:58.497-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 4. Oktober 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Übungsritt von Blankenburg bis auf den Exerzierplatz von Halberstadt, am &lt;a href="http://www.harzregion.de/geopark/14.html"&gt;Gläsernen Mönch&lt;/a&gt; vorbei, in einem Zustand von Abwesenheit, der zu der strengen Einordnung der Person in starkem Gegensatz stand. So sah ich ein braunes Feld nur wie im Traum, und Stroh, das darauf ausgebreitet war, wie aus dem Grenzenlosen angespült. Dagegen rückte eine grüne Wiese mit Rosensträuchern, an denen die Hagenbutten flammten, ganz nah heran. Die Dinge erscheinen wie durch eine Linse, die sich bald schärfer einstellt, bald erschlafft.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wir leben nicht völlig in der Welt und auch nicht völlig in unserem Leibe - doch eines Tages werden die Teile, mit denen wir innen und aussen sind, addiert.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-7831620691297742642?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/7831620691297742642/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=7831620691297742642' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7831620691297742642'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7831620691297742642'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-4-oktober-1939.html' title='Blankenburg, 4. Oktober 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-422188268811781705</id><published>2008-11-15T04:10:00.001-08:00</published><updated>2008-11-15T04:43:41.494-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 29. September 1939</title><content type='html'>In den Harztälern, zur Festlegung von Strassen für die motorisierten Verbände, die in diesen Tagen aus Polen zurückkehren. In einem dieser Gründe, auf dem Weg von Hohegreiss nach Rothehütte, stieg vom Bach ein Bussard auf, der eine Natter in den Fängen trug. Die Einzelheiten dieses Bildes im stillen Waldtal leuchteten mir im Vorübereilen ein wie eine Miniatur in unbewegter Welt - so deutlich, dass ich selbst den Silberrand der Schuppen am dunklen Erzleib der Schlange schimmern sah. In solchen Bildern leben Wasser, Luft und Erde frisch und schmerzlos wie in alten Heldenzeiten; der Sänger sah sie unvermittelt und ungetrübt durch den Begriff.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-422188268811781705?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/422188268811781705/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=422188268811781705' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/422188268811781705'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/422188268811781705'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-29-september-1939.html' title='Blankenburg, 29. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-2573701807720029496</id><published>2008-11-15T02:42:00.000-08:00</published><updated>2008-11-15T04:05:41.254-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 26. September 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR67D3gzg6I/AAAAAAAAAVI/-O0bELLD8C0/s1600-h/454px-Neuruppin1852.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 242px; height: 320px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR67D3gzg6I/AAAAAAAAAVI/-O0bELLD8C0/s320/454px-Neuruppin1852.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5268854289185604514" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Arbeitssumme liegt gleich einer Decke auf dem Land. Als ich heute am Harz entlang zum Generalkommando fuhr, sah ich eine schlanke Frau in blauen Hosen und rotem Kopftuch auf einem Rübenacker bei der Miete stehen. Sie winkte herüber, indem sie die Hand erhob, und diese Geste erschien mir, als ob ich in Meerestiefen unter ungeheurem Druck von ferne einen Kameraden sähe, der mir den Weg nach oben zum Liche wies. So hört man, im oft dämonischen Konzert der Stürme, den Ruf des Vaterlandes und kann nicht fehlen, wenn man ihm gehorcht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wieder wird mir bewusst, wie sehr der Harz ein magisches Gebirge ist. Und auch die Hügellinien, die ihn randen, sind geheimnissvoll. Im Inneren ruhen die alten Heiligtümer und Opferstätten, umschlossen vom Gürtel der Kastelle auf den Vorgebirgen, und endlich folgen, gewissermassen auskristallisiert, die Fürstensitze und hohen Dome am Rande, wo die Ebene beginnt. Man müsste Bestände dieser Art indessen mit &lt;span class="Apple-style-span" style="font-style: italic;"&gt;einem&lt;/span&gt; Blicke und zeitlos sehen. Die Urkraft liegt im Gebirge selbst als das massive Gold. Die Menschensiedlung tritt hinzu, und ihren Bauten teilt sich ein wenig von dem geheimen Glanze mit. Der reichste Kreis von Städten, Schlössern, Domen ist doch nur ein Gleichnis des Überflusses und der Unerschöpflichkeit der Erde selbst. So sind die Steine, die man zum Bau behaut, nur Münze aus dem Schatz der Barren; die wird auf das Gebot der Fürsten geprägt, doch schmilzt die Zeit sie wieder ein und führt sie formlos zum Überfluss zurück, in dem der Reichtum der Erde ruht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: "Ansichetn vom Harz", Neuruppiner Bilderbogen, kolorierte Lithographie, 1852)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-2573701807720029496?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/2573701807720029496/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=2573701807720029496' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2573701807720029496'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/2573701807720029496'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-26-september-1939.html' title='Blankenburg, 26. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR67D3gzg6I/AAAAAAAAAVI/-O0bELLD8C0/s72-c/454px-Neuruppin1852.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4039344660130333909</id><published>2008-11-14T13:39:00.000-08:00</published><updated>2008-11-14T13:49:43.822-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 25. September 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Besuch einer unbekannten Leserin. Gespräche mit Menschen, die sich seit langem mit meinen Arbeiten beschäftigten, bewegen sich gleichsam in Räumen, die ich mit Tapeten und Bildern ausstattete. Recht kluge Äusserungen in der Unterhaltung - so etwa über die Verantwortung, die jeden unserer Schritte gleich einem Netz umfängt, das aber durch Désinvolture die Kraft verliert. Sonst stolpert man in der Tat über Strohhalme.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Auch über die Tafel dieses Lebens, von deren Gerichten für die meisten nur eine kleine Anzahl geniessbar oder überhaupt sichtbar sei. So gebe es Sorten Klee mit tiefen Kelchen, deren Nektar nur einer bestimmten Bienengattung erreichbar sei.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ganz allgemein will es mir scheinen, dass die Frauen an Intelligenz gewinnen, und mehr noch, dass sich ihr Verhältnis zum Stande der männlichen Intelligenz verschiebt. Diese Erscheinung zählt zu den Arbeitscharakteren und ist zwar generell bedenklich, doch in den Einzelfällen angenehm. Im Grunde ist es ein Abbau, der sich ihr vollzieht; es werden die Atome als Bewegung konsumiert.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4039344660130333909?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4039344660130333909/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4039344660130333909' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4039344660130333909'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4039344660130333909'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-25-september-1939.html' title='Blankenburg, 25. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-781990995136894657</id><published>2008-11-14T13:34:00.000-08:00</published><updated>2008-11-14T13:37:19.741-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 21. September 1939</title><content type='html'>Träumte, dass ich zu Tode verurteilt sei. Die völlig hoffnungslose Lage in solchen Träumen übertrifft bei weitem die Wirklichkeit des Lebens - die Urfigur, die ihnen zugrunde liegt, ist die des Menschen, der sein Heil verloren hat. Desgleichen sind die Examensträume bedeutungsvoll. Das Leben verwandelt sich in eine Prüfung, und wir werden sie nie bestehen. Wie glücklich fühlt man sich, wenn man erwacht. Das muss ein Vorglanz des Ewigen Lichtes sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-781990995136894657?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/781990995136894657/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=781990995136894657' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/781990995136894657'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/781990995136894657'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-21-september-1939.html' title='Blankenburg, 21. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4918020884657899163</id><published>2008-11-14T13:30:00.000-08:00</published><updated>2008-11-14T13:34:19.408-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 20. September 1939</title><content type='html'>Trauriger Regenabend, nur Zigaretten glimmen in der Strassendunkelheit. Als ich am Nachmittag zum Schiessstand ging, sank vor mir eine alte Frau zusammen; sie fiel im Gehen, wie von einem Schuss, auf das Gesicht. Ich führte sie in den Garten einer Wirtschaft, in dem sie rasch wieder zu sich kam. So tauchen Schwimmer bei hohem Seegang für einen Augenblick ins Wasser ein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4918020884657899163?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4918020884657899163/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4918020884657899163' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4918020884657899163'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4918020884657899163'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-20-september-1939.html' title='Blankenburg, 20. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-465302760246678752</id><published>2008-11-14T13:16:00.001-08:00</published><updated>2008-11-14T13:30:37.954-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 17. September 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der zweite Sonntag in Blankenburg, ein Regentag. Pünktlich um sechs Uhr weckt mich das silberperlige Glockenspiel; ich sitze dann meist noch eine halbe Stunde vor dem kleinen Sekretär meines Hotelzimmers.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der tägliche Dienst in den Vorbergen, auf den Schiessständen und in der Reitbahn hat das angenehme, dass er die kleinen Übel vertreibt - so auch eine Bindehautentzündung, die ich mir beim Tauchen nach Fischen im Salzwasser des Meeres zugezogen habe und die mir in den beiden letzten Jahren oft lästig war. Man kann die Krankheit einem bösen Sod vergleichen, der sich in unseren Grundwassertiefen hält. Da ist es gut, die Quelle hin und wieder auszutrocknen - was durch Berührung mit den Elementen oder auch durch Anstrengung geschehen kann. So der Backofen des Heraklit. Celsus, der nichts von Operationen hielt, sprach mir zuweilen sein Erstaunen darüber aus, dass mancher Patient sich nach solchen Eingriffen tatsächlich erhole, und führte das auf die durch den Schritt erzeugte Umstimmung zurück.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wenn wir in eine neue Stadt geraten, schweben die schönen Mädchen und Frauen zunächst wie Traumerscheinungen an uns vorbei. Wie kommt es, dass dann unser Sinnen auf eine einzige, und oft gerade nicht auf die schönste, gerichtet wird? Es ist vielleicht ein Blick besonderer Art, ein Lächeln, das wie ein Funke überspringt, und nun sind wir gebannt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-465302760246678752?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/465302760246678752/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=465302760246678752' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/465302760246678752'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/465302760246678752'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-17-september-1939.html' title='Blankenburg, 17. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-7524243133069247520</id><published>2008-11-08T09:07:00.000-08:00</published><updated>2008-11-14T13:13:40.142-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 12. September 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR3pxGYCu8I/AAAAAAAAAVA/4KiB4OnLCJc/s1600-h/Paul_Virginie_2__500x618_.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 259px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR3pxGYCu8I/AAAAAAAAAVA/4KiB4OnLCJc/s320/Paul_Virginie_2__500x618_.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5268624168827665346" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Der Herbst schreitet langsam vor. In Blankenburg lerne ich eine der Perlen der Harzstädte kennen, die mir in vielem wohnlicher als das rauhere, unruhigere Goslar erscheint. Die Luft ist milder und der Boden wärmer, wie schon der Bewuchs verrät. Gruppen von Edelkastanien besetzen die Rasenflächen, die in Ringen und Bändern den Ort durchgrünen und sich den Vorbergen anschmiegen. Auf runden und langen Beeten ist verschwenderisch das Indische Blumenrohr gepflanzet, mit feuerroten oder gelb und purpurn geflammten Blüten über dem üppiggrünen Schaft. In dieser Blume vereint sich Üppigkeit mit strenger Form, die wie in Erz getrieben ist. Daher gehört sie in Parks, in denen Geschmack und Überfluss vereinigt sind. Auch bildet sie eine Zierde tropischer Kulturen, der Grärten von "Paul und Virginie".&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: Illustration nach Jacques-Henri Bernardin de Saint-Pierre's "Paul et Virginie")&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-7524243133069247520?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/7524243133069247520/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=7524243133069247520' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7524243133069247520'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/7524243133069247520'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-12-september-1939.html' title='Blankenburg, 12. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SR3pxGYCu8I/AAAAAAAAAVA/4KiB4OnLCJc/s72-c/Paul_Virginie_2__500x618_.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-8638577247433495653</id><published>2008-11-08T08:56:00.000-08:00</published><updated>2008-11-14T13:06:56.387-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 10. September 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sonntag, durch Lesung der Korrekturen der "Marmorklippen" fast ausgefüllt. Aus der Mühe, die es bereitet, die Wendungen haargenau zu treffen, ist schon zu merken, wie Ares den Musen feindlich ist. Doch nützt es nichts, den Willen stärker anzuspannen - für ihn sind die Gewichte, die in der Prosa zu wägen sind, zu leicht, zu schwerelos.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Merkwürdig übrigens, wie ich diese Arbeit "zum Termin" beendete. Vielleicht gibt es Instanzen, die dafür sorgen, dass zu den Gewichten, wie sie die Zeit bereitet, ein jeder mit seinem Gewürz zur Stelle sei. Dergleichen wahrzunehmen ist mir meist peinlich, wie wir ja ungern die Drähte spüren, an denen das Marionettenspiel befestigt ist. Die Macht der Freiheit ist so gewaltig, dass schon der Traum von ihr genügt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zwischen Freiheit und Schicksal ist ein Verhältniss wie zwischen Fliehkraft und Gravitation - wie die Bahn der Planeten durch das Widerspiel von zwei entgegengesetzten Kräften geordnet wird, so führt sich auch die eigentlich menschliche, das heisst due aufrechte, Haltung darauf zurück.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-8638577247433495653?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/8638577247433495653/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=8638577247433495653' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8638577247433495653'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/8638577247433495653'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-10-september-1939.html' title='Blankenburg, 10. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-803752740156738016</id><published>2008-11-07T08:09:00.000-08:00</published><updated>2008-11-07T08:22:59.611-08:00</updated><title type='text'>Blankenburg, 6. September 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nach kurzem Urlaub in Blankenburg, wo ich an einem Kursus teilnehme. Jeder Krieg fängt mit Lehrgängen an. In Kirchhorst, wo ich spät ankam, fand ich die kleine Hausgemeinschaft in ihrer Lichthöhle. Im Garten reifen die Früchte gut heran. Auch der Wein gedeiht auf eine für diese nördliche, moorige Ecke erstaunliche Art, freilich im Glost einer Ziegelmauer, die jeden Sonnenstrahl gleich einem Polster aufbewhrt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Urlaubsstimmung hat etwas von "Paradise lost", insofern als Verhältnisse, in denen wir alltäglich lebten, uns nun als Ausnahme zugebilligt werden. Nach längerer Abwesenheit gewinnt die Gestalt des Zurückkehrenden etwas Geisterhaftes, etwas vom Revenant. Gern wächst das Leben die Lücken zu.  Das ist seit Agamemnons Zeiten Stoff der Tragödie, von der wir schon einen Hauch verspüren, wenn wir einen Garten, den wir verliessen, wiedersehen. Die Blumen und Früchte blühen und reifen nun ohne uns.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-803752740156738016?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/803752740156738016/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=803752740156738016' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/803752740156738016'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/803752740156738016'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/blankenburg-6-september-1939.html' title='Blankenburg, 6. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4464271886380978468</id><published>2008-11-07T07:17:00.000-08:00</published><updated>2008-11-07T07:32:12.824-08:00</updated><title type='text'>Celle, 2. September 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SRRfd5TUBDI/AAAAAAAAAU4/LaWXcTpeCY4/s1600-h/rosskastanie.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 250px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SRRfd5TUBDI/AAAAAAAAAU4/LaWXcTpeCY4/s320/rosskastanie.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5265938831505622066" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der schöne Weg durch den Französischen Garten zum Dienst, am Denkmal der Königin Karoline Mathilde und an der Bienen- und Seidenraupenzucht vorbei. Die grüne Rasenfläche in der ersten Kühlung des Herbstes; zuweilen streichen Elstern über sie hinweg. Dann Teiche, deren Spiegel an vielen Stellen von den weichen Flossenschlägen der Fische zittern, mit Schwänen und bunten Enten am Uferrand.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In diesem Abschnitt, in dem das eigentliche Wachstum geleistet ist, gewinnen die Pflanzen gleichsam Besinnung, und nur noch zu reifen ist ihre Pflicht. Das tritt dann im Kontur hervor - in der ruhigen Pracht, der Sicherheit und oft metallischen Prägung der Lebenform. In der Frucht herrscht die Plastik vor, wie dereinst in der Blüte die Farbe und der Duft, und dieses Verhältnis gewinnt nun in der gesamten Pflanze Gestalt. Sehr schön ist etwa die Art, in der das Blatt am Ansatz zu schwellen beginnt, bevor es sich vom Zweige löst, vor allem bei den Platanen und Kastanien.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4464271886380978468?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4464271886380978468/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4464271886380978468' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4464271886380978468'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4464271886380978468'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/celle-2-september-1939.html' title='Celle, 2. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SRRfd5TUBDI/AAAAAAAAAU4/LaWXcTpeCY4/s72-c/rosskastanie.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-550598076135426466</id><published>2008-11-07T02:30:00.000-08:00</published><updated>2008-11-07T02:56:13.288-08:00</updated><title type='text'>Celle, 1. September 1939</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SRQcVp2j_YI/AAAAAAAAAUw/lv7gU8Mh1jI/s1600-h/cellestiche050_520.jpg"&gt;&lt;img style="text-align: justify;display: block; margin-top: 0px; margin-right: auto; margin-bottom: 10px; margin-left: auto; cursor: pointer; width: 320px; height: 240px; " src="http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SRQcVp2j_YI/AAAAAAAAAUw/lv7gU8Mh1jI/s320/cellestiche050_520.jpg" border="0" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5265865022640487810" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Am Morgen beim Frühstück fragte mich der Kellner mit bedeutsamem Gesicht, ob ich die Tagesnachrichten gehört hätte. Danach sind wir in Polen einmarschiert. Tagsüber nahm ich im Hin und Her der Geschäfte die weiteren Neuigkeiten auf, die den Ausbruch des Krieges, auch mit Frankreich und England, im einzelnen bestätigten. Am Abend knappe Meldungen, Verfügungen, Verdunkelung der Stadt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um zehn Uhr ging ich an die Schlossbrücke, zu einer Verabredung. Die alte Heidestadt war finster, und die Menschen bewegten sich wie zauberwesen in einem Minimum an Licht. Das Schloss erhob sich, von einem matten blauen Schimmer überrieselt, wie der alte Palast in einer Märchenstadt. Wie schwerelose Tänzer glitten Menschen auf Rädern durch die Dunkelheit. Und hin und wieder klatschte ein schwerer Karpfen aus dem Graben, der den Schlosspark säumt. Gleich diesen Tieren schnellt uns die Lust zuweilen in ein fremdes, leichteres Element.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich kam an einer Bank vorbei, auf der zwei alte Damen sassen; die eine sagte: "Du musst bedenken, dass bei dem allen auch Fügung ist."&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Dann im Café. Man tritt in Licht, Musik und Gläserklirren wie in geheime Feste und Albenhöhlen ein. Dazu dann wieder Rundfunkstimmen, die Bombenabwürfe melden und den Menschen drohen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(153, 153, 153);"&gt;(Bild: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Celle"&gt;Celler Schloss&lt;/a&gt;, Celle, Niedersachsen)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-550598076135426466?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/550598076135426466/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=550598076135426466' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/550598076135426466'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/550598076135426466'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/celle-1-september-1939.html' title='Celle, 1. September 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_wuxjjAi93ys/SRQcVp2j_YI/AAAAAAAAAUw/lv7gU8Mh1jI/s72-c/cellestiche050_520.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1668938708994368145</id><published>2008-11-07T02:19:00.000-08:00</published><updated>2008-11-07T02:55:50.252-08:00</updated><title type='text'>Celle, 31. August 1939</title><content type='html'>Weitere Einkäufe. Man muss sich in die Uniform einleben. Nachts hörte ich, halb im Traume, Radiostimmen, denen ich zu entnehmen glaubte, dass die Verständigung mit Polen gelungen sei. Mit Gedanken, wie ich den Herbst in Kirchhorst verbringen wollte, schlief ich ein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1668938708994368145?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1668938708994368145/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1668938708994368145' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1668938708994368145'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1668938708994368145'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/celle-31-august-1939.html' title='Celle, 31. August 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-1613696300052450719</id><published>2008-11-07T02:07:00.000-08:00</published><updated>2008-11-07T02:19:40.176-08:00</updated><title type='text'>Celle, 30. August 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Aufbruch. Oben betrachtete ich mich im Spiegel, in meiner Lautnantsuniform, nicht ohne Ironie. Indessen geht es heute wohl vielen Männern in Europa ähnlich, die niemals daran dachten, wieder Dienst zu tun. Was mich betrifft, so rechne ich dergleichen auch dem Krebs in meinem Horoskop zu, der mich nicht selten in vorgelebte Lagen versetzt, oft mit Gewinn.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Während ich die Treppe hinunterging, wurde unten um Flur ein Telegramm abgegeben, das von Brauchitsch gezeichnet war und mir meine Beförderung zum Hauptmann mitteilte. Ich nahm das als zeichen, dass Ares mir inzwischen nicht abhold geworden ist.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Vorm Hause hielt ich eins der Autos an, die nach Celle fuhren; es gehörte zwei Hamburger Kaufleuten, die nach abgebrochenen Geschäften aus Paris zurückkehrten. Meldung beim Kommandeur des Ersatzbattailons in der riesigen Heidekaserne, der Massen von Einberufenen zuströmten. Beim Essen lernte ich die Offiziere kennen, meist mit Orden aus dem Weltkriege, darunter Juristen vom Oberlandesgericht. In der Stadt, um Ausrüstungsstücke zu kaufen. Zog vorläufig in den "Sandkrug" ein.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-1613696300052450719?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/1613696300052450719/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=1613696300052450719' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1613696300052450719'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/1613696300052450719'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/kirchhorst-30-august-1939.html' title='Celle, 30. August 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-4327250863454794590</id><published>2008-11-07T02:01:00.001-08:00</published><updated>2008-11-07T02:19:48.347-08:00</updated><title type='text'>Kirchhorst, 28. August 1939</title><content type='html'>Fortgang der Mobilisation in allen Ländern. Noch wäre Zeit für den deus ex machina. Was könnte er aber bringen? Doch höchstens Aufschub. Das Strittige ist so gehäuft, dass nur noch das Feuer es aufarbeiten kann.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-4327250863454794590?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/4327250863454794590/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=4327250863454794590' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4327250863454794590'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/4327250863454794590'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/kirchhorst-28-august-1939.html' title='Kirchhorst, 28. August 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-362073959994226645.post-6271265539205579273</id><published>2008-11-07T01:53:00.000-08:00</published><updated>2008-11-07T01:59:56.805-08:00</updated><title type='text'>Kirchhorst, 26. August 1939</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Um neun Uhr morgens, als ich im Bette behaglich im Herodot studierte, brachte mir Louise den Mobilmachungsbefehl herauf, der mich zum 30. August nach Celle einberuft und den ich ohne grosse Überraschung empfing, da sich das Bild des Krieges von Monat zu Monat von Woche zu Woche schärfer abzeichnete.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Nachmittags in Hannover, wo es noch manches zu ordnen und zu besorgen gab, so Kampfer für meine Sammlungen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/362073959994226645-6271265539205579273?l=strahlungen2010.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/feeds/6271265539205579273/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=362073959994226645&amp;postID=6271265539205579273' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6271265539205579273'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/362073959994226645/posts/default/6271265539205579273'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://strahlungen2010.blogspot.com/2008/11/kirchhorst-26-august-1939.html' title='Kirchhorst, 26. August 1939'/><author><name>Pippin Wigglesworth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/01470607845576405606</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
